Nscale: Nvidia-gestützte KI-Cloud zeigt Umsatzsprung vor US-IPO
Britischer KI-Cloud-Anbieter Nscale legt Börsenprospekt mit massivem Umsatzwachstum vor

Der britische Cloud-Anbieter Nscale, der vom Chip-Riesen Nvidia unterstützt wird, hat seine Börsenpläne konkretisiert und beeindruckende Umsatzzahlen vorgelegt. Der KI-Infrastrukturspezialist strebt eine Milliarden-Notierung an der New Yorker Börse an.
Das in London ansässige Unternehmen verzeichnete in den sechs Monaten bis zum 30. Juni einen Umsatzsprung von 1.252 Prozent auf 140,6 Millionen US-Dollar, wie aus dem veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht. Im Vorjahreszeitraum hatte Nscale lediglich 10,4 Millionen US-Dollar umgesetzt. Allerdings fiel der Nettoverlust im Berichtszeitraum mit 1,02 Milliarden US-Dollar deutlich höher aus als die 368,9 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
IPO soll Nachfrage nach KI-Infrastruktur testen
Der Börsengang kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Märkte für KI-Infrastrukturwerte unter Druck geraten waren. Aufrufe von CEOs führender KI-Labors Anfang September, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen, hatten für Verunsicherung gesorgt. „Die Rahmenbedingungen für KI-Infrastruktur sind gut genug, um diese Geschäfte abzuschließen, aber es ist nichts Vergleichbares mit der Euphorie vor einigen Monaten“, sagte Matt Kennedy, Senior-Stratege bei Renaissance Capital.
Nscale plant, an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel „NSCL“ notiert zu werden. Laut einem Bericht von CNBC strebt das Unternehmen eine Bewertung von rund 30 Milliarden US-Dollar an. In einer Finanzierungsrunde im März war Nscale noch mit 14,6 Milliarden US-Dollar bewertet worden. Die führenden Bookrunner für das Angebot sind Goldman Sachs, J.P. Morgan und Morgan Stanley.
Milliardenschwere Anleiheemission und Nvidia-Beteiligung
Noch in dieser Woche vereinbarte Nscale den Verkauf von 3,1 Milliarden US-Dollar konvertierbarer Anleihen an Investoren, darunter eine Milliarde US-Dollar von Nvidia selbst. Dies unterstreicht die enge Verbindung zwischen dem Cloud-Anbieter und dem Chip-Hersteller, der als einer der Hauptprofiteure des KI-Booms gilt.
Das Unternehmen bietet Infrastruktur inklusive Compute-Kapazität, Stromversorgung und Rechenzentren sowie Software zum Trainieren und Ausführen von KI-Modellen an. Nscale ist in 14 Regionen aktiv und verfügt über ein Stromnetzwerk mit mehr als 10 Gigawatt Leistung.
Vertraglicher Wert explodiert auf über 100 Milliarden US-Dollar
Seit seiner Gründung ist Nscale rasant gewachsen. Der gesamte vertraglich gebundene Wert stieg innerhalb von nur zweieinhalb Jahren von 100 Millionen auf mehr als 103 Milliarden US-Dollar. Ein Meilenstein war der im vergangenen Monat geschlossene Deal mit dem KI-Labor Anthropic, das 45 Milliarden US-Dollar für die Anmietung von KI-Cloud-Rechenleistung vom Rechenzentrums-Campus in West Virginia ausgeben wird.
„Trotz einiger negativer Schlagzeilen zieht dieser Bereich immer noch Milliardenbeträge an. Es gibt weiterhin erhebliche Engpässe bei der KI-Compute- und Strominfrastruktur“, sagte Kennedy. Der gesamte vertraglich gebundene Wert von über 100 Milliarden US-Dollar sei ein Hauptverkaufsargument für Nscale.
Kundenkonzentration bleibt Risikofaktor
Allerdings weist der Prospekt auch auf Risiken hin: Ein großer Teil der Umsätze stammt von einer begrenzten Anzahl von Kunden. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 52 Prozent des Umsatzes auf den größten Einzelkunden. Für zukünftige Perioden nennt der Prospekt <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Anthropic als wichtige Kunden.
Nscale konkurriert mit Unternehmen wie CoreWeave, Nebius, Crusoe und Lambda. Die Wettbewerber zeigen ebenfalls positive Signale: Der Cloud-Anbieter Nebius hat diese Woche Preiserhöhungen angekündigt, während CoreWeave erklärte, weiterhin Verträge zu höheren Preisen abzuschließen. Dies unterstreicht die anhaltend solide Nachfrage nach Rechenkapazität im KI-Sektor.
