NOA Lithium: Bohrloch bei Rio Grande stößt auf hochpermeable Formation
Der Brunnen RT-RG26-PW001 erreichte nur 140 statt 400 Meter Tiefe, lieferte aber eine stabile hydraulische Reaktion im 48-Stunden-Pumpversuch.

NOA Lithium Brines Inc. (TSXV: NOAL, Frankfurt: N7N) hat ein Update zu seinem Explorationsbohrprogramm 2026 beim Flaggschiffprojekt Rio Grande in der Provinz Salta, Argentinien, veröffentlicht. Das Unternehmen hat den Brunnen RT-RG26-PW001 sowie den anschließenden 48-stündigen kontinuierlichen Pumpversuch abgeschlossen. Das Ergebnis fällt zweigeteilt aus: Der Brunnen blieb deutlich flacher als geplant, zeigte im Test aber eine stabile hydraulische Reaktion.
Während der Bohrungen traf das Bohrloch auf eine hochpermeable Formation, die zu persistenten Verlusten der Bohrspülung führte. Mehrere Versuche, den Kreislauf wiederherzustellen, blieben ohne Erfolg und verhinderten weitere Bohrungen. Die maximale Tiefe des Brunnens liegt damit bei 140 Metern – ursprünglich waren 400 Meter geplant.
Für das Unternehmen hat diese Schwierigkeit auch eine Kehrseite: Die tieferen, hochdurchlässigen Aquiferintervalle blieben für zukünftige Explorationsarbeiten erhalten. Die Bewertung beschränkt sich vorerst auf den oberen Teil des Aquifers in diesem Gebiet. Der tiefere, hochpermeable Bereich des Aquifers bleibt damit für spätere Arbeiten offen.
Der 48-Stunden-Test belegt eine stabile hydraulische Reaktion
Der Durchmesser des Brunnens von sechs Zoll begrenzte die Größe der für den Test verwendeten Pumpe; eingesetzt wurde ein 40-PS-Tauchpumpensatz. Die aktuelle Konfiguration weist eine maximale Pumpkapazität von etwa 15 Litern pro Sekunde („L/s“) auf. Diese Kapazität ist laut Unternehmen konsistent mit der Annahme einer Fließrate von 15 L/s, die in der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung des Projekts verwendet wurde.
Während des Brunnenversuchs zeigte der Brunnen eine stabile hydraulische Reaktion, als die Entnahmeraten stiegen. Der Brunnen wies eine geschätzte Transmissivität von etwa 95 m²/Tag allein aus dem oberen Aquifer auf. Zudem erreichte er eine herausragende hydraulische Effizienz mit einer projizierten Effizienz von 93 Prozent bei 15 L/s.
Die Laborergebnisse für die Soleproben aus den Pumpversuchen des Brunnens stehen noch aus. Das Unternehmen will die Analysen veröffentlichen, sobald sie verfügbar sind. Diese Ergebnisse werden die beschickte Sole aus dem vom Brunnen erschlossenen oberen Aquifer charakterisieren, bewerten jedoch keine Sole unterhalb von 140 Metern.
Frühere Bohrungen trafen in größerer Tiefe höhere Lithiumkonzentrationen
Der Brunnen befindet sich in der Nähe der Diamantkernbohrung DDH-RG23-001. In einer früheren Pressemitteilung des Unternehmens wurden Soleproben aus diskreten Intervallen zwischen 101 Metern und 139 Metern dieser Bohrung mit Lithiumkonzentrationen von über 400 Milligramm pro Liter („mg/L“) ausgewiesen. Ein tieferes Intervall von 158 Metern, von 311 Metern bis 469 Metern, wies einen Durchschnittswert von 773 mg/L Lithium auf, mit einzelnen Konzentrationswerten von bis zu 925 mg/L.
Das Potenzial des Aquifers unterhalb von 140 Metern im aktuellen Brunnen bleibt damit unbeurteilt. Um die Produktivität dieser tieferen Aquiferintervalle zu bewerten, wären weitere Bohrungen mit einer tieferen Fertigstellung und zusätzlichen abgeschirmten Bereichen erforderlich, dazu ein angemessenerer Brunnendurchmesser und eine größere Pumpe. Der aktuelle Test stellt nicht den maximalen Durchfluss fest, der mit einer solchen Fertigstellung erzielt werden könnte.
NOA Lithium hat das Bohrprogramm seit Mai 2026 schrittweise vorangetrieben
Bereits am 21.05.2026 berichtete aktien.news, dass NOA die Mobilisierung für sein Explorationsbohrprogramm 2026 beim Projekt Rio Grande abgeschlossen hat. Das Bohrunternehmen Hidrotec S.A. hatte zwei Bohrgeräte erfolgreich mobilisiert, die Vorbereitungsarbeiten am Standort einschließlich des Baus der Bohrplätze waren abgeschlossen. Die Explorationsaktivitäten sind Teil des übergeordneten Arbeitsprogramms von NOA, das auf die Fertigstellung einer vorläufigen Machbarkeitsstudie (Preliminary Feasibility Study, PFS) bis Ende 2026 abzielt.
Am 11.06.2026 meldete aktien.news, dass beide Bohrgeräte planmäßig arbeiten und die Feldaktivitäten vorantreiben. Das Bohrloch RT-RG26-PW001 hatte damals bereits eine Tiefe von 168 Metern erreicht, das zweite Bohrloch RT-RG26-PW002 eine Tiefe von 30 Metern. Der nun abgeschlossene Brunnen RT-RG26-PW001 wurde bei 140 Metern Endtiefe beendet; zuletzt hatte das Unternehmen für dieses Bohrloch einen Stand von 168 Metern gemeldet.
Für Anleger bleibt die Bewertung der tieferen Sole offen
Die Meldung enthält belastbare und offene Punkte zugleich. Belastbar ist die im Test gemessene hydraulische Reaktion des oberen Aquifers samt der projizierten Effizienz von 93 Prozent bei 15 L/s, die mit der Annahme der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung übereinstimmt. Offen bleibt die Chemie der Sole: Die Laborergebnisse für die Proben aus dem Pumpversuch stehen noch aus und werden erst zeigen, welche Lithiumgehalte der obere Aquifer an diesem Standort führt.
Für die Einordnung ist wichtig, dass der Brunnen ausschließlich den oberen Aquifer erreichte. Aussagen über die Produktivität eines späteren Produktionsbrunnens in diesem Bereich lassen sich daraus nicht ableiten. Das Unternehmen selbst erwartet, dass ein tieferer Produktionsbrunnen mit größerem Durchmesser, der zusätzliche produktive Intervalle erschließt und Pumpenausrüstung mit höherer Kapazität aufnimmt, erheblich höhere Soleproduktionsraten erzielen könnte, während möglicherweise auch lithiumreichere Soles erschlossen werden. Das ist eine Erwartung des Managements, kein im Test belegtes Ergebnis.
Gabriel Rubacha, Chief Executive Officer des Unternehmens, erklärte: „Wir sind sehr ermutigt von der Leistung von RT-RG26-PW001. Die Durchführung des 48-Stunden-Tests mit einer stabilen hydraulischen Reaktion aus einem Brunnen, der nur bis auf 140 Meter gebohrt wurde, ist ein positives Ergebnis, insbesondere angesichts der Bohr- und Pumpbeschränkungen.“ Weiter sagte er: „Die Leistung des oberen Aquifers zusammen mit den zuvor in der Tiefe bei nahen Bohrungen identifizierten höheren Lithiumkonzentrationen gibt uns guten Grund zur Optimismus hinsichtlich des breiteren Potenzials dieses Gebiets in Rio Grande.“
Das Unternehmen will Laborergebnisse und weitere technische Studien vorlegen
Als nächster Schritt stehen die Laboranalysen der Soleproben aus dem Pumpversuch aus; NOA will sie veröffentlichen, sobald sie vorliegen. Das Bohrprogramm 2026 ist darauf ausgelegt, die Bewertung von soleführenden Aquiferen zu unterstützen und die hydrogeologischen Modelle sowie die Ressourcenmodelle des Projekts fortlaufend zu verfeinern. Auf diese Weise will das Unternehmen das Projekt zu weiteren technischen und wirtschaftlichen Studien vorantreiben.
Zum Portfolio: NOA hat nach eigenen Angaben schnell eines der größten Portfolios an Lithium-Sole-Konzessionen in dieser Region konsolidiert, die nicht im Besitz eines produzierenden Unternehmens sind. Schlüsselpositionen liegen auf drei vielversprechenden Salar-Flächen – Rio Grande, Arizaro und Salinas Grandes – mit insgesamt mehr als 140.000 Hektar. Alle Projekte befinden sich im Herzen des Lithium-Dreiecks in der bergbaufreundlichen Provinz Salta, in der Nähe von Projekten und Betrieben großer Akteure der Lithiumindustrie.
Zu beachten ist der rechtliche Rahmen der Mitteilung: Sie enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die Risiken und Unsicherheiten unterliegen; tatsächliche Ergebnisse können erheblich von den Erwartungen abweichen. David O'Connor, P. Geo., ist die qualifizierte Person gemäß National Instrument 43-101 und hat die wissenschaftlichen und technischen Informationen der Pressemitteilung geprüft und genehmigt.
Drei Fachbegriffe ordnen die Meldung ein
- Transmissivität: Kennzahl dafür, wie gut ein Grundwasserleiter Wasser durch seine gesamte Mächtigkeit hindurchleitet.
- Sole: Wasser mit hohem gelöstem Salzgehalt, aus dem Lithium über Verdunstung und Aufbereitung gewonnen werden kann.
- Pumpversuch: Test, bei dem über einen längeren Zeitraum Wasser aus einem Brunnen gefördert wird, um die hydraulischen Eigenschaften des Aquifers zu messen.
