New York plant Steuer auf Luxus-Zweitwohnungen ab 5 Millionen Dollar
Gouverneurin Hochul und Bürgermeister Mamdani wollen ultrareiche Immobilienbesitzer stärker besteuern und damit Haushaltslücken schließen.

Die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, hat am Mittwoch einen Vorschlag für eine neue Steuer auf Zweitwohnungen im Wert von über 5 Millionen Dollar vorgestellt. Unterstützung erhält sie dabei von New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani, einem demokratischen Sozialisten, der im Wahlkampf mit dem Versprechen angetreten war, Reiche stärker zu besteuern. Ziel ist es, die Stadt für weniger wohlhabende Einwohner erschwinglicher zu machen.
Bemerkenswert ist die Allianz zwischen Hochul und Mamdani: Die Gouverneurin hatte Steuererhöhungen in einem Jahr, in dem sie ihre Wiederwahl plant, bislang grundsätzlich abgelehnt und stand Mamdanis Vorhaben meist ablehnend gegenüber. In diesem Fall machte sie jedoch eine Ausnahme und erklärte auf ihrer offiziellen Website: „Wer sich eine Zweitwohnung für 5 Millionen Dollar leisten kann, die den Großteil des Jahres leer steht, kann es sich auch leisten, wie jeder andere New Yorker seinen Beitrag zu leisten."
Rekord-Penthouse als Symbol der Debatte
Als prominentes Beispiel für die Zielgruppe der neuen Steuer nannte das Rathaus Mamdanis den Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin, Gründer und CEO von Citadel mit Sitz in Miami. Griffin hatte 2019 für ein Penthouse mit Blick auf den Central Park in Manhattan 238 Millionen Dollar bezahlt – ein Betrag, der zum damaligen Zeitpunkt einen Rekord für einen Immobilienverkauf in den gesamten USA darstellte. Citadel reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme bezüglich der vorgeschlagenen Steuer.
Griffin selbst hatte sich bereits kurz nach Mamdanis Wahlsieg im vergangenen Jahr zu Wort gemeldet und erklärt, die New Yorker hätten eine bessere Politik verdient als Mamdanis politische Schlagworte. Die Nennung seines Namens durch das Rathaus dürfte die Auseinandersetzung zwischen dem Bürgermeister und dem Milliardär weiter befeuern.
500 Millionen Dollar jährliche Einnahmen erwartet
Laut einer Erklärung des Rathauses soll die neue Steuer im Falle ihrer Umsetzung jährliche Einnahmen von rund 500 Millionen Dollar generieren. Diese Mittel sollen dazu beitragen, eine bestehende Haushaltslücke der Stadt New York zu schließen. Eine konkrete Zahl für den vorgeschlagenen jährlichen Steueraufschlag wurde in der Erklärung allerdings nicht genannt.
Das Rathaus betonte, die Maßnahme richte sich gezielt gegen „ultrareiche Einwohner von außerhalb und globale Eliten, die Immobilien in New York City eher als Instrument zur Vermögensaufbewahrung denn als Wohnraum nutzen". Damit soll der Leerstand teurer Luxusimmobilien steuerlich unattraktiver gemacht werden.
Für deutsche Anleger und Immobilieninteressierte ist der Ansatz nicht neu: Länder wie Frankreich, das Vereinigte Königreich und Kanada erheben bereits Steuern auf Nebenwohnsitze. New York würde mit einer solchen Regelung international etablierten Modellen folgen, um spekulativen Leerstand einzudämmen und gleichzeitig öffentliche Einnahmen zu steigern.
