Republikaner werben mit Steuersenkungen für US-Midterms 2026
Das NRCC startet eine digitale Werbekampagne in 14 umkämpften Wahlbezirken – mitten in einem wirtschaftlich angespannten Wahlkampfklima.

Das National Republican Congressional Committee (NRCC) hat am Dienstag eine digitale Werbekampagne in 14 umkämpften Kongresswahlbezirken in elf US-Bundesstaaten gestartet. Ziel ist es, die von den Republikanern initiierten Steuererleichterungen bei den Wählern bekannt zu machen. Die Kampagne wurde zuerst von CNBC gemeldet und ist Teil einer gezielten Kommunikationsstrategie in der Woche der Steuererklärung.
Im Mittelpunkt der Werbemaßnahmen stehen Vorschläge wie die Steuerfreiheit auf Trinkgelder und Überstunden, die als Teil des republikanischen Steuer- und Ausgabengesetzes für 2025 verabschiedet wurden. Präsident Donald Trump hat dieses Gesetzespaket, den sogenannten „One Big Beautiful Bill Act", wiederholt als „die größten Steuersenkungen in der amerikanischen Geschichte" bezeichnet – unter anderem in einer Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar. Das NRCC-Komitee bezeichnete das Werbebudget als „bescheiden", nannte jedoch keine konkreten Zahlen.
Schwieriges Terrain für die Republikaner
Die Kampagne fällt in einen Midterm-Wahlzyklus, in dem wirtschaftliche Themen die politische Debatte dominieren. Ein Krieg im Iran hat die Bezahlbarkeit des Alltags zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht. Die durchschnittlichen Benzinpreise sind seit Beginn des Iran-Krieges stark gestiegen und lagen laut GasBuddy am Montag bei einem landesweiten Durchschnitt von mehr als vier US-Dollar pro Gallone. Hinzu kommt, dass die Inflation im März sprunghaft angestiegen ist.
Die Republikaner stehen vor der schwierigen Aufgabe, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des US-Kongresses zu verteidigen. Im Repräsentantenhaus hält die GOP derzeit einen hauchdünnen Vorsprung von 217 zu 214 Sitzen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Abgeordnete Kevin Kiley aus Kalifornien kürzlich zu den Unabhängigen wechselte, jedoch weiterhin mit der GOP-Fraktion stimmt.
Die Lage für die Partei erscheint angespannt: Die Prognosemarkt-Plattform Kalshi räumte den Demokraten mit Stand von Montag eine Chance von 86 Prozent ein, das Repräsentantenhaus bei den Midterms zu gewinnen. Trumps Zustimmungswerte in Wirtschaftsfragen erreichten laut einer Anfang des Monats veröffentlichten CNN-Umfrage ein Rekordtief.
Beide Parteien kämpfen um Wirtschaftsthemen
Auch die Demokraten sind in der Offensive. Das Democratic Congressional Campaign Committee startete im vergangenen Monat eine Werbekampagne, die mittels Geotargeting auf Meta-Plattformen ausgespielt wird – gezielt an Nutzer in der Nähe von Tankstellen. Die Partei versucht damit, die gestiegenen Benzinpreise und die allgemeine Teuerung den Republikanern anzulasten.
Trotz der schwierigen Ausgangslage für beide Parteien zeigen Umfragen ein gemischtes Bild der Popularität. Eine CNN-Umfrage ergab, dass nur 28 Prozent der Amerikaner eine positive Meinung von der Demokratischen Partei haben, während die Republikaner mit 32 Prozent etwas beliebter waren. Das NRCC nimmt mit seiner Kampagne Wähler in umkämpften Bezirken in Alaska, Arizona, Kalifornien, Colorado, Iowa, Michigan, New Jersey, New York, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin ins Visier.
Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung relevant, da die US-Steuerpolitik und die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten erhebliche Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte haben. Die Midterm-Wahlen im Jahr 2026 könnten die politische Mehrheitslage im US-Kongress grundlegend verschieben und damit auch die Handlungsfähigkeit der Trump-Administration in wirtschaftspolitischen Fragen beeinflussen.
