New Hope übernimmt Malabar: Kohlegruppe mit 4,39 Milliarden Dollar
Der australische Kohlekonzern New Hope kauft Malabar Resources in einem reinen Aktientausch und erwirbt die volle Kontrolle über die Maxwell-Grube.

Der australische Kohlebergbaukonzern New Hope hat am Montag die Übernahme des nicht börsennotierten Mitbewerbers Malabar Resources angekündigt. Der Deal hat einen Wert von rund A$2,4 Milliarden, umgerechnet etwa 1,67 Milliarden US-Dollar. Mit der Transaktion erwirbt New Hope die vollen Eigentumsrechte an der Kohlengrube Maxwell im australischen Bundesstaat New South Wales.
Die Übernahme ist als reiner Aktientausch strukturiert und wird über ein sogenanntes Scheme of Arrangement abgewickelt. Malabar-Aktionäre erhalten für jeden gehaltenen Malabar-Anteil 0,5 Anteile an New Hope. Auf Basis des Schlusskurses von New Hope am 16. Oktober entspricht das einem Wert von A$2,92 pro Malabar-Anteil. Bargeld fließt bei dieser Konstruktion nicht.
Auf Equity-Basis bewertet der Deal den nicht börsennotierten Kohlebergbaukonzern mit rund A$1,8 Milliarden. Unter Einbeziehung der Schulden liegt der Transaktionswert bei etwa A$2,4 Milliarden. New Hope hält bereits rund 26 Prozent an Malabar und stockt diese Beteiligung nun auf.
Die Details
Nach Abschluss entsteht eine kombinierte Gruppe mit einer Pro-Forma-Marktkapitalisierung von rund A$6,3 Milliarden, was rund 4,39 Milliarden US-Dollar entspricht. New Hope nennt in der Mitteilung einen Pfad zu einer jährlichen verkaufbaren Kohleförderung von rund 19 Millionen Tonnen. Die Eigentumsverhältnisse verschieben sich dabei deutlich: Bestehende New Hope-Aktionäre werden rund 79 Prozent der kombinierten Gruppe halten, die Malabar-Aktionäre außer New Hope die verbleibenden 21 Prozent.
Im Zentrum der Transaktion steht die Untertagegrube Maxwell in der Hunter-Valley-Region von New South Wales. Die Grube hat im April mit der Langwandförderung begonnen. Nach der Erweiterung strebt sie eine jährliche verkaufbare Kohleförderung von bis zu 5,5 Millionen Tonnen an. Mit der vollständigen Übernahme erhält New Hope die volle Kontrolle über diesen Standort, an dem das Unternehmen bislang nur beteiligt war.
Die Vorstände beider Unternehmen unterstützen die Transaktion einstimmig. Die Direktoren von Malabar haben den Aktionären empfohlen, für das Schema zu stimmen – vorbehaltlich üblicher Bedingungen. Die Umsetzung des Schemas wird bis März 2027 erwartet, abhängig von der Zustimmung der Aktionäre, eines Gerichts und der Aufsichtsbehörden.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 15.09.2026 berichtete aktien.news, dass New Hope seine höchste Quartalsdividende seit vier Jahren bekannt gegeben hat – trotz eines mehr als halbierten Jahresgewinns und verfehlter Erwartungen. Die Schlussdividende für das Geschäftsjahr 2026 betrug 30 australische Cent pro Aktie, das höchste Niveau seit den 31 Cent im Jahr 2021 und deutlich über den 15 Cent des Vorjahres. CEO Rob Bishop begründete die Ausschüttung mit einem starken Jahr.
Am 01.10.2026 meldete aktien.news den Abschluss der Übernahme der Kestrel-Kohlemine durch Yancoal Australia. Yancoal erwarb einen 80-prozentigen Anteil am Kestrel-Kohlenbergwerk in Queensland für 1,85 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion war bereits im April angekündigt worden.
Am 19.04.2026 berichtete aktien.news über das Übernahmeangebot der BHP Group für Anglo American. Auch dieses Angebot war als reiner Aktientausch über ein Scheme of Arrangement strukturiert; Anglo-American-Aktionäre sollten für jede gehaltene Aktie 0,7097 neue BHP-Aktien erhalten.
Am 18.05.2026 folgte der Bericht, dass Anglo American seine australischen Kokskohleminen im Bowen Basin in Queensland für bis zu 3,88 Milliarden US-Dollar an das britische Bergbauunternehmen Dhilmar verkauft. Damit zog sich der Konzern vollständig aus dem Kokskohlesektor zurück.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Transaktion vor allem wegen ihrer Struktur interessant. Es handelt sich um einen reinen Aktientausch: Malabar-Aktionäre erhalten New-Hope-Anteile, es fließt kein Bargeld. Wer bereits New Hope hält, wird durch die Ausgabe neuer Anteile verwässert – die bestehenden Aktionäre halten nach Abschluss rund 79 Prozent der kombinierten Gruppe.
Die Bewertung von A$2,92 pro Malabar-Anteil basiert auf dem Schlusskurs von New Hope am 16. Oktober. Da der Gegenwert in Aktien gezahlt wird, hängt der tatsächliche Wert für Malabar-Aktionäre von der Kursentwicklung der New-Hope-Aktie bis zum Abschluss ab. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einer Barabfindung.
Positiv hervorzuheben ist, dass New Hope mit Maxwell die volle Kontrolle über eine Grube erhält, an der das Unternehmen bereits beteiligt war. Die Grube hat erst im April mit der Langwandförderung begonnen und soll nach der Erweiterung deutlich mehr Kohle liefern. New Hope beziffert den Pfad der kombinierten Gruppe auf rund 19 Millionen Tonnen verkaufbarer Kohle pro Jahr.
Ein Risiko bleibt der Zeitplan: Die Umsetzung wird erst bis März 2027 erwartet und steht unter dem Vorbehalt mehrerer Genehmigungen. Anleger sollten die weiteren Meldungen zu Aktionärs-, Gerichts- und Aufsichtsverfahren verfolgen. Diese Einordnung ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Ausblick
New Hope erwartet die Umsetzung des Schemas bis März 2027. Voraussetzung sind die Zustimmung der Aktionäre, eines Gerichts und der Aufsichtsbehörden. Die Direktoren von Malabar haben die Zustimmung empfohlen, vorbehaltlich üblicher Bedingungen. Nach Abschluss soll die kombinierte Gruppe eine jährliche verkaufbare Kohleförderung von rund 19 Millionen Tonnen erreichen; die Grube Maxwell strebt nach der Erweiterung bis zu 5,5 Millionen Tonnen pro Jahr an.
Kurz erklärt
- Scheme of Arrangement: Ein gesellschaftsrechtliches Verfahren für Unternehmenszusammenschlüsse, das der Zustimmung der Aktionäre und eines Gerichts bedarf.
- Pro-Forma-Marktkapitalisierung: Der Börsenwert eines Unternehmens, wie er sich rechnerisch nach dem Zusammenschluss darstellen würde.
- Langwandförderung: Ein Untertage-Abbauverfahren, bei dem eine lange Wand aus Kohle in einem Zug abgebaut wird.
