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Neuseelands Parlament stimmt Freihandelsabkommen mit Indien zu

Zollsenkungen für 95 Prozent der Exporte – Abkommen soll noch 2025 in Kraft treten.

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Neuseelands Parlament stimmt Freihandelsabkommen mit Indien zu

Das neuseeländische Parlament hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das die Umsetzung eines Freihandelsabkommens mit Indien vorsieht. Damit werden Zölle auf etwa 95 Prozent der neuseeländischen Exporte nach Indien abgeschafft oder erheblich reduziert. Das Gesetz wurde mit einer deutlichen Mehrheit von 93 zu 29 Stimmen verabschiedet, wobei auch die oppositionelle Labour Party ihre Unterstützung zusicherte.

Mehr als die Hälfte aller betroffenen Produkte wird bereits ab dem Tag des Inkrafttretens zollfrei sein. „Für Exporteure sind die Vorteile sofort und erheblich“, sagte der neuseeländische Handelsminister Todd McClay in einer Erklärung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Abkommen noch in diesem Jahr in Kraft treten wird: „Wir erwarten, dass dieses hochwertige Abkommen noch in diesem Jahr in Kraft tritt und unser Versprechen erfüllt, im laufenden Wahlperiode ein Freihandelsabkommen mit Indien abzuschließen.“

Gegenseitige Marktöffnung und Investitionen

Im Rahmen des Abkommens erhalten alle indischen Waren zollfreien Zugang nach Neuseeland. Wellington hat zudem zugesagt, in den nächsten 15 Jahren umgerechnet rund 20 Milliarden US-Dollar in Indien zu investieren. Beide Nationen hatten das Handelsabkommen ursprünglich im April unterzeichnet. Das Abkommen tritt in Kraft, sobald beide Länder ihre jeweiligen Ratifizierungsverfahren abgeschlossen haben.

Der beidseitige Handel belief sich im Jahr bis Juni 2026 auf umgerechnet rund 3,99 Milliarden neuseeländische Dollar (etwa 2,29 Milliarden US-Dollar). Damit ist Indien der neuntgrößte Markt für neuseeländische Waren- und Dienstleistungsexporte.

Bedeutung für deutsche Anleger

Für deutsche Anleger ist das Abkommen vor allem im Hinblick auf die globalen Handelsströme von Interesse. Neuseeland und Indien erschließen sich neue Absatzmärkte, was insbesondere rohstoff- und agrarexportorientierten Unternehmen zugutekommt. Neuseeland ist bekannt für seine starke Agrarwirtschaft, darunter Milchprodukte, Fleisch und Wein – Produkte, die in Indien auf eine wachsende Nachfrage treffen dürften.

Das Abkommen zeigt zudem, dass der Freihandel trotz globaler protektionistischer Tendenzen weiter voranschreitet. Für deutsche Exporteure, die ebenfalls in der Region aktiv sind, könnte dies langfristig zu einer verstärkten Wettbewerbssituation führen, aber auch neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnen.

Ausblick

Mit der parlamentarischen Zustimmung in Neuseeland ist eine wichtige Hürde genommen. Nun liegt der Ball bei Indien, das seinerseits die Ratifizierung abschließen muss. Sollte das Abkommen wie erwartet noch 2025 in Kraft treten, wäre dies ein bedeutender Meilenstein in den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder und ein starkes Signal für den Freihandel in der indopazifischen Region.

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