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Nanny-Markt: Luxuriöse Unterkünfte werden zum Wettbewerbsvorteil für Familien

Superreiche Familien konkurrieren weltweit um knappes Nanny-Personal und bieten dafür zunehmend großzügige Wohnungen an – ein Trend mit Folgen für den Immobilienmarkt.

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Nanny-Markt: Luxuriöse Unterkünfte werden zum Wettbewerbsvorteil für Familien

Die Stellenbeschreibung für die Nanny der heutigen Elite würde selbst Mary Poppins staunen lassen. Zu den Voraussetzungen gehören laut dem wöchentlichen Newsletter von Roula Khalaf, Chefredakteurin der Financial Times, fließende Kenntnisse mehrerer Sprachen, insbesondere Mandarin, Französisch und Spanisch, Etikette-Schulungen sowie Kompetenzen im Skifahren und Tennis – Vorkenntnisse in Kampfsportarten sind von Vorteil. Ein Abschluss einer Ivy-League-Universität oder der Oxbridge-Universitäten ist bevorzugt, ergänzt durch einen postgradualen Abschluss in Erziehungswissenschaft.

Wer diese Hürden nimmt, hat gute Karten: Für die besten Nannies mit Wohnrecht im Haushalt übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Anita Rogers, Chief Executive von British American Household Staffing, einem Unternehmen, das sie 2012 gründete, betreut heute rund 7.000 Kunden, die nach Nannies mit solchen Qualifikationen suchen. Die Familien sitzen in New York, Los Angeles und Texas, in London und in Dubai.

Viele dieser Familien beschäftigen zwei oder mehr Nannies im Schichtdienst – sogenannte Rota-Nannies – für die Kinderbetreuung „das ganze Jahr über, sieben Tage die Woche“, wie Rogers sagt. Der Nachwuchs kommt dabei aus einem kleinen Kreis: Ein elitäres Ausbildungsprogramm wie Norland in Bath lässt jährlich rund 100 Nannies abschließen. Auf dem Arbeitsmarkt führt diese Knappheit zu einer ungewöhnlichen Machtverschiebung.

Die Details

Trotz der exklusiven Anforderungen an die Stelle können die Nannies selbst ihre eigenen Bedingungen stellen. „Familien müssen die Rollen attraktiv gestalten, da wir zum Glück auswählen können“, sagt die 44-jährige Sophie-Julienne Burnett, die in Großbritannien ansässig ist, am Norland College ausgebildet wurde und ein Jahrzehnt lang Kinder betreute, bevor sie ihre eigene Tochter bekam. Heute arbeitet sie als Beraterin.

Eine Möglichkeit für Arbeitgeber, sich hervorzuheben, sind ultra-hochwertige Unterkünfte. „Ein kleines Schlafzimmer im Keller reicht nicht mehr aus“, sagt Ashley Wilsdon, Leiter des Londoner Einkaufsbüros bei Middleton Advisors. Er hat zwei Kunden, die jeweils in Chelsea und Wimbledon größere Wohnungen beziehen – beide haben Nannies mit Wohnrecht und sind bestrebt, einen separaten, ansprechenden Raum bereitzustellen, „um sicherzustellen, dass sie diese behalten, wenn sie umziehen“. In beiden Fällen möchten die Kunden eine gesamte Etage bereitstellen und sind bereit, bei ihrem eigenen Wohnraum Kompromisse einzugehen, um ein geräumiges Schlafzimmer mit eigenem Bad sowie einen separaten Wohnbereich zu ermöglichen.

Gelegentlich habe Wilsdon miterlebt, wie eine Nanny beeinflusst, welches Haus seine Kunden letztlich kaufen. „Immer häufiger wird eine signifikante Unterkunft als Teil des Beschäftigungspakets für Nannies erwartet“, stimmt Marc Schneiderman zu, Direktor bei Arlington Residential. Er hat kürzlich zwei große Apartments in Regent’s Park und Marylebone verkauft – jeder Kunde kaufte zudem separate Studioapartments für ihre Nannies, entweder im selben Gebäude oder in der Nähe.

Ein Beispiel aus der Praxis liefert Clive Lewis, der nach eigenen Angaben immer Unterstützung für seine nun drei erwachsenen Kinder hatte. Im ersten Zuhause der Familie im Norden Londons, wo sie fünf Jahre lebten, hatte die Nanny ein separates Studio, das über die gemeinsame Haustür zugänglich war. Als sie in das Haus zogen, in dem sie die nächsten zwölf Jahre wohnten, renovierten sie einen Teil des 300 Jahre alten Hauses, um private Quartiere für ihre Nanny zu schaffen – mit einem Schlafzimmer mit eigenem Bad, einer Küche und, was wichtig war, einem unabhängigen Eingang. „Nannies arbeiten unglaublich hart, und wenn sie nicht arbeiten, möchten sie ihren eigenen privaten, komfortablen Raum, damit sie Freunde einladen können, und wir haben dies erkannt“, sagt Lewis. Ausgestattet wurde die Anlage mit Holzböden, einem modernen Badezimmer und Miele-Geräten einschließlich einer Waschmaschine und einem Trockner. Das Sechszimmerhaus in St John’s Wood wird derzeit von Arlington Residential verkauft; Lewis zufolge kam viel Interesse von Familien, die bereits eine Nanny beschäftigen oder eine anstellen möchten.

Auch außerhalb Großbritanniens hat sich der Wettbewerb um Personal verschärft. Für Alexis Golding, eine britische Rechtsanwältin und Mutter von drei Kindern, die in Dubai lebt, war die Bereitstellung „upgegradeter Nanny-Quartiere eine Priorität“, als sie ihre Villa mit fünf Schlafzimmern auf Palm Jumeirah renovierte. Golding hat seit sieben Jahren dieselbe Nanny und hat kürzlich eine zweite angestellt. „Der Nanny-Markt ist extrem wettbewerbsintensiv, und ein komfortables Zimmer kann den Ausschlag geben; einige Villen bieten abgenutzte Räume mit nur Etagenbetten und Nasszellen für Nannies“, sagt sie. Jede ihrer Nannies hat ein eigenes Zimmer mit einem Jack-and-Jill-Badezimmer, ausgestattet mit „einem guten Bett und einer hochwertigen Matratze, innovativen Lösungsmöglichkeiten zur Aufbewahrung und kleinen Details wie einer schönen Lampe und einem Teppich, um das Zuhause gemütlich zu machen, sowie einem richtigen Badezimmer“. Man wolle, dass eine gut gepflegte Nanny sich um die Kinder kümmert.

Burnett stimmt zu, dass der „rote Teppich häufig ausgerollt wurde“, und erinnert sich an ein besonders luxuriöses Paket für eine Nanny, die ein kleines Mädchen im Nahen Osten betreute: Ihr wurden nicht nur eine private Suite mit üppigen Möbeln und duftenden Kerzen geboten, sondern auch eine eigene Haushälterin und ein Chauffeur. „Ja, Kinder sind wunderbar. Aber es ist harte Arbeit. Dies ist kein Neun-zu-Fünf-Job.“

Für viele Nannies ist der ultimative Luxus jedoch keine 1.000er-Fadenanzahl-Bettwäsche, ein großer Raum oder flauschige Handtücher. Claire, eine in Bournemouth ansässige Nanny mit Wohnrecht, die drei Jahrzehnte lang tätig war, hat die ganze Bandbreite an Mitarbeiterunterkünften durchlaufen. Letztlich, sagt sie, benötigt man trotz der Freuden mit Kindern vor allem Platz – was bedeutet, die Tür zu schließen, ohne gestört zu werden. Einer ihrer Lieblingsjobs, zurück in den frühen 1990er Jahren in den USA, kam nicht mit ausgefallenen Annehmlichkeiten daher, aber er befand sich abseits des Familiengetümmels: „Ja, mein Zimmer war im Keller, aber es war großartig. Wenn ich dort unten war, störte mich niemand.“

Hintergrund: Was bisher geschah

Der Blick auf das Personal der Superreichen ist kein Einzelphänomen. Bereits am 10.07.2026 berichtete aktien.news, dass Privatköche, Butler und persönliche Assistenten Gehälter auf einem neuen Rekordniveau erzielen. Laut dem Personalvermittler Morgan & Mallet International verdienen Privatköche in den USA zwischen 100.000 und 300.000 Dollar pro Jahr; die Nachfrage nach hochqualifiziertem Hauspersonal habe Rekordwerte erreicht und treibe die Löhne in der gesamten Branche nach oben. Hintergrund sei die wachsende Komplexität im Leben der Superreichen, die zunehmend mehrere Immobilien an verschiedenen Standorten weltweit besitzen.

Auch die Immobilien- und Lifestyle-Berichterstattung der Financial Times begleitet dieses Umfeld seit Monaten. Am 04.04.2026 berichtete aktien.news über die 20 spektakulärsten Hütten-Refugien der Welt, die Khalaf in ihrem wöchentlichen Newsletter vorstellte – darunter Chatan, ein zweistöckiges Baumhaus im englischen Devon vom Designstudio HÁM Interiors. Am 10.04.2026 folgte eine Ausgabe zu sogenannten Ein-Produkt-Spezialisten mit 16 Produkten, am 19.09.2026 eine kuratierte Auswahl exquisiter Accessoires und Kunstgegenstände – von einem Wollmantel von Dolce & Gabbana über ein Taschentuch von Berluti bis zu einem Kragen von New & Lingwood. Roula Khalaf kuratiert diese wöchentlichen Newsletter regelmäßig persönlich.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist der Bericht kein direkter Investmenthinweis, sondern ein Stimmungsindikator. Wenn Käufer in Chelsea, Wimbledon, Regent’s Park, Marylebone und St John’s Wood zusätzliche Etagen, getrennte Wohnbereiche oder gleich ganze Studioapartments für Nannies erwerben, zeigt das, wie viel Kaufkraft im obersten Immobiliensegment mobilisiert wird – und welche Kompromisse Familien bei der eigenen Wohnfläche dafür in Kauf nehmen. Zugleich verweist die Personalnot auf einen strukturell engen Arbeitsmarkt bei spezialisiertem Hauspersonal, wie ihn der archivierte Bericht vom 10.07.2026 auch für Privatköche beschreibt.

Börsennotierte Unternehmen oder konkrete Ticker nennt der Quelltext nicht; die erkannten Entitäten bleiben leer. Wer den Luxusimmobilien- und Hauspersonalmarkt verfolgen will, muss daher auf Branchenbeobachtung setzen statt auf einen einzelnen Wert. Beachtenswert ist dabei, dass die Nachfrage nach Angaben von Rogers nach Nannies mit Wohnrecht das Angebot bei Weitem übersteigt – ein Ungleichgewicht, das die Verhandlungsposition der Beschäftigten stärkt und damit die Kosten für Arbeitgeber hochhält.

Ausblick

Konkrete Termine oder Prognosen nennt der Quelltext nicht. Klar ist lediglich, dass die Financial Times ihre wöchentliche Newsletter-Reihe fortsetzt und Leserinnen und Leser über den Instagram-Kanal @ft_houseandhome zuerst über neue Geschichten informiert werden. Die beschriebenen Erwartungen speisen sich allein aus den Aussagen der Beteiligten: Rogers zufolge übersteigt die Nachfrage nach den besten Nannies mit Wohnrecht das Angebot bei Weitem, und Schneiderman erwartet, dass eine signifikante Unterkunft immer häufiger als Teil des Beschäftigungspakets verlangt wird. Wilsdon wiederum rechnet in seinem Kundensegment damit, dass Familien weiterhin bereit sind, bei der eigenen Wohnfläche zugunsten der Nanny-Unterkunft zurückzustehen.

Kurz erklärt

  • Rota-Nanny: Eine Betreuungskraft mit Wohnrecht, die im Schichtsystem arbeitet und sich die Kinderbetreuung mit weiteren Nannies teilt.
  • Norland College: Eine renommierte britische Ausbildungsstätte für Nannies mit Sitz in Bath.
  • Jack-and-Jill-Badezimmer: Ein Badezimmer, das von zwei angrenzenden Zimmern aus zugänglich ist und daher von zwei Nutzern geteilt werden kann.
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