Moody's: BJ's Wholesale und Cushman & Wakefield mit besseren Ratings
Moody's hebt den Ausblick für BJ's Wholesale auf positiv an und stuft Cushman & Wakefield herauf.

Die Ratingagentur Moody's Ratings hat in einer Reihe von Kreditmaßnahmen vom 27. September 2026 positive Bewertungsanpassungen für zwei bedeutende US-Unternehmen veröffentlicht. Betroffen sind der Einzelhändler BJ's Wholesale Club Holdings Inc. (NYSE:BJ) und der Immobiliendienstleister Cushman & Wakefield plc (NYSE:CWK). Beide Unternehmen profitieren von einer konsequenten Entschuldung und einer widerstandsfähigen operativen Entwicklung.
Für deutsche Anleger ist die Nachricht insofern relevant, als beide Titel an der New Yorker Börse notiert sind und die Ratingurteile von Moody's die Refinanzierungskosten sowie die Einschätzung institutioneller Investoren maßgeblich beeinflussen. Ein positiver Ausblick oder eine Heraufstufung kann den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern und die Zinslast senken.
Im Mittelpunkt der ersten Maßnahme steht BJ's Wholesale Club. Moody's hat den Ausblick des Unternehmens von "stabil" auf "positiv" angehoben. Damit signalisiert die Agentur, dass der Warenhaus-Händler in absehbarer Zeit in das Investment-Grade-Segment aufsteigen könnte. Das Corporate Family Rating (CFR) wurde bei Ba1 bestätigt, während das Liquiditätsrating für spekulativ bewertete Schuldtitel auf SGL-1 angehoben wurde.
Die Details
Die Heraufstufung des Liquiditätsratings auf SGL-1 stützt sich auf eine asset-basierte revolvierende Kreditfazilität über 1,2 Milliarden US-Dollar. Diese Fazilität verschafft dem Unternehmen einen erheblichen finanziellen Puffer. Für den Zwölfmonatszeitraum zum 1. August 2026 meldete der Einzelhändler einen Umsatz von rund 23 Milliarden US-Dollar, erwirtschaftet an 267 Standorten.
Auf der Bilanzseite zeigt sich die Wirkung der Schuldenreduzierung deutlich: Die von Moody's angepasste Verschuldungsquote (Debt-to-EBITDA) fiel auf 1,8x, während die EBIT-Zinsdeckung 4,9x erreichte. Moody's hob hervor, dass der strategische Fokus des Unternehmens — konkret Investitionen in digitale Fähigkeiten, der Ausbau von Eigenmarken und eine wirksame Neupositionierung von Kategorien — es BJ's ermöglicht habe, trotz makroökonomischer Gegenwinde ein starkes Wertversprechen zu halten.
Um eine formale Heraufstufung in das Investment-Grade-Segment zu erreichen, muss BJ's nach Einschätzung von Moody's weiterhin fiskalische Disziplin zeigen. Konkret bedeutet das, die Verschuldung unter 3,0x zu halten und die Zinsdeckung nahe 4,0x zu bewahren, während der laufende Umbau der Kapitalstruktur erfolgreich bewältigt wird.
Bei Cushman & Wakefield fiel das Urteil noch deutlicher aus. Moody's stufte das Corporate Family Rating von B1 auf Ba3 herauf. Zugleich wurde die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default Rating) auf Ba3-PD angehoben. Auch die vorrangigen besicherten Terminkredite, die revolvierende Kreditfazilität und die vorrangigen besicherten Anleihen wurden auf Ba2 heraufgestuft. Diese Anhebung spiegelt nach Angaben der Agentur die stetige operative Dynamik des Unternehmens und ein klares Bekenntnis zur Bilanzsanierung wider.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 26.09.2026 berichtete aktien.news, dass Moody's den Ausblick für BJ's Wholesale Club Holdings Inc. (NYSE:BJ) von "stabil" auf "positiv" angehoben hat. Damals bestätigte die Ratingagentur das Corporate Family Rating bei Ba1 und hob das Liquiditätsrating für spekulativ bewertete Schuldtitel auf SGL-1 an. Als Begründung nannte Moody's die konsequente operative Ausführung und das konservative Schuldenprofil des Unternehmens. Gestützt wurde dieser finanzielle Puffer durch eine asset-basierte revolvierende Kreditfazilität über mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar.
Der aktuelle Bericht vom 27. September 2026 vertieft diese Einschätzung und ergänzt sie um konkrete Kennzahlen zur Verschuldung und Zinsdeckung. Damit reiht sich die Maßnahme in eine Serie von Ratinganpassungen ein, die aktien.news in den vergangenen Monaten dokumentiert hat.
So berichtete aktien.news am 13.09.2026, dass die Ratingagentur Fitch Ratings zwei positive Krediturteile für bedeutende US-Unternehmen veröffentlichte. Sowohl die Citizens Financial Group (NYSE:CFG) als auch die Kite Realty Group Trust (NYSE:KRG) wurden heraufgestuft. Grundlage waren eine verbesserte Ertragskraft, diszipliniertes Kapitalmanagement und eine anhaltend starke operative Leistung in ihren jeweiligen Sektoren. Fitch stufte die Citizens Financial Group und ihre operative Tochtergesellschaft Citizens Bank von "BBB+" auf "A-" herauf.
Ein Gegenbeispiel liefert der Bericht vom 14.03.2026: Damals senkte Moody's das Kreditrating des britischen Werbe- und Kommunikationskonzerns WPP Plc von Baa2 auf Baa3. Als Begründung nannte die Agentur anhaltenden Druck auf die operative Performance sowie erhöhte Verschuldungskennzahlen. Die Herabstufung betraf mehrere Ratingkategorien gleichzeitig, darunter die garantierten vorrangigen unbesicherten Verbindlichkeiten und die kurzfristigen garantierten Commercial Papers, die von Prime-2 auf Prime-3 herabgestuft wurden.
Was das für Anleger bedeutet
Für Privatanleger sind Ratingurteile ein wichtiger Indikator für die Bonität eines Unternehmens und damit für das Risiko, das mit einer Anleihe oder Aktie verbunden ist. Ein positiver Ausblick wie bei BJ's signalisiert, dass die Agentur die Wahrscheinlichkeit einer Heraufstufung erhöht sieht. Eine tatsächliche Heraufstufung wie bei Cushman & Wakefield kann die Refinanzierungskosten senken und das Vertrauen institutioneller Investoren stärken.
Beide Unternehmen zeigen laut Moody's, dass sich Schuldenabbau und hohe Liquidität in der aktuellen Marktlage auszahlen. BJ's setzt dabei auf sein Einzelhandels-Wertversprechen, Cushman & Wakefield auf wiederkehrende Serviceverträge. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Unternehmen ihre Verschuldungs- und Deckungsquoten halten können, während sie mögliche Marktschwankungen bewältigen.
Bei Cushman & Wakefield hob Moody's hervor, dass ein erheblicher Teil der Erträge aus mehrjährigen Facility- und Projektmanagementverträgen stammt. Diese Verträge schaffen hohe Wechselkosten für Kunden, was wiederum hohe Kundenbindungsraten und eine dauerhafte Basis wiederkehrender Einnahmen begünstigt. Diese Stabilität ist wichtig, weil sie die zyklische Volatilität im transaktionsbasierten Leasing- und Kapitalmarktgeschäft abfedert.
Die Liquidität bleibt ein Eckpfeiler des Kreditprofils. Moody's hält das Liquiditätsrating SGL-1 auf Spitzenniveau aufrecht. Dem Unternehmen wird prognostiziert, einen Cash-Puffer von mindestens 500 Millionen US-Dollar zu halten und einen jährlichen freien Cashflow von mehr als 225 Millionen US-Dollar zu erwirtschaften. Darüber hinaus wird erwartet, dass die revolvierende Kreditfazilität über 1 Milliarde US-Dollar bis zu ihrem Auslaufen im Oktober 2030 vollständig ungezogen bleibt.
Ausblick
Der Ausblick für Cushman & Wakefield bleibt stabil. Moody's stellte in Aussicht, dass weitere Heraufstufungen möglich sind, wenn das Unternehmen eine Verschuldungsquote unter 3,5x und eine Zinsdeckung über 3,5x aufrechterhält. Umgekehrt warnte die Agentur, dass eine Hinwendung zu aggressiver Finanzpolitik oder eine Schwächung der operativen Leistung zu Abwärtsdruck auf die Ratings führen könnte.
Bei BJ's hängt eine formale Heraufstufung in das Investment-Grade-Segment davon ab, dass das Unternehmen seine fiskalische Disziplin beibehält und den Umbau der Kapitalstruktur erfolgreich abschließt. Beide Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, ihre erreichten Kennzahlen dauerhaft zu verteidigen.
Kurz erklärt
- Corporate Family Rating (CFR): Eine Einschätzung der Ratingagentur zur allgemeinen Kreditwürdigkeit eines Unternehmens über alle Verbindlichkeiten hinweg.
- Debt-to-EBITDA: Eine Kennzahl, die die Verschuldung eines Unternehmens ins Verhältnis zum operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen setzt.
- Zinsdeckung (EBIT-to-Interest): Eine Kennzahl, die zeigt, wie oft ein Unternehmen seine Zinsaufwendungen aus dem operativen Ergebnis bedienen kann.
- Investment-Grade: Der Bereich höherer Bonität, in dem Anleihen als vergleichsweise sicher gelten.
- SGL-1: Die höchste Stufe des Liquiditätsratings von Moody's für spekulativ bewertete Schuldtitel.
