B. Riley Securities kürt Abacus Global Management zur Top-Auswahl im Finanzsektor
Die Investmentbank sieht den Lebensversicherungs-Spezialisten dank wachsender verwalteter Vermögen und neuer Vertriebskanäle als beste Idee im Sektor.

Die US-Investmentbank B. Riley Securities hat Abacus Global Management Inc. zur besten Investitionsmöglichkeit im Finanzsektor erklärt. Das Unternehmen, das sich auf Lebensversicherungen als alternative Anlageklasse für institutionelle Kunden und Private-Wealth-Klienten konzentriert, erhält von den Analysten die Empfehlung „Kaufen" sowie ein Kursziel von 16 US-Dollar. Als Begründung nennt B. Riley die Expansion des alternativen Asset-Managers in neue Geschäftsfelder, das wachsende verwaltete Vermögen und das Potenzial für eine stärkere wiederkehrende Umsatzbasis.
Die Einstufung fällt in eine Phase, in der Abacus sein Geschäftsmodell nach Einschätzung von B. Riley deutlich ausgebaut hat. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen seine Abacus-Asset-Gruppe erweitert, übernommene Policen verbrieft und in Einkommensfonds konsolidiert sowie eine Plattform für Private Wealth Management entwickelt. Damit hat sich das Unternehmen aus Sicht der Investmentbank breiter aufgestellt als zuvor und mehrere Erlösquellen nebeneinander etabliert.
Besonders ins Gewicht fallen die jüngsten Kapitalzuflüsse. Im ersten Quartal 2026 sammelte Abacus über Longevity-Fonds und börsengehandelte Fonds (ETFs) 378 Millionen US-Dollar ein. Die gebührenpflichtigen verwalteten Vermögenswerte erreichten 3,28 Milliarden US-Dollar — ein Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Ende des Jahres 2024. Für deutsche Anleger ist dabei wichtig, dass es sich bei Abacus nicht um einen klassischen Versicherer handelt, sondern um einen Manager, der Policen auf dem Zweitmarkt aufkauft und Anlegern als alternative Anlageklasse zugänglich macht.
Die Details
B. Riley Securities begründet seine Einschätzung mit mehreren konkreten Entwicklungen. Der Ausbau der Abacus-Asset-Gruppe, die Verbriefung und Konsolidierung übernommener Policen in Einkommensfonds sowie die neu entwickelte Plattform für Private Wealth Management bilden demnach das Fundament für das weitere Wachstum. Diese drei Bausteine zusammen sollen die wiederkehrende Umsatzbasis des Unternehmens stärken.
Auf der Kapitalseite verzeichnete Abacus im ersten Quartal 2026 Zuflüsse von 378 Millionen US-Dollar über Longevity-Fonds und ETFs. Die gebührenpflichtigen verwalteten Vermögenswerte summierten sich auf 3,28 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 21 Prozent gegenüber dem Ende des Jahres 2024 entspricht. Das Unternehmen selbst strebt bis Ende 2026 ein verwaltetes Vermögen von mehr als 5 Milliarden US-Dollar an.
Auch die Nachfrage der Anleger bewertet B. Riley als robust. Der LMA Income Fund II habe 100 Prozent des Kapitals an die Anleger ausgeschüttet, und etwa zwei Drittel der Anleger hätten sich entschieden, ihr Kapital erneut zu investieren. Diese Reinvestitionsquote wertet die Investmentbank als Vertrauensbeweis in das Produkt und als Indikator für eine stabile Kundenbindung.
Für die kommenden Monate erwartet B. Riley eine zweite Verbriefung, die voraussichtlich gegen Ende des zweiten oder im dritten Quartal erfolgen wird. Zusätzlich ist die geplante Einführung eines Interval-Funds vorgesehen, mit dem Abacus seine Vertriebskanäle erweitern und weiteres Wachstum des Vermögens unterstützen will.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 07.07.2026 berichtete aktien.news, dass der wachsende finanzielle Druck auf private Haushalte laut Abacus Global Management das Wachstum im Markt für Lebensversicherungs-Abtretungen beschleunigt. Jay Jackson, Chairman und CEO des Unternehmens, erklärte in einem Gespräch mit Investing.com, dass immer mehr Verbraucher ihre Policen auf dem Zweitmarkt veräußern, anstatt sie einfach verfallen zu lassen. Dieser Trend spiegele sich bereits in den aktuellen Neugeschäftszahlen von Abacus wider. „Die Menschen stehen unter echtem Druck, und viele wissen nicht, dass eine Police, in die sie seit Jahrzehnten einzahlen, auf dem Zweitmarkt deutlich mehr wert sein kann, als wenn sie sie einfach verfallen lassen", sagte Jackson damals.
Auch der breitere Lebensversicherungssektor stand zuletzt im Fokus der Analysten. Am 10.03.2026 berichtete aktien.news, dass Analysten der britischen Großbank Barclays die Unum Group (NYSE: UNM) und Equitable Holdings (NYSE: EQH) als attraktive Kaufgelegenheiten im Lebensversicherungssektor identifiziert haben. Trotz allgemeiner Marktunsicherheiten sahen die Experten bei beiden Titeln ein überzeugendes Risiko-Rendite-Profil. Ein zentrales Argument der Barclays-Analysten war, dass viele Marktteilnehmer die Private-Debt-Bestände der Lebensversicherer zu undifferenziert bewerten und diese fälschlicherweise mit riskanteren Privatkrediten gleichsetzen.
Der Blick auf vergleichbare Geschäftsmodelle im Bereich alternativer Vermögensverwaltung lohnt ebenfalls. Am 05.02.2026 meldete aktien.news, dass der US-amerikanische Alternative-Investment-Manager Blue Owl im vierten Quartal die Gewinnerwartungen der Wall Street übertraf. Das verwaltete Vermögen kletterte um 22 Prozent und durchbrach erstmals die Marke von 300 Milliarden Dollar. Der bereinigte gebührenbezogene Gewinn pro Aktie stieg von 23 Cents im Vorjahr auf 27 Cents, der ausschüttbare Gewinn je Aktie von 21 auf 24 Cents. Diese Entwicklung zeigt, wie stark das Geschäft mit gebührenpflichtigen Vermögenswerten in der Branche derzeit wächst — ein Umfeld, in dem auch Abacus operiert.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Einstufung von B. Riley zunächst eine Analystenmeinung und keine Anlageempfehlung. Sie ordnet Abacus innerhalb des Finanzsektors als Favoriten ein und liefert damit einen Anhaltspunkt, wie die Investmentbank die Wachstumsperspektiven des Unternehmens bewertet. Das Kursziel von 16 US-Dollar ist dabei eine Prognose der Analysten, keine Zusage.
Interessant ist die Kombination aus mehreren Wachstumshebeln: steigende gebührenpflichtige Vermögenswerte, neue Produktstrukturen wie Verbriefungen und Interval-Funds sowie eine Plattform für Private Wealth Management. Anleger sollten jedoch beachten, dass das Geschäftsmodell von Abacus eng mit dem Markt für Lebensversicherungs-Abtretungen verbunden ist. Wie der Bericht vom 07.07.2026 zeigt, hängt das Wachstum dieses Marktes unter anderem vom finanziellen Druck privater Haushalte ab — ein Faktor, der sich mit der wirtschaftlichen Lage ändern kann.
Hinzu kommt die Bewertungsfrage. Die Barclays-Analyse vom 10.03.2026 verdeutlicht, dass der Markt Bilanzen von Lebensversicherern und angrenzenden Geschäftsmodellen nicht immer einheitlich beurteilt. Wer in Titel aus diesem Umfeld investiert, sollte die Struktur der verwalteten Vermögenswerte und die Qualität der Erträge genau prüfen.
Ausblick
B. Riley erwartet für die kommenden Monate mehrere konkrete Ereignisse. Dazu zählt die zweite Verbriefung von Abacus, die gegen Ende des zweiten oder im dritten Quartal erfolgen soll. Zudem plant das Unternehmen die Einführung eines Interval-Funds, um seine Vertriebskanäle zu erweitern. Beide Schritte sollen weiteres Wachstum des verwalteten Vermögens unterstützen.
Darüber hinaus beobachtet die Wertpapierfirma potenzielle M&A-Gelegenheiten sowie den Abschluss der zweiten Verbriefung, da diese zusätzliche Wachstumsimpulse für das Unternehmen liefern könnten. Abacus selbst hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2026 ein verwaltetes Vermögen von mehr als 5 Milliarden US-Dollar zu erreichen.
Kurz erklärt
- Verbriefung: Die Bündelung von Vermögenswerten wie Versicherungspolicen zu handelbaren Wertpapieren, die Anleger erwerben können.
- Interval-Fund: Ein Fonds, der Anteile nicht täglich, sondern nur in festgelegten Zeitabständen zurücknimmt.
- Verwaltetes Vermögen (AUM): Der Gesamtwert aller Gelder, die ein Vermögensverwalter für seine Kunden betreut.
- Longevity-Fonds: Ein Fonds, dessen Erträge an die Lebenserwartung der zugrunde liegenden versicherten Personen gekoppelt sind.
