Mintek belebt Savmin-Technologie für Wasseraufbereitung wieder
Mintek belebt Savmin-Technologie wieder: Mobile Pilotanlage wandelt Grubenwasser in Trinkwasser um.

Mintek belebt die Savmin-Technologie zur Wasseraufbereitung wieder. Die südafrikanische staatliche Forschungsorganisation für Mineralien und Metallurgie entwickelt ein Verfahren, das bergbaubedingt belastetes Wasser in Trinkwasser und Gips in Handelsqualität umwandeln soll. Im Kern steht die Ettringit-basierte Savmin-Technologie, die bereits 1998 zur Behandlung von saurem Grubenwasser (AMD) entwickelt wurde. Nun baut Mintek eine mobile Pilotanlage, die in einen sechs Meter langen Standardcontainer passt und täglich 5 000 l/d bergbaubedingt belastetes Wasser behandeln kann.
Das Forschungsprogramm trägt den Namen „Integrierte Lösungen für bergbaubedingt belastetes Wasser" und bündelt die Kompetenzen von Mintek in den Bereichen Mineralaufbereitung, Hydrometallurgie, Umwelttechnologien und Prozessoptimierung. Ziel ist es, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, die die Wassereffizienz verbessern, die Wiederverwendung erhöhen, Umweltrisiken verringern und die Widerstandsfähigkeit der Branche gegenüber Wasserknappheit stärken.
Die Details
Die Savmin-Technologie – der Name entstand aus einer Partnerschaft zwischen der Savannah Mine und Mintek – ist eine Ettringit-basierte chemische Behandlungstechnologie. Sie ist darauf ausgelegt, durch Fällung gelöster Sulfatverunreinigungen im bergbaubedingt belasteten Wasser, wie Calciumsulfat, in stabile feste Produkte umzuwandeln. Dazu gehören Gips in Handelsqualität und Trinkwasser.
Die Entwicklung der Technologie verlief über mehrere Stationen. Im Jahr 2008 nutzte die erste Pilotanlage von Mintek in Partnerschaft mit Atomaer kommerzielles Aluminiumoxid, um das Calciumsulfat in Ettringit auszufällen. Dies führte jedoch nicht zu den gewünschten Ergebnissen, da das Aluminiumoxid bei Kontakt mit Calciumsulfat unreaktiv war. Das Projekt wurde daraufhin eingestellt.
Bis 2010 wurden neue Schutzrechte entwickelt, um die Einschränkungen des Pilotanlagenbetriebs von 2008 zu adressieren. Eine Schlüsselentwicklung war die Verwendung von amorphem Aluminiumoxid zur Fällung von Calciumsulfat und die anschließende Rückgewinnung aus dem resultierenden Ettringit zur Wiederverwendung.
Im Jahr 2016 ging Mintek eine Partnerschaft mit Viola Water Technologies ein, um die Technologie weiter durch eine Pilotanlage zu testen. Dabei wurden wertvolle Erkenntnisse für nachfolgende Forschungen gewonnen. Mintek baute später eigene Reaktoren und führte weitere Versuche durch, die bestätigten, dass das Savmin-Verfahren mit weiteren Verfeinerungen funktionieren könnte.
Der aktuelle Schritt ist der innerbetriebliche Bau einer mobilen Pilotanlage, die in einen sechs Meter langen Standardcontainer passt und in der Lage ist, 5 000 l/d bergbaubedingt belastetes Wasser zu behandeln. Das neue Pilotprojekt zielt darauf ab, die Prozessverfeinerung zu validieren und die Anlage unter realen Bedingungen zu betreiben. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung sowohl der technischen Leistung als auch der Sichtbarkeit der Technologie.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 24.06.2026 berichtete aktien.news, dass Mintek gemeinsam mit der Steenkampskraal Monazite Mine (SMM) einen bedeutenden technologischen Meilenstein erreicht hatte: In den Laboreinrichtungen von Mintek gelang die erfolgreiche Produktion von hochreinen gemischten Seltenerdprodukten. Die Partnerschaft legte damit den Grundstein für den Beginn der kommerziellen Produktion von Seltenerdprodukten in Südafrika noch vor Ende des Jahres 2026.
Am 22.07.2026 stand Mintek erneut im Fokus, als aktien.news über die internationale Anerkennung der Organisation in der Flotationsforschung berichtete. Die Meldung war Teil des wöchentlichen Rohstoff-Monitors von Creamer Media, der regelmäßig die wichtigsten Ereignisse der globalen Bergbaubranche zusammenfasst.
Am 05.08.2026 meldete aktien.news die Ernennung des neuen Boards von Mintek durch das südafrikanische Kabinett. Das neu zusammengesetzte Gremium übernimmt die strategische Führung und Governance der Organisation. Als wiedernannter Vorsitzender führt Dr. Thibedi Ramontja das Gremium an. Ebenfalls wiederernannt wurden die Direktoren Azwindini Thomani und Dr. Takalani Madzivhandila.
Was das für Anleger bedeutet
Mintek ist eine staatliche Forschungs- und Entwicklungsorganisation und nicht börsennotiert. Dennoch hat die Arbeit der Organisation direkte Auswirkungen auf die südafrikanische Bergbauindustrie, in der zahlreiche international tätige Konzerne aktiv sind. Die Savmin-Technologie adressiert ein zentrales Problem des Bergbaus: den hohen Wasserverbrauch und die Belastung von Abwässern mit Sulfaten und Schwermetallen.
Für deutsche Privatanleger, die in Rohstoffwerte investiert sind, ist die Entwicklung relevant, da strengere Umweltauflagen weltweit den Druck auf Bergbauunternehmen erhöhen. Technologien wie Savmin könnten langfristig dazu beitragen, Betriebskosten zu senken und Genehmigungsverfahren zu erleichtern. Mintek selbst betont, dass die kontinuierliche Entwicklung von Technologien wie Savmin zeigt, warum nachhaltige Forschung wichtig ist. Das Unternehmen wendet nach eigenen Angaben angesammeltes Wissen an, um den Prozess zu verbessern und ihn näher an die Umweltverträglichkeit und kommerzielle Tragfähigkeit heranzubringen.
Ausblick
Das neue Pilotprojekt mit der mobilen Anlage soll die Prozessverfeinerung validieren und die Technologie unter realen Bedingungen testen. Mintek investiert nach eigenen Angaben Zeit und Ressourcen darin, die Savmin-Technologie in einen Null-Abfall-Prozess zu verfeinern. Dabei geht es um die Umwandlung von calciumsulfatbelastetem Abwasser wie AMD in Trinkwasser und Gips in Handelsqualität. Gleichzeitig soll die kommerzielle Tragfähigkeit verbessert werden, indem die Kosten gesenkt werden, die mit der Qualität des rückgewonnenen amorphen Aluminiumoxids verbunden sind.
Das Forschungsprogramm „Integrierte Lösungen für bergbaubedingt belastetes Wasser" von Mintek verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und behandelt Wasseraufbereitung, Wiederverwendung und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Mineralverarbeitung. Zu den wichtigsten Forschungsbereichen gehören Technologien zur Behandlung bergbaubedingt belasteten Wassers zur Wiederverwendung, wassereffiziente Fließschema-Konzepte für die Mineralaufbereitung, Prozessmodellierung und -simulation sowie Prävention von AMD und Umweltmonitoring.
Kurz erklärt
- Acid Mine Drainage (AMD): Saurer Grubenwasserabfluss, der entsteht, wenn sulfidische Mineralien im Bergbau mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt kommen und Schwefelsäure bilden.
- Ettringit: Ein Mineral, das bei der chemischen Fällung von Sulfaten entsteht und als stabiles Festprodukt aus der Wasserbehandlung zurückgewonnen werden kann.
- Hydrometallurgie: Ein Verfahrenszweig der Metallurgie, bei dem Metalle mit Hilfe wässriger Chemikalien aus Erzen oder Konzentraten gelöst und anschließend zurückgewonnen werden.
