ANZEIGE

Mexikos Notenbank: Inflationsziel erst 2027 erreichbar - Kritik an Prognosen

Zentralbank-Direktor Heath warnt vor zu optimistischen Erwartungen und verfrühten Zinssenkungen

•• 2 Min
Mexikos Notenbank: Inflationsziel erst 2027 erreichbar - Kritik an Prognosen

Die mexikanische Zentralbank Banxico hat ihre Inflationsprognose drastisch nach hinten verschoben. Das Inflationsziel von 3% soll nun erst im zweiten Quartal 2027 erreicht werden – ursprünglich war das dritte Quartal 2025 angepeilt worden. Gleichzeitig beließ die Notenbank vergangene Woche ihren Leitzins bei 7,0%, nachdem sie ihn zuvor zwölf Mal in Folge gesenkt hatte.

Zentralbank-Direktor Jonathan Heath äußert in einem Interview mit der Finanzgruppe Banorte scharfe Kritik an der Geldpolitik seiner eigenen Institution. Er warnt, dass die Bank sich auf zu optimistische Inflationsprojektionen verlasse und strukturellen Inflationsdruck unterschätze. "Ich habe seit Beginn dieses Zyklus konsequent dafür gestimmt, dass wir vorsichtiger agieren und die Zinsen langsamer senken sollten", betonte Heath.

Besonders brisant: Heath bezweifelt, dass das Inflationsziel selbst bis 2027 erreicht werden kann. "Im Grunde glaubt fast niemand, dass wir das Ziel nicht nur im zweiten Quartal 2027 verfehlen werden, sondern sogar in den nächsten vier, fünf oder zehn Jahren", sagte der Notenbanker. Bereits im November hatte er von einer "Glaubwürdigkeitskrise" der Bank gesprochen.

Inflation steigt weiter an

Die aktuellen Zahlen geben Heath recht: Im Januar kletterte die Kerninflation, die volatile Preise ausschließt, auf 4,52% – nach 4,33% im Dezember. Damit erreichte der wichtige Indikator den höchsten Stand seit März 2024. "Es war völlig naiv zu glauben, wir könnten die Inflation bis Mitte des Jahres auf 3% senken", kritisierte Heath.

Trotz der verschlechterten Inflationslage signalisiert die Banxico, dass weitere Zinssenkungen bereits im März möglich sein könnten. Heath sieht darin einen Widerspruch zu den aktualisierten makroökonomischen Prognosen. Er fordert, dass insbesondere die Kerninflation "einen deutlichen Abwärtstrend aufweisen muss, bevor wir mit weiteren Lockerungen beginnen".

Glaubwürdigkeit auf dem Spiel

Die Diskrepanz zwischen Prognosen und Realität gefährdet nach Heaths Einschätzung die Glaubwürdigkeit der Zentralbank. Verfrühte Zinssenkungen könnten die Inflationsbekämpfung zusätzlich erschweren und das Vertrauen der Märkte in die Geldpolitik untergraben. Für Anleger mit Mexiko-Exposure bedeutet dies anhaltende Unsicherheit über den künftigen Zinskurs.

Mexiko ZentralbankBanxicoInflation MexikoJonathan HeathLeitzins Mexiko

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer