ANZEIGE

Meta zu 375 Millionen Dollar Strafe wegen Kinderschutzmängeln verurteilt

Ein Geschworenengericht in New Mexico fällte das erste Jury-Urteil dieser Art gegen den Social-Media-Konzern.

2 Min
Meta zu 375 Millionen Dollar Strafe wegen Kinderschutzmängeln verurteilt

Der Social-Media-Riese Meta hat in den USA eine empfindliche Niederlage vor Gericht erlitten. Eine Jury im Bundesstaat New Mexico verurteilte den Facebook- und Instagram-Mutterkonzern zu einer Strafzahlung von 375 Millionen Dollar – umgerechnet rund 323 Millionen Euro. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Meta gegen das Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaates verstoßen hat.

Der Generalstaatsanwalt New Mexicos hatte dem Konzern vorgeworfen, Nutzer über die tatsächliche Sicherheit seiner Plattformen zu täuschen. Konkret lautete der Vorwurf, dass Sexualstraftätern ein ungehinderter Zugang zu minderjährigen Nutzern ermöglicht worden sei – mit teils gravierenden Folgen wie Missbrauch und Menschenhandel. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Strafe von zwei Milliarden Dollar gefordert.

Meta wies das Urteil zurück und kündigte Berufung an. Der Konzern betonte, intensiv an der Verbesserung der Sicherheitsstandards in seinen Netzwerken zu arbeiten. An der Börse zeigte sich die Anlegerschaft wenig beeindruckt: Die Meta-Aktie legte im nachbörslichen Handel zunächst sogar um 0,8 Prozent zu.

Historisches Urteil mit Signalwirkung

Das Urteil aus New Mexico ist das erste Geschworenenurteil dieser Art gegen einen großen Social-Media-Konzern und dürfte Signalwirkung für eine Vielzahl weiterer Verfahren haben. Meta sieht sich mit Tausenden von Klagen konfrontiert, in denen dem Unternehmen vorgeworfen wird, seine Dienste absichtlich suchtfördernd gestaltet zu haben – zum Schaden junger Nutzer und auf Kosten der psychischen Gesundheit einer ganzen Generation.

Die Klagewelle gegen Meta reißt nicht ab. In Los Angeles beraten Geschworene derzeit in einem weiteren Verfahren, in dem eine junge Frau sowohl Meta als auch der Google-Tochter YouTube vorwirft, ihre Plattformen bewusst auf Suchtmechanismen ausgerichtet zu haben. Laut internen Konzernunterlagen könnten in einigen dieser Fälle Schadensersatzforderungen in zweistelliger Milliardenhöhe auf Meta zukommen.

Der Ausgangspunkt für die anhaltende Kritik am Konzern liegt unter anderem in den Aussagen einer Whistleblowerin, die 2021 vor dem US-Kongress aussagte. Sie behauptete, Meta habe intern gewusst, dass seine Produkte jungen Menschen schaden könnten – und trotzdem keine ausreichenden Gegenmaßnahmen ergriffen. Das New-Mexico-Urteil markiert nun den Beginn einer juristischen Aufarbeitung, die den Konzern noch jahrelang beschäftigen dürfte.

Meta StrafeKinderschutz UsaMeta Urteil New MexicoFacebook Instagram KlageSocial Media Jugendschutz

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  5. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?

Disclaimer