Jury verurteilt Meta: 375 Millionen Dollar für Kindgefährdung
Ein wegweisendes Urteil macht Meta für die Gefährdung von Kindern auf seinen Plattformen haftbar.

Eine US-Jury hat Meta in einem historischen Urteil für schuldig befunden, Verbraucher über die Sicherheit seiner Plattformen getäuscht und Kinder gefährdet zu haben. Das Gericht stellte fest, dass der Facebook- und Instagram-Konzern damit gegen Verbraucherschutzgesetze des Bundesstaates verstoßen hat. Die verhängten Zivilstrafen belaufen sich auf 375 Millionen US-Dollar.
Der Fall zählt zu den ersten seiner Art, in denen geprüft wurde, ob Social-Media-Unternehmen für Inhalte auf ihren Plattformen rechtlich verantwortlich gemacht werden können. Diese Frage ist für die gesamte Branche von enormer Bedeutung, da ähnliche Klagen in mehreren US-Bundesstaaten anhängig sind. Für deutsche Nutzer und Anleger ist das Urteil ein Signal, dass der regulatorische Druck auf große Plattformbetreiber weltweit zunimmt.
Meta wies das Urteil zurück und kündigte Berufung an. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man widerspreche der Entscheidung grundlegend. Der Konzern steht damit vor einer langen juristischen Auseinandersetzung.
Weitreichende Folgen für die Tech-Branche
Das Urteil könnte als Präzedenzfall dienen und weitere Klagen gegen Social-Media-Unternehmen wie TikTok, Snapchat oder YouTube nach sich ziehen. Bislang schützten US-Gerichte Plattformen häufig durch den sogenannten Section 230 des Communications Decency Act vor Haftung für Nutzerinhalte. Dieses Urteil stellt nun die Frage, ob dieser Schutz bei aktiver Schädigung von Minderjährigen noch gilt.
Für Anleger bedeutet das Urteil erhöhte Rechtsunsicherheit für Meta und den gesamten Social-Media-Sektor. Die 375 Millionen Dollar Strafe sind für einen Konzern mit einem Jahresumsatz von über 130 Milliarden Dollar zwar verkraftbar, doch könnten weitere Urteile folgen. Analysten beobachten die Entwicklung genau, da ähnliche Verfahren in zahlreichen weiteren US-Bundesstaaten laufen.
