Costco vor Gericht: Klage fordert Zoll-Rückerstattungen für Kunden
Ein US-Kunde verklagt Costco Wholesale wegen nicht erstatteter Zollkosten nach einem wegweisenden Supreme-Court-Urteil.

Costco Wholesale steht vor einer Sammelklage, die Rückerstattungen von Zollkosten für Kunden in den gesamten USA fordert. Ein Kunde reichte die Klage am Mittwoch vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Illinois ein. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, der bestimmte Zölle im vergangenen Monat für rechtswidrig erklärt hatte.
Der Klage zufolge soll Costco seine Produktpreise angehoben haben, um gestiegene Zollkosten an die Verbraucher weiterzugeben. Nachdem der Supreme Court diese Zölle nun für unzulässig befunden hat, hätten die Kunden Anspruch auf eine Rückerstattung der entsprechenden Mehrkosten. Costco habe jedoch bislang keine solche Rückerstattung zugesagt, so der Vorwurf.
Sammelklage mit nationaler Reichweite
Die Klage strebt einen Sammelklagestatus an, der sämtliche Costco-Kunden landesweit einschließen soll. Damit könnte das Verfahren potenziell Millionen von Mitgliedern des Großhandelskonzerns betreffen. Costco betreibt in den USA Hunderte von Warenhäusern und zählt zu den umsatzstärksten Einzelhändlern des Landes.
Für deutsche Anleger ist der Fall relevant, da Costco-Aktien (Ticker: COST) auch hierzulande gehandelt werden. Das Papier notierte zuletzt mit einem leichten Plus von rund 0,5 Prozent. Ob die Klage nennenswerte finanzielle Auswirkungen auf den Konzern haben wird, hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.
Der Fall steht im Kontext der anhaltenden US-Handelspolitik und deren rechtlicher Überprüfung. Das Supreme-Court-Urteil zu den Zöllen könnte über Costco hinaus weitere Einzelhändler und Unternehmen betreffen, die Preiserhöhungen mit Zollbelastungen begründet hatten. Experten beobachten das Verfahren daher als möglichen Präzedenzfall für ähnliche Klagen gegen andere Handelsketten.
