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McDonald's Deutschland streicht McRib nach 35 Jahren vom Menü

Der Burger mit Barbecue-Soße verschwindet aus dem festen Sortiment. Letzte Bestellmöglichkeit ist der 27. Oktober.

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McDonald's Deutschland streicht McRib nach 35 Jahren vom Menü

McDonald's Deutschland nimmt den McRib aus dem festen Sortiment. Die Ankündigung erfolgte im Kunden-Newsletter des Unternehmens. Wer den Burger mit Barbecue-Soße und Schweinefleisch noch einmal bestellen möchte, hat dazu letztmals am Dienstag, 27. Oktober Gelegenheit.

Einen genauen Grund für die Streichung nannte das Unternehmen auf Nachfrage nicht. Der McRib stand seit 1989 durchgängig auf der deutschen Speisekarte – also mehr als 35 Jahre lang. Damit endet eine Ära, die hierzulande ihresgleichen sucht: Während der Burger in den USA längst zum Aktionsprodukt geworden ist, gehörte er in Deutschland zum festen Angebot.

Der McRib ist ein Burger mit Barbecue-Soße und Schweinefleisch, der nahezu ohne Salat auskommt. Deutschland und Luxemburg bildeten in dieser Hinsicht eine Ausnahme gegenüber den USA. Dort wurde der McRib 1981 eingeführt, später wieder gestrichen und kehrte anschließend nur noch zeitweise als Aktionsprodukt zurück.

Vom Hühnerfleisch-Mangel zum Kultobjekt

Als Erfinder des McRib gilt René Arend, ein luxemburgischer Koch und Produktentwickler. Arend zeichnet auch für die Chicken-McNuggets verantwortlich. In einem Zitat, das 2009 im Magazin Maxim erschien, beschrieb er die Entstehung des Burgers als Ergebnis einer Verlegenheitslösung.

"Die McNuggets kamen so gut an, dass sie jeder Franchisenehmer haben wollte", sagte Arend. "Wir mussten uns deshalb ein neues Produkt für die anderen Franchisenehmer einfallen lassen, also entstand der McRib wegen des Mangels an Hühnerfleisch."

Die Entstehungsgeschichte des McRib war laut ihrem Erfinder damit eher eine Improvisation als das Ergebnis einer durchdachten Produktstrategie. In Deutschland erreichte der Burger dennoch Kultstatus. Der McRib stand hier auf der Karte, als Helmut Kohl noch Bundeskanzler war.

Strategischer Wandel: Hähnchen und Getränke im Fokus

Hinter der Streichung steht ein umfassender Umbau bei McDonald's. Der Konzern modernisiert seine Restaurants, vereinfacht Abläufe und setzt stärker auf Technologie. Das Wachstum soll künftig vor allem in den Kategorien Hähnchen und Getränke entstehen.

Bis 2030 peilt McDonald's in diesen beiden Bereichen ein Marktanteilsziel von jeweils 1,5 Prozentpunkten an. Zusätzliche Chicken-Sandwiches und Wraps sind zunächst für den US-Markt vorgesehen. Der Konzern erwartet sich davon produktivere Restaurants und ein leichter steuerbares Geschäft.

Flankiert wird der Umbau durch finanzielle Unterstützung für die Franchisenehmer. Bis 2036 stellt McDonald's rund 8,5 Milliarden Dollar an Kapitalhilfen und Mietentlastungen bereit. Der Imagewandel läuft seit Jahren: Dazu gehören der Farbwechsel zu Dunkelgrün, der Ausbau von McCafé sowie das erweiterte Angebot an Salaten und Wraps.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Ganz verabschieden will sich McDonald's vom McRib offenbar nicht. "Ein Abschied aus dem Standardsortiment bedeutet nicht zwangsläufig einen Abschied für immer. Eine zeitweise Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Zugleich bewirbt McDonald's eine neue Variante namens McRib Sweet Heat – allerdings nur für kurze Zeit. Eine mögliche Aktionsstrategie nach US-Vorbild könnte dem Konzern zusätzliche Aufmerksamkeit und mehr Kundenfrequenz bringen.

Für Anleger ist die Entscheidung vor allem ein Signal für die strategische Ausrichtung. McDonald's versucht, sein Geschäft effizienter und planbarer zu machen und sich in wachsenden Kategorien zu positionieren. Ob der McRib dauerhaft verschwindet oder als Aktionsprodukt zurückkehrt, dürfte den Umsatz kaum bewegen – die Richtung des Konzerns aber zeigt die Streichung deutlich.

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