Los Angeles verklagt Private-Equity-Firma wegen Monopolbildung bei Feuerwehrfahrzeugen
Landkreis wirft American Industrial Partners Preisabsprachen und künstliche Verknappung vor

Der Landkreis Los Angeles hat eine Kartellklage gegen die Private-Equity-Gesellschaft American Industrial Partners (AIP) eingereicht. Der Vorwurf: Durch strategische Übernahmen und Absprachen habe die Firma versucht, eine Monopolstellung auf dem US-Markt für Feuerwehrfahrzeuge zu erlangen. Die Klage wurde am Donnerstag vor dem US-Bezirksgericht in Los Angeles eingereicht.
Laut Klageschrift führten die Geschäftspraktiken von AIP zu erheblichen Lieferengpässen und überhöhten Preisen für lebenswichtige Rettungsfahrzeuge. Dies habe die öffentliche Sicherheit gefährdet und Kommunen finanziell belastet. Der Landkreis sieht darin einen klaren Verstoß gegen US-Kartellrecht.
Neben AIP richtet sich die Klage auch gegen die Rev Group, einen bedeutenden Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, den American Industrial Partners vor etwa 20 Jahren gegründet hatte. Die Private-Equity-Gesellschaft hatte durch diese Gründung offenbar eine zentrale Position im Markt aufgebaut.
Weitere Unternehmen betroffen
Zu den Beklagten zählen außerdem Pierce Manufacturing und dessen Mutterkonzern Oshkosh Corp. Diese Unternehmen haben keine direkten Verbindungen zu Private-Equity-Firmen, sollen aber laut Klage an den wettbewerbswidrigen Praktiken beteiligt gewesen sein.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Marktkonzentration in spezialisierten Industriebereichen durch Private-Equity-Übernahmen. Kritiker bemängeln seit Jahren, dass solche Konsolidierungen zu Lasten von Wettbewerb und Verbrauchern gehen können.
Für deutsche Investoren ist der Fall relevant, da er zeigt, wie regulatorische Risiken Private-Equity-Investments belasten können. Kartellverfahren können zu erheblichen Strafen und Reputationsschäden führen. Der Ausgang des Verfahrens könnte zudem Signalwirkung für ähnliche Fälle in anderen Branchen haben.
Die beklagten Unternehmen haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Das Verfahren dürfte sich über Monate oder Jahre hinziehen und könnte weitreichende Folgen für die Konsolidierung in spezialisierten Industriemärkten haben.
