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Yale suspendiert Professor Gelernter wegen Epstein-Kontakten

Informatik-Professor wird vom Lehrbetrieb ausgeschlossen, während Universität E-Mail-Verkehr mit verurteiltem Sexualstraftäter untersucht.

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Yale suspendiert Professor Gelernter wegen Epstein-Kontakten

Die Yale University hat den renommierten Informatik-Professor David Gelernter vorerst vom Lehrbetrieb suspendiert. Grund ist eine laufende Untersuchung seiner Kontakte zum verstorbenen Sexualstraftäger Jeffrey Epstein, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Die Maßnahme erfolgt, nachdem umfangreicher E-Mail-Verkehr zwischen Gelernter und Epstein öffentlich wurde.

Die brisanten E-Mails kamen Ende Januar ans Licht, als das US-Justizministerium Akten im Zusammenhang mit Epstein veröffentlichte. Besonders problematisch: In einer E-Mail aus dem Oktober 2011 erwähnte Gelernter gegenüber Epstein ein geplantes Softwareprojekt und nannte dabei einen Yale-Studenten als möglichen Mitarbeiter. Diese Korrespondenz fand drei Jahre nach Epsteins Verurteilung wegen der Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution statt.

Epstein hatte 2008 vor einem Gericht in Florida seine Schuld eingestanden und eine 13-monatige Haftstrafe verbüßt. Der Multimillionär nahm sich im August 2019 in einem Bundesgefängnis in New York das Leben, wenige Wochen nach seiner erneuten Festnahme wegen Vorwürfen des Sexhandels mit Minderjährigen.

Universität betont Verpflichtung zu sicherem Umfeld

Eine Sprecherin der Yale University erklärte gegenüber CNBC: "Yale fühlt sich der Exzellenz in der Lehre und der Förderung eines Umfelds verpflichtet, in dem sich alle Mitglieder unserer Gemeinschaft respektiert und geschätzt fühlen." Die Suspendierung gilt bis zum Abschluss der internen Überprüfung, wie die Yale Daily News berichtete. Professor Gelernter reagierte bislang nicht auf Anfragen um eine Stellungnahme.

Gelernter, der durch einen Bombenanschlag des Unabombers Ted Kaczynski im Jahr 1993 schwer verletzt wurde und die Funktionsfähigkeit seiner rechten Hand verlor, ist eine bekannte Persönlichkeit in der Informatik. Die Veröffentlichung seiner Epstein-Kontakte wirft nun Fragen über die Beziehungen zwischen akademischen Eliten und dem verurteilten Sexualstraftäger auf.

Harvard-Präsident zog sich bereits zurück

Yale ist nicht die erste Elite-Universität, die Konsequenzen aus Epstein-Verbindungen zieht. Der ehemalige Harvard-Präsident Larry Summers, der auch als US-Finanzminister diente, zog sich bereits im Dezember von allen öffentlichen Verpflichtungen zurück. Grund waren ebenfalls veröffentlichte E-Mails mit Epstein, in denen Summers bei dem verurteilten Straftäter Rat zu einer romantischen Beziehung mit einer Mentee suchte.

Summers ließ sich von seiner Lehrtätigkeit in Harvard sowie von seinem Posten als Direktor des Mossavar-Rahmani Center for Business and Government beurlauben. Harvard kündigte im November an, Summers' Beziehung zu Epstein angesichts der vom Kongress offengelegten E-Mails zu untersuchen.

Die Fälle zeigen, wie die Aufarbeitung von Epsteins Netzwerk weiterhin Wellen in der akademischen Welt schlägt. Die Veröffentlichung der Justizministerium-Akten bringt immer mehr Details über die Verbindungen des Sexualstraftäters zu einflussreichen Persönlichkeiten ans Licht.

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