Starbucks gewinnt Klage gegen Missouri wegen Diversitäts-Programmen
Bundesrichter weist Vorwürfe systematischer Diskriminierung durch DEI-Richtlinien zurück

Ein US-Bundesgericht hat eine Klage des Bundesstaates Missouri gegen Starbucks abgewiesen. Der republikanisch geführte Staat hatte dem Kaffeekonzern vorgeworfen, seine Diversity-Programme als Vorwand für systematische Diskriminierung zu nutzen. Bundesrichter John Ross entschied am Donnerstag in St. Louis, dass Missouri nicht nachweisen konnte, dass auch nur ein einziger Einwohner des Bundesstaates bei Starbucks diskriminiert wurde.
Die Klage war von Missouris früherem Generalstaatsanwalt Andrew Bailey eingereicht worden, bevor dieser in die Trump-Administration wechselte. Bailey warf Starbucks vor, die Vergütung von Führungskräften unrechtmäßig an das Erreichen rassistischer und geschlechtsspezifischer Einstellungsquoten zu knüpfen. Zudem habe das Unternehmen bevorzugte Gruppen für zusätzliche Schulungen und Aufstiegsmöglichkeiten hervorgehoben.
Starbucks hatte seine DEI-Richtlinien (Diversity, Equity and Inclusion) nach 2020 verstärkt, nachdem die Ermordung von George Floyd landesweite Proteste ausgelöst hatte. Viele US-Konzerne überarbeiteten damals ihre Beschäftigungspraktiken und führten Programme zur Förderung von Vielfalt ein. Der Kaffeekonzern beschäftigt mehr als 200.000 Mitarbeiter in den USA und weltweit 360.000 Angestellte.
Politischer Gegenwind für Diversitäts-Programme
Die Entscheidung erfolgt inmitten einer breiten politischen Debatte über DEI-Programme in den USA. Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt versucht, solche Richtlinien in der Bundesregierung, Schulen und im privaten Sektor zu stoppen. Mehrere Großkonzerne wie Goldman Sachs, Google, Amazon und Target haben ihre Programme öffentlich eingestellt, wobei einige die Bemühungen intern fortführen.
Missouri hatte in seiner Klage auch kritisiert, dass Starbucks ein Quotensystem anwende, um die Vielfalt im eigenen Verwaltungsrat sicherzustellen. Der Bundesstaat forderte, dass Starbucks die angebliche Diskriminierung beende, diskriminierte Mitarbeiter wieder einstelle und Schadensersatz zahle. Richter Ross, der vom damaligen Präsidenten Barack Obama ernannt wurde, sah jedoch keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe.
Nicht die erste Niederlage für DEI-Kritiker
Bereits 2023 hatte ein Bundesrichter in Washington eine ähnliche Aktionärsklage gegen die Diversitätsrichtlinien von Starbucks abgewiesen. Die Begründung damals: Fragen der öffentlichen Ordnung sollten von Gesetzgebern und Unternehmen entschieden werden, nicht von Gerichten. Die aktuelle Entscheidung stärkt die Position von Starbucks und könnte anderen Unternehmen Rückendeckung geben, die ihre DEI-Programme fortführen möchten.
Weder Starbucks noch das Büro der aktuellen Generalstaatsanwältin Catherine Hanaway reagierten zunächst auf Anfragen zur Stellungnahme. Es bleibt abzuwarten, ob Missouri gegen die Entscheidung Berufung einlegen wird.
