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Lohnwachstum in UK kühlt auf 3,0 Prozent ab

Lohnabschlüsse in UK sinken auf 3,0 Prozent – Entlastung für die Geldpolitik?

2 Min
Lohnwachstum in UK kühlt auf 3,0 Prozent ab

Die Lohnabschlüsse britischer Arbeitgeber haben sich weiter abgekühlt und liegen nun bei 3,0 Prozent. Das zeigen aktuelle Daten des HR-Datenunternehmens Brightmine. Damit setzt sich der Trend eines nachlassenden Arbeitsmarktes fort, während Unternehmen mit höheren Personalkosten und knapperen Budgets kämpfen.

Der mediane Lohnzuwachs wurde für das Dreimonatszeitraum bis Juli von 3,2 auf 3,0 Prozent nach unten korrigiert. Im Zeitraum bis August blieb er auf diesem Niveau. Die Daten basieren auf 45 Lohnabschlüssen, die zwischen dem 1. Juni und dem 31. August umgesetzt wurden und mehr als 755.000 britische Mitarbeiter abdecken.

Signale für die Geldpolitik

Die Entwicklung dürfte den Währungshütern der Bank of England (BoE) eine gewisse Beruhigung verschaffen. Sie wägen derzeit eine mögliche Zinserhöhung im November ab und achten genau auf das Ausmaß des inländischen Inflationsdrucks. Ein nachlassendes Lohnwachstum gilt als Indikator für nachlassenden Preisdruck.

Sheila Attwood, Leiterin für HR-Einblicke und Daten bei Brightmine, kommentierte die Entwicklung: „Die Lohnzuwächse bleiben stagnierend, und das scheint die Geschichte des Jahres 2027 zu sein. Die Daten von Brightmine zeigen, dass das Lohnwachstum bei 3 Prozent einpendelt, und es gibt sehr wenig Grund anzunehmen, dass sich dies mittelfristig signifikant verändert.“

Enge Bündelung der Abschlüsse

Ein weiteres Detail der Erhebung: Die Lohnabschlüsse waren eng gebündelt. Insgesamt 71 Prozent der Zuwendungen lagen zwischen 3 und 4 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass sich die Unternehmen in ihrer Lohnpolitik weitgehend aneinander orientieren und kaum Ausreißer nach oben zulassen.

Für das kommende Jahr prognostizieren die Arbeitgeber mediane Lohnzuwächse von 3 Prozent. Zum Vergleich: Die realisierten Zuwendungen für das Jahr bis zum 31. August lagen bei 3,2 Prozent. Die Prognose liegt also leicht unter dem tatsächlich erreichten Wert der vergangenen zwölf Monate.

Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Die Abkühlung der Lohnabschlüsse reiht sich ein in eine Serie von Konjunkturdaten, die auf eine allmähliche Entspannung am britischen Arbeitsmarkt hindeuten. In den vergangenen Jahren hatten Fachkräftemangel und hohe Inflation zu deutlich höheren Lohnforderungen und -abschlüssen geführt. Die aktuellen Zahlen signalisieren nun eine Normalisierung.

Für die Bank of England sind die Brightmine-Daten ein wichtiger Baustein bei der Beurteilung der konjunkturellen Lage. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte dies den Spielraum für eine lockerere Geldpolitik erhöhen. Allerdings bleibt die BoE vorsichtig: Die Inflation im Dienstleistungssektor und die allgemeine Preisentwicklung werden weiterhin genau beobachtet.

Die Entwicklung in Großbritannien ist auch für den deutschen Markt von Interesse. Als wichtige Volkswirtschaften stehen beide Länder vor ähnlichen Herausforderungen: hohe Inflation, Fachkräftemangel und die Frage, wie sich die Lohnentwicklung auf die Gesamtwirtschaft auswirkt. Während in Deutschland die Tarifabschlüsse zuletzt ebenfalls moderater ausfielen, bleibt die Lage angespannt.

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