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Lagarde stoppte persönlich Binances EU-Lizenz über Griechenland

EZB-Chefin Lagarde stoppte persönlich Binances EU-Lizenz über Griechenland.

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Lagarde stoppte persönlich Binances EU-Lizenz über Griechenland

Die Pläne der weltweit größten Kryptobörse Binance, eine EU-weite Lizenz über die griechische Finanzaufsicht zu erhalten, sind gescheitert. Grund dafür war das persönliche Eingreifen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

Ende Mai stand Binance kurz vor einem großen Durchbruch in Europa. Der Antrag auf eine EU-weite Lizenz, der über die griechische Finanzaufsicht gestellt worden war, galt als abgeschlossen. Griechische Beamte hatten Binance dies mitgeteilt. Eine Pressemitteilung des Unternehmens mit dem Titel „wichtiger Meilenstein“ lag bereits bereit. Binance-CEO Richard Teng plante einen Flug nach Athen, um ein Foto-Shooting mit dem griechischen Premierminister durchzuführen. Der lokale Stellvertreter stand kurz davor, einen Büro-Leasingvertrag zu unterzeichnen.

Doch Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hatte andere Pläne. Tage vor der geplanten Ankündigung teilte ein hoher Beamter der griechischen Aufsichtsbehörde Binance mit, dass Lagarde persönlich eingegriffen habe, um die Lizenzanwendung zu vereiteln. Ihr Ziel: Die umstrittene Kryptobörse, die sich in den USA wegen Verstößen gegen finanzielle Strafvorschriften schuldig bekannt hat, von der Europäischen Union fernzuhalten.

Hintergrund des Konflikts

Der Vorstoß von Binance in Europa war Teil einer globalen Expansionsstrategie. Die Börse hatte sich in den USA mit den Behörden geeinigt und ein Schuldeingeständnis wegen Verstößen gegen finanzielle Strafvorschriften abgelegt. Dieses Kapitel belastete offenbar das Vertrauen europäischer Regulierer. Lagardes Intervention zeigt, wie hoch die Sensibilität gegenüber Kryptobörsen mit rechtlichen Altlasten in der EU inzwischen ist.

Nach Lagardes Eingreifen versuchte Binance in einer letzten Eile, europäische Behörden auf ihre Seite zu ziehen. Doch die Bemühungen zerschlugen sich. Die Börse konnte die begehrte Lizenz nicht vor der im Juli von den neuen EU-Kryptovorschriften gesetzten Frist erhalten. Dies zwang Binance dazu, die Bewerbung von Dienstleistungen an die rund 450 Millionen Bewohner des Blocks einzustellen.

Auswirkungen auf den europäischen Kryptomarkt

Die EU hatte mit der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptowährungen geschaffen. Ab Juli 2024 müssen alle Anbieter von Krypto-Dienstleistungen in der EU über eine entsprechende Lizenz verfügen. Für Binance bedeutet das Scheitern des Antrags einen erheblichen Rückschlag. Die Börse kann ihre Dienstleistungen in der EU nicht mehr aktiv bewerben und verliert damit Zugang zu einem der größten Finanzmärkte der Welt.

Der Fall zeigt, wie stark die europäischen Regulierungsbehörden unter der Führung der EZB die Kontrolle über den Kryptomarkt an sich ziehen. Persönliche Interventionen auf höchster Ebene sind ungewöhnlich, aber offenbar nicht ausgeschlossen, wenn es um systemrelevante oder rechtlich vorbelastete Akteure geht.

Für deutsche Anleger bedeutet dies: Der Zugang zu Binance-Dienstleistungen wird in der EU vorerst eingeschränkt bleiben. Wer in Kryptowährungen investieren möchte, muss auf lizenzierte Alternativen ausweichen. Die MiCA-Verordnung soll langfristig mehr Sicherheit für Anleger schaffen, führt aber auch zu einer Konsolidierung des Marktes, bei der nur regulierungskonforme Anbieter bestehen können.

Ob Binance einen erneuten Anlauf in der EU nehmen wird, ist unklar. Das Unternehmen müsste zunächst das Vertrauen der europäischen Aufsichtsbehörden zurückgewinnen – ein Prozess, der sich angesichts der Vorgeschichte als schwierig erweisen dürfte.

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