Kupferbestände erreichen Höchststand trotz steigender Preise am Weltmarkt
Metallbörsen verzeichnen erstmals seit 2003 über 1,1 Millionen Tonnen Kupfer in ihren Lagerhäusern.

Die weltweiten Kupferbestände an den drei größten Metallbörsen haben erstmals seit Anfang 2003 die Marke von 1,1 Millionen Tonnen überschritten. Dieser ungewöhnliche Anstieg der Lagerbestände steht im deutlichen Kontrast zur aktuellen Preisrallye bei dem wichtigen Industriemetall.
Seit Anfang Januar sind die globalen Börsenbestände um beeindruckende 300.000 Tonnen gestiegen. Die Zuflüsse beschleunigen sich dabei nicht nur in den USA, sondern zunehmend auch an der London Metal Exchange (LME) und der Shanghai Futures Exchange. Diese Entwicklung wirft Fragen über das tatsächliche Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf.
Zollpolitik treibt Lageraufbau in den USA
Im vergangenen Jahr verzeichneten vor allem die Lagerhäuser der CME in den Vereinigten Staaten einen massiven Bestandsaufbau. Verantwortlich dafür war hauptsächlich der auf Zöllen basierende Handel, der Marktteilnehmer dazu veranlasste, Kupfer strategisch in amerikanischen Lagerhäusern zu positionieren.
Die aktuelle Situation deutet darauf hin, dass die dynamische Preisentwicklung bei Kupfer möglicherweise nicht vollständig durch fundamentale Knappheit gerechtfertigt ist. Analysten beobachten die Diskrepanz zwischen steigenden Lagerbeständen und hohen Preisen mit wachsender Aufmerksamkeit.
Bedeutung für deutsche Industrie
Für die deutsche Industrie, insbesondere die Elektro- und Automobilbranche, sind die Entwicklungen am Kupfermarkt von erheblicher Bedeutung. Das Metall ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Energiewende und die Elektromobilität. Die steigenden Lagerbestände könnten mittelfristig zu einer Entspannung der Versorgungslage führen.
