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Kupfer überholt Eisenerz: BHP und Rio Tinto im Wandel

BHP erzielt erstmals mehr als die Hälfte seines operativen Ergebnisses mit Kupfer – ein historischer Wendepunkt für den Bergbausektor.

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Kupfer überholt Eisenerz: BHP und Rio Tinto im Wandel

BHP, der weltweit größte börsennotierte Bergbaukonzern, hat im ersten Halbjahr einen bereinigten Gewinn von 6,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Bemerkenswert ist dabei ein historischer Wendepunkt: Zum ersten Mal stammten mehr als die Hälfte der operativen Erträge – genau 51 Prozent – aus dem Kupfergeschäft, das damit das Eisenerz als wichtigste Ertragsquelle ablöste.

Auch beim britisch-australischen Konkurrenten Rio Tinto zeigt sich ein ähnlicher Strukturwandel. Der Anteil des Eisenerzgeschäfts am Gesamtergebnis sank von rund 70 auf etwa 60 Prozent, während Kupfer seinen Anteil auf rund 30 Prozent verdoppelte. Eisenerz kämpft mit schwächerer chinesischer Stahlproduktion und einem wachsenden globalen Angebot, was den Preis unter Druck setzt.

Kupferpreise auf Rekordkurs

Kupfer befindet sich seit April vergangenen Jahres in einem starken Aufwärtstrend. Von einem Tiefstand von 8.105 US-Dollar je Tonne am 25. April kletterte der Preis bis Ende Februar um beeindruckende 59 Prozent. Am 29. Januar wurde an der Londoner Metallbörse mit 14.527,50 US-Dollar je Tonne ein neues Allzeithoch markiert. Zuletzt notierte Kupfer bei 12.868,50 US-Dollar je Tonne – rund 11,4 Prozent unter diesem Rekordwert, aber weiterhin auf historisch hohem Niveau.

Mehrere Faktoren trieben die Rallye an: In den USA wurde angesichts der Unsicherheit über die Zollpolitik von Präsident Donald Trump verstärkt Kupfer auf Vorrat gekauft. Hinzu kamen Versorgungsunterbrechungen in wichtigen Minen weltweit, die das Angebot verknappten und den Preis zusätzlich stützten.

Energiewende als langfristiger Kurstreiber

Beyond kurzfristiger Spekulation gibt es einen starken strukturellen Rückenwind für Kupfer: die globale Energiewende. Als unverzichtbares Material für die Elektrifizierung von Energie- und Verkehrssystemen – von Windkraftanlagen über Elektrofahrzeuge bis hin zu Stromnetzen – gilt Kupfer als Schlüsselrohstoff der Dekarbonisierung. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass sich die globale Kupfernachfrage bis 2050 verdoppeln könnte.

Das Problem: Neue Kupfervorkommen zu erschließen ist sowohl schwierig als auch extrem kostspielig. Dies erklärt, warum sowohl BHP als auch Rio Tinto versucht haben, bestehende Kupferminen durch Übernahmen zu sichern. BHP unterbreitete Anglo American (AAL.L) sowohl 2024 als auch 2025 Übernahmeangebote – zog sich jedoch letztlich von dem geplanten 53-Milliarden-Dollar-Deal zurück, vor allem wegen unterschiedlicher Bewertungsvorstellungen.

Für deutsche Anleger verdeutlichen die Zahlen von BHP und Rio Tinto einen grundlegenden Wandel im Bergbausektor: Kupfer rückt ins Zentrum der Branchenstrategie – und die Fähigkeit, die Produktion tatsächlich zu steigern, wird zur entscheidenden Herausforderung für die kommenden Jahre.

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