ANZEIGE

Kupfer-Boom in Südamerika droht 170-Milliarden-Dollar-Realitätscheck

Anden-Projekte könnten ihre Produktionsziele verfehlen, warnt GEM Mining Consulting in einer neuen Analyse der Investitionspipelines.

•• 3 Min
Kupfer-Boom in Südamerika droht 170-Milliarden-Dollar-Realitätscheck

Die umfangreichen Kupfer-Investitionspläne in den Anden könnten das von den Regierungen erwartete Produktionswachstum verfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der GEM Mining Consulting, der Finanzierungsschwierigkeiten, Infrastrukturlücken und operative Engpässe als zentrale Hürden identifiziert. Das peruanische Bergbauportfolio für 2026 umfasst 66 Projekte mit einem geschätzten Wert von 64,1 Milliarden US-Dollar, während die chilenische Investitionspipeline für den Zeitraum 2025 bis 2034 ein Volumen von 104,5 Milliarden US-Dollar erreicht.

Auch Argentinien könnte von einem Finanzierungsrahmen der US Export-Import Bank profitieren, der bis 2027 Mobilisierungen von bis zu 7 Milliarden US-Dollar ermöglichen soll. Die Kernbotschaft des Berichts ist jedoch ernüchternd: „Kupfer, das angekündigt wird, ist nicht Kupfer, das geliefert wird“, heißt es darin. Investitionszusagen und Produktionsprognosen böten wenig Sicherheit darüber, wie viel Metall tatsächlich bei den Kunden ankommt.

Diese Warnung fällt in einen angespannten Marktkontext. Die Basisfall-Prognose der International Energy Agency (IEA) für die Mine-Pipeline im Jahr 2026 weist ein Defizit von etwa 25 Prozent gegenüber den projektierten Primärkupferbedarfen bis 2035 im Szenario der geltenden Politiken aus. Die Schätzung berücksichtigt sekundäre Lieferungen und Raffinerieverluste und unterstreicht damit die Bedeutung der Inbetriebnahme neuer Minen.

Produktionslücke statt Wachstum

GEM warnt davor, dass das Ausmaß der angekündigten Investitionen einen grundlegenden Unterschied verschleiern kann: den zwischen der Aufrechterhaltung bestehender Operationen und der Generierung zusätzlicher Outputmengen. Chile verdeutlicht diese Herausforderung, da ein Großteil des Investitionspotenzials Brownfield-Projekte betrifft, die darauf ausgelegt sind, die Produktion zu halten, sinkende Kapazitäten zu ersetzen oder bestehende Anlagen zu erweitern. Solche Investitionen können erhebliche Kupfermengen sichern, ohne zwangsläufig die nationale Gesamtproduktion zu steigern.

Ein hypothetisches Beispiel veranschaulicht das Problem: Eine Mine produziert zunächst 100.000 Tonnen jährlich. Ohne weitere Investitionen sinkt die Förderung bis 2030 auf 80.000 Tonnen. Routineaufwendungen halten die Produktion bei 96.000 Tonnen, während eine Erweiterung die Produktion auf 126.000 Tonnen steigert. Zwar erzeugt das Expansionsszenario 46.000 Tonnen mehr als der Fall ohne Investitionen – doch nur 30.000 Tonnen stellen tatsächlich zusätzlichen Output dar, der über das hinausgeht, was durch normale Erhaltungsinvestitionen erzielt worden wäre.

Peru steht vor einer ähnlichen Rechenherausforderung, da das Land plant, innerhalb von fünf oder sechs Jahren etwa eine Million Tonnen jährliche Kupferproduktion hinzuzufügen. Ausgehend von einem illustrativen Startwert von 2,6 Millionen Tonnen schätzt GEM, dass eine Bruttoerhöhung um eine Million Tonnen bis 2032 die nationale Produktion auf 3,6 Millionen Tonnen anheben würde, sofern die bestehenden Betriebe ihre Outputmenge beibehielten. Jährliche Rückgänge von 2 Prozent würden den Wert jedoch auf etwa 3,3 Millionen Tonnen senken – ein Nettowachstum von nur 700.000 Tonnen. Bei 3 Prozent jährlichem Rückgang schrumpft der Gewinn auf rund 570.000 Tonnen.

Reifegrad, Finanzierung und Arbeitskräfte

Eine weitere Hürde ist die Projektreife. GEM unterscheidet zwischen Nueva Centinela, einer im Bau befindlichen Erweiterung, Tía María, einer neuen Kathodenmine mit Baufortschritten, und Vicuña, einer Entwicklung im Distriktmaßstab, die sich noch in der vorläufigen Bewertung befindet. Würden ihre Produktionsmengen als gleichermaßen sicher behandelt, überbewerte dies die Zuverlässigkeit künftiger Versorgungsprognosen.

Regulatorische Änderungen könnten die Entwicklung beschleunigen, doch GEM argumentiert, dass die Beseitigung administrativer Hindernisse die Zeit bis zur kommerziellen Produktion nicht unbedingt verkürzt. Der geplante Wegfall von 27 Verfahren in Peru müsste Verzögerungen entlang des kritischen Entwicklungspfads adressieren, um messbare Vorteile zu erzielen. Auch die Volkswirtschaftlichkeit der Infrastruktur birgt Komplikationen: Ein gemeinsam genutztes System für drei Nutzer könnte jährlich 40,56 Millionen US-Dollar gegenüber separaten Einrichtungen sparen. Steigen jedoch nur zwei Nutzer ein, belaufen sich ihre kombinierten Kosten für eigenständige Infrastruktur auf 152,22 Millionen US-Dollar jährlich, verglichen mit 187,78 Millionen US-Dollar für das unveränderte gemeinsame System.

Der argentinische Finanzierungsrahmen könnte Investitionen freischalten, stellt aber laut GEM keinen genehmigten Minenkredit oder eine dedizierte Kupferzuweisung dar. Einzelne Projekte müssen weiterhin Finanzierung, förderfähige Beschaffungsvereinbarungen und Handelsverträge sichern. Hinzu kommt der Arbeitskräftebedarf: Die Projektion von CCM–Eleva für Chile identifiziert nahezu 37.000 neue Arbeitnehmeranforderungen bis 2034, einschließlich Ersatzbedarf und investitionsgetriebener Nachfrage.

Für Bergbauunternehmen und politische Entscheidungsträger lautet die zentrale Implikation des Berichts, dass Erfolg an glaubwürdigen Produktionsbaselines gemessen werden sollte, nicht am auffälligen Wert von Investitionsankündigungen. GEM empfiehlt, Projekte anhand dokumentierter Meilensteine, Finanzierungsverpflichtungen und Nachweise kommerziell akzeptierter Outputmengen zu bewerten. Solche Bewertungen würden helfen zu bestimmen, welche Entwicklungen weitere Kapitalmittel verdienen und welche noch Hindernissen gegenüberstehen, die die Produktion verzögern können.

KupferSüdamerikaChilePeruGem Mining ConsultingKupferproduktionBergbauinvestitionenAnden

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  4. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor
  5. Nvidia, Datadog und Goldminen glänzen auf IBD-Bestenlisten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.