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Krugman warnt: Frankreich könnte für EZB zu groß zum Retten sein

Nobelpreisträger Paul Krugman sieht Frankreich auf einem fiskalisch unhaltbaren Pfad – mit drohender Schuldenkrise und politischem Chaos.

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Krugman warnt: Frankreich könnte für EZB zu groß zum Retten sein

Nobelpreisträger und Ökonom Paul Krugman hat in einem Blogbeitrag auf Substack eindringlich vor einer drohenden Schuldenkrise in Frankreich gewarnt. Das Land befinde sich auf einem „fiskalisch unhaltbaren Pfad" und sei für die Europäische Zentralbank möglicherweise „zu groß für eine Rettung" geworden. Die Warnung kommt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt: Premierminister Sébastien Lecornu kämpft derzeit darum, einen umstrittenen Haushalt für 2027 durchzusetzen.

Frankreich sehe sich laut Krugman mit steigenden Zinsen auf seine Staatsschulden konfrontiert, während es seine ohnehin hohe Schuldenquote durch große Haushaltsdefizite weiter verschärfe. Als zentrales strukturelles Problem nennt der Ökonom das Versäumnis des Landes, das relativ niedrige Rentenalter angesichts der alternden Bevölkerung anzugehen. Dieser Reformstau belaste die öffentlichen Finanzen erheblich.

Parallelen zur Eurokrise 2009–2012

Krugman zieht in seinem Beitrag deutliche Parallelen zur europäischen Schuldenkrise der Jahre 2009 bis 2012. „Frankreichs Abhängigkeit vom Euro bedeutet, dass man nur zu leicht vorhersehen kann, wie dieser Vertrauensverlust in eine hässliche Krise umschlagen könnte", schrieb er. „Diesen Film haben wir 2009–2012 gesehen, zuerst in Griechenland, dann..." – eine Anspielung auf die damalige Dominoeffekt-Dynamik, die mehrere Euroländer erfasste.

Der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet äußerte sich ebenfalls besorgt. Gegenüber CNBC erklärte er, dass die französische Politik einen Kompromiss finden müsse, um die Glaubwürdigkeit des Landes an den Märkten wiederherzustellen. Dies sei ein notwendiger Schritt, sollte Frankreich künftig Unterstützung durch die Zentralbank benötigen. Trichet kennt die Mechanismen der EZB aus erster Hand – er leitete die Notenbank während der schwersten Phase der Eurokrise.

Politischer Druck durch Studentenproteste

Die innenpolitische Lage in Frankreich verschärft die Situation zusätzlich. Studentenproteste gegen die Unterfinanzierung des Bildungswesens erschüttern das Land, während Premierminister Lecornu versucht, seinen Sparhaushalt für 2027 durchzusetzen. Der Haushalt sieht Konsolidierungen im Wert von mehreren zehn Milliarden US-Dollar vor – ein ambitioniertes Vorhaben in einem politisch gespaltenen Land.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Lage Frankreichs von besonderer Bedeutung. Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und enger Partner Deutschlands hätte eine französische Schuldenkrise unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Währungsunion. Die Frage, ob die EZB im Ernstfall eingreifen könnte und wollte, ist dabei nicht nur technischer, sondern auch politischer Natur – denn Frankreich ist schlicht zu groß, um es mit den Instrumenten zu stützen, die bei kleineren Ländern wie Griechenland zum Einsatz kamen.

Krugmans Analyse unterstreicht, dass die strukturellen Probleme Frankreichs – Rentenalter, Defizite, Schuldenquote – keine kurzfristigen Phänomene sind, sondern tief verwurzelte Herausforderungen, die politischen Mut und gesellschaftlichen Konsens erfordern. Beides scheint in Paris derzeit in kurzer Reichweite zu sein.

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