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Judy Shelton wird Beraterin von US-Finanzminister Scott Bessent

Trumps einstige Fed-Kandidatin Judy Shelton erhält einen Beraterjob im US-Finanzministerium – ohne Senatsbestätigung.

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Judy Shelton wird Beraterin von US-Finanzminister Scott Bessent

Judy Shelton, deren Nominierung als Gouverneurin der US-Notenbank Federal Reserve im Jahr 2019 vom Senat blockiert wurde, kehrt in eine einflussreiche Rolle zurück. US-Finanzminister Scott Bessent hat sie zur Beraterin ernannt. Shelton soll Bessent in Fragen der Währungspolitik beraten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Analyse der finanziellen Bedingungen in China.

Das Finanzministerium bestätigte die Ernennung in einer offiziellen Erklärung. Shelton trägt den Titel „Counselor" – denselben Titel, den Bessent kürzlich auch David Zervos, dem ehemaligen Chef-Marktstrategen der Investmentbank Jefferies, verliehen hat. Beide Positionen erfordern keine Bestätigung durch den US-Senat.

Umstrittene Ökonomin mit ungewöhnlichen Ansichten

Shelton gilt nicht als ausgewiesene China-Expertin. Ihre akademische und publizistische Karriere konzentrierte sich bislang auf internationale Währungssysteme und Geldpolitik. 1989 veröffentlichte sie das Buch „The Coming Soviet Crash", gefolgt von „Money Meltdown" im Jahr 1994, in dem sie die Notwendigkeit eines einheitlichen internationalen Währungssystems thematisierte. Das Finanzministerium betonte, Shelton habe sich „im Laufe ihrer Karriere auf die Analyse der internen geld- und finanzpolitischen Bedingungen von Nationen und deren Auswirkungen auf die Wechselkurse spezialisiert".

Vor ihrer Ernennung war Shelton als Senior Fellow am Independent Institute tätig, einem marktwirtschaftlich orientierten Think Tank. Zuvor hatte sie eine Stelle an der renommierten Hoover Institution der Stanford University inne. Ihre akademische Ausbildung schloss sie mit einer Promotion in Betriebswirtschaftslehre an der University of Utah ab.

Senat scheiterte 2019 an ihrer Fed-Nominierung

Dass Shelton nun ohne Senatsbestätigung ins Finanzministerium einzieht, ist kein Zufall. Eine parteiübergreifende Gruppe von Senatoren – darunter alle Demokraten sowie eine Handvoll Republikaner – hatte ihre Nominierung als Fed-Gouverneurin durch Präsident Donald Trump im Jahr 2019 abgelehnt. Ausschlaggebend waren drei zentrale Kritikpunkte:

  • Ihre Ansichten zur Unabhängigkeit der Federal Reserve
  • Ihre Befürwortung des Goldstandards
  • Ihre grundsätzliche Infragestellung der Notwendigkeit einer US-Zentralbank

Diese Positionen gelten in der Mainstream-Ökonomie als hochgradig unorthodox. Die Unabhängigkeit der Notenbank von politischem Einfluss ist ein Grundpfeiler moderner Geldpolitik, den Shelton in der Vergangenheit wiederholt in Frage gestellt hatte.

Personelle Turbulenzen im Finanzministerium

Sheltons Ernennung fällt in eine Phase, die von personellen Unruhen im US-Finanzministerium geprägt ist. Ein aktueller Bericht des Wall Street Journal listete sieben vom Senat bestätigte Beamte auf, die das Ministerium bis Ende August verlassen haben. Bisher wurde lediglich eine dieser Positionen neu besetzt – ein Umstand, der auf erhebliche Lücken in der Führungsstruktur hindeutet.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da die US-Währungspolitik und die Haltung Washingtons gegenüber China direkte Auswirkungen auf globale Devisenmärkte, Handelsbeziehungen und damit auch auf europäische Exportwirtschaft und Kapitalmärkte haben. Sheltons unkonventionelle geldpolitische Überzeugungen könnten die Beratungsagenda des Finanzministeriums in eine ungewöhnliche Richtung lenken.

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