Marktguru Talkington: Mit ETFs clever durch Zwischenwahl-Turbulenzen
Vor US-Zwischenwahlen und bei steigenden Zinsen empfiehlt Expertin Bryn Talkington gezielte ETF-Strategien zur Einkommenssicherung.

Die Märkte zeigen sich zunehmend nervös – und das aus gutem Grund. Mit den bevorstehenden US-Zwischenwahlen und einem Umfeld steigender Zinsen warnen erfahrene Marktteilnehmer vor erhöhter Volatilität. Bryn Talkington, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin bei Requisite Capital Management, gehört zu jenen Stimmen, die Anleger klar zur Vorsicht mahnen.
„Wir erwarten im Zuge der Zwischenwahlen einen Drawdown", sagte Talkington. Historisch gesehen war dieser Zeitraum rund um Zwischenwahlen von Rücksetzern geprägt. Für Anleger, die ihr Portfolio schützen und gleichzeitig Erträge erzielen wollen, sieht die Expertin bestimmte ETFs als geeignetes Instrument.
Die Details
Talkington ist keine Unbekannte in der amerikanischen Finanzwelt. Als Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von Requisite Capital Management verfügt sie über langjährige Erfahrung in der Portfoliosteuerung. Ihr Fokus liegt auf der Frage, wie Anleger in einem schwierigen Marktumfeld nicht nur Verluste begrenzen, sondern aktiv Einkommensquellen erschließen können.
Im Mittelpunkt ihrer Strategie stehen Exchange-Traded Funds – also börsengehandelte Indexfonds –, die sich nach ihrer Einschätzung besonders gut eignen, um sich vor dem Hintergrund von Wahlvolatilität und Zinsanstieg mit Erträgen zu positionieren. Konkrete ETF-Namen oder Renditezahlen nennt der vorliegende Bericht nicht, doch der strategische Rahmen ist klar: Einkommen generieren, Risiko steuern.
Hintergrund: Was bisher geschah
Das Thema ist kein neues. Bereits am 18.09.2026 berichtete aktien.news ausführlich über die historische Volatilität rund um US-Zwischenwahlen. Cantor Fitzgerald hatte damals analysiert, dass sich der S&P 500 in 15 der vergangenen 24 Zwischenwahlzyklen in den Monaten September und Oktober um fünf Prozent oder mehr verschlechtert hat. Zusätzlich wurden zwei markante Bewertungsindikatoren hervorgehoben: Das Shiller-CAPE-Verhältnis des S&P 500 lag erstmals seit dem Platzen der Dotcom-Blase bei über 40, und der sogenannte Buffett-Indikator – der den Marktwert der US-Aktien ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt setzt – notierte bei über 230 Prozent, weit oberhalb des als kritisch geltenden Schwellenwerts von 120 Prozent.
Bereits am 06.08.2026 hatte aktien.news das Thema ETFs als Schutzinstrument beleuchtet. Damals stand im Fokus, wie spezielle börsengehandelte Fonds Dividendenrenditen von bis zu 9 Prozent ermöglichen und gleichzeitig das Aktienmarktrisiko reduzieren können – ein Ansatz, der dem von Talkington nun propagierten Konzept sehr ähnelt.
Am 01.10.2026 rückte aktien.news das Thema Anleihen in den Vordergrund: US-Staatsanleihen notierten nahe ihren Mehrjahreshöchstständen, kürzere Laufzeiten überschritten die Marke von 5 Prozent. Finanzberater berichteten von wachsendem Interesse an festverzinslichen Anlagen – ein Trend, der zeigt, dass Anleger aktiv nach Alternativen zum reinen Aktienmarkt suchen.
Und am 27.09.2026 ordnete aktien.news die politische Dimension ein: US-Zwischenwahlen sorgen regelmäßig für Verschiebungen in der Sektorenführung und kurzfristige Marktvolatilität. Gleichzeitig wurde betont, dass Wahlergebnisse allein selten die Richtung des breiteren Marktes bestimmen – letztlich reagieren Vermögenspreise auf Zinssätze, Energiekosten und Unternehmensgewinne.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Situation besonders relevant, da US-Marktbewegungen erfahrungsgemäß auf europäische Börsen ausstrahlen. Ein Drawdown am amerikanischen Aktienmarkt rund um die Zwischenwahlen würde auch DAX und Euro Stoxx nicht unberührt lassen. Wer sein Portfolio in dieser Phase absichern möchte, sollte die Einschätzungen erfahrener Marktbeobachter wie Talkington ernst nehmen.
ETFs bieten dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie sind liquide, kostengünstig und ermöglichen eine breite Streuung. Bestimmte Varianten – etwa solche mit Fokus auf Dividenden oder auf Anleihen – können in einem volatilen Umfeld sowohl Schutz als auch laufende Erträge bieten. Welche konkreten Produkte für das eigene Portfolio geeignet sind, hängt jedoch von der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab.
Wichtig ist auch der Blick auf das Zinsumfeld: Steigende Zinsen belasten in der Regel Wachstumsaktien stärker als substanzstarke Dividendentitel. Anleger, die auf einkommensorientierte ETFs setzen, könnten in einem solchen Umfeld strukturell besser aufgestellt sein – ohne dabei auf Marktpartizipation vollständig verzichten zu müssen.
Ausblick
Talkington erwartet im Zuge der bevorstehenden Zwischenwahlen einen Drawdown am Markt. Dieser Zeitraum – historisch betrachtet einer der volatilsten im Börsenjahr – steht unmittelbar bevor. Anleger, die sich auf dieses Szenario vorbereiten wollen, haben nach Einschätzung der Expertin mit gezielt ausgewählten ETFs ein geeignetes Instrument zur Hand. Weitere Details zu ihrer konkreten Strategie und den von ihr favorisierten Produkten wurden im Rahmen des vorliegenden Berichts nicht veröffentlicht.
Kurz erklärt
- Drawdown: Bezeichnet den prozentualen Rückgang eines Investments oder Portfolios vom letzten Höchststand bis zu einem tieferen Punkt.
- ETF (Exchange-Traded Fund): Ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Index oder eine Anlagestrategie abbildet und wie eine Aktie gehandelt werden kann.
- Shiller-CAPE-Verhältnis: Ein Bewertungsmaß für den Aktienmarkt, das den Kurs ins Verhältnis zu den inflationsbereinigten Gewinnen der vergangenen zehn Jahre setzt.
