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Kolumbiens Zentralbank vor Zinsentscheid: Erhöhung auf 12,5 Prozent erwartet

Mehrheit der Analysten rechnet mit 25 Basispunkten Anhebung, doch eine Zinspause bleibt im Gespräch.

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Kolumbiens Zentralbank vor Zinsentscheid: Erhöhung auf 12,5 Prozent erwartet

Der Zentralbankrat Kolumbiens wird an diesem Freitag voraussichtlich seinen Leitzins anheben, um den Inflationsdruck einzudämmen. Wie aus einer Reuters-Umfrage unter Marktteilnehmern hervorgeht, erwarten 17 von 31 befragten Analysten eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 12,5 Prozent. Ein einzelner Analyst prognostizierte sogar einen kräftigeren Schritt um 75 Basispunkte auf 13 Prozent.

Allerdings ist das Bild nicht eindeutig: Die übrigen 13 Analysten gehen davon aus, dass die Notenbank den Leitzins unverändert bei 12,25 Prozent belässt. Sie rechnen damit, dass die Währungshüter zunächst neue Konjunkturdaten abwarten wollen, bevor sie den nächsten Schritt machen. Die Zahlen zur wirtschaftlichen Leistung im dritten Quartal werden Mitte November erwartet und dürften Anzeichen einer Verlangsamung zeigen.

Sollte sich die Mehrheitsprognose bewahrheiten, wäre dies der zweite Monat in Folge mit einer Zinserhöhung. Die kumulierten Zinserhöhungen im Jahr 2026 würden damit bislang auf 325 Basispunkte steigen. Die Mehrheit des Marktes geht zudem davon aus, dass der Leitzins das Jahr bei 12,5 Prozent beenden wird – die Erhöhung am Freitag wäre dann die letzte für dieses Jahr.

Inflation deutlich über dem Zielwert

Der Handlungsdruck der Notenbank ist erheblich. Die jährliche Inflationsrate in Kolumbien lag bis September bei 6,29 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie das Ziel der Zentralbank von 3 Prozent. Damit steuert das Land auf das sechste Jahr in Folge zu, in dem es das Inflationsziel verfehlt.

Die Bancolombia begründete ihre Erwartung einer Zinserhöhung mit der hohen Teuerung und den bestehenden Aufwärtsrisiken. „Wir erwarten eine Zinserhöhung angesichts der hohen Inflation und der Aufwärtsrisiken sowie der derzeit schwierigen fiskalischen Lage“, schrieb das Institut in einem Bericht. Auch die Davibank verwies auf anhaltende Preistreiber: „Die Inflation hat noch keine jahreszeitbedingte Beschleunigung erfahren, die Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño besteht weiterhin, und die Verhandlungen über den Mindestlohn sind ungewiss, was den Druck auf die Inflationsaussichten aufrechterhält“, hieß es in einer Einschätzung der Bank.

Internationales Umfeld und geldpolitische Grenzen

Der mögliche Schritt in Bogotá fällt in ein internationales Umfeld, in dem andere Notenbanken zuletzt stillgehalten haben. So beließen sowohl die US-Notenbank Federal Reserve als auch die chilenische Zentralbank ihre Leitzinsen in dieser Woche unverändert. Kolumbien würde sich mit einer Anhebung damit gegen diesen Trend stellen.

Zugleich gibt es innerhalb des Zentralbankrats selbst Vorbehalte. Ratsmitglied Laura Moisa erklärte gegenüber Reuters in diesem Monat, eine Zinserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt könnte eine geringere Wirkung auf die Inflation entfalten als zu einem anderen Zeitpunkt. Gleichzeitig könne sie jedoch Investitionsentscheidungen beeinflussen. Diese Abwägung zwischen Inflationsbekämpfung und der Sorge um die Konjunktur dürfte die Debatte im Rat prägen.

Für Anleger und Marktbeobachter bleibt der Zeitplan der weiteren geldpolitischen Schritte relevant. Im November findet kein Treffen zur Geldpolitik statt, die nächste Abstimmung über den Leitzins steht erst im Dezember an. Bis dahin dürften die Konjunkturdaten für das dritte Quartal sowie die Entwicklung der Inflation und der Mindestlohnverhandlungen die Erwartungen an die Notenbank bestimmen.

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