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KI-Technologien machen Cyberangriffe auf Banken schneller und gefährlicher

Finanzdienstleister wie JPMorgan, Lloyds und Santander rüsten ihre Cyberabwehr auf – denn neue Technologien verschärfen die Bedrohungslage massiv.

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KI-Technologien machen Cyberangriffe auf Banken schneller und gefährlicher

Banken und Versicherungen stehen zunehmend im Visier von Cyberkriminellen. Laut dem X-Force 2025 Threat Intelligence Index von IBM entfielen im Jahr 2025 ganze 27 Prozent aller Cyberangriffe auf den Finanz- und Versicherungssektor – der zweithöchste Anteil unter allen Branchen weltweit. Finanzinstitute reagieren mit verstärkten Schutzmaßnahmen, um ihre Kunden und sich selbst vor kostspieligen Hackerangriffen und Reputationsschäden zu bewahren.

Der Grund für die hohe Attraktivität des Sektors liegt auf der Hand: Banken verfügen über große Finanzreserven und eine Fülle sensibler Kundendaten. „Es ist die Aussicht auf Lösegeldzahlungen in einem Ransomware-Szenario, die Hacker motiviert", erklärt Katherine Kearns, Leiterin der Abteilung für proaktive Cyber-Dienstleistungen bei der Cybersicherheitsberatung S-RM. Ihr Status als Rückgrat moderner Volkswirtschaften mache Finanzinstitute zu einem offensichtlichen Ziel für Angreifer.

Patrick Opet, Chief Information Security Officer bei JPMorgan Chase, beschreibt die aktuelle Lage als besonders dynamisch: „Derzeit verändert sich mehr und schneller, als wir es seit langem erlebt haben; die Zeit, um Schwachstellen zu finden und auszunutzen, nimmt drastisch ab." Diese Einschätzung verdeutlicht, unter welchem Druck die Sicherheitsverantwortlichen der größten Geldhäuser der Welt stehen.

KI als Werkzeug für Cyberkriminelle

Experten warnen, dass die rasante Einführung von Künstlicher Intelligenz Cyberkriminellen völlig neue Angriffswege eröffnet hat. Laut einer Studie im Auftrag des Finanz- und Risikoberatungsunternehmens Kroll waren 76 Prozent der Unternehmen in den letzten zwei Jahren von einem Sicherheitsvorfall betroffen, der KI-Anwendungen oder -Modelle betraf. KI erleichtert es Angreifern nicht nur, Attacken durchzuführen, sondern verbessert auch sogenannte Social-Engineering-Methoden erheblich.

Dazu zählen gefälschte Telefonanrufe und täuschend echte „Deepfake"-Videos. Nick Calver, Vice President für den Finanzdienstleistungssektor beim Cybersicherheitsunternehmen Palo Alto Networks und ehemaliger Cyber-Manager bei der Lloyds Bank und HSBC, schildert ein konkretes Beispiel: „Ich erhielt eine E-Mail, die vorgab, von einer großen US-Bank zu stammen, und sie sah absolut perfekt aus. Sie war gut geschrieben, enthielt ein LinkedIn-Profil, und das Einzige, was mich stutzig machte, war die E-Mail-Adresse." Calver warnt: „Das macht die Bedrohungen realer, und die Gefahr wird nur noch weiter zunehmen."

KI ermöglicht es Hackern zudem, ihre Einbruchspunkte gezielter auszuwählen. Cyberkriminelle nehmen dabei häufig Lieferketten als die „weiche Flanke" ihres eigentlichen Ziels ins Visier – also Zulieferer und Dienstleister, die weniger gut geschützt sind als die Banken selbst.

Banken rüsten ihre Abwehr auf

Dabei sind Banken historisch gesehen keine Neulinge in Sachen Cybersicherheit. Sie gehörten zu den ersten Anwendern von Technologien wie der Multi-Faktor-Authentifizierung und haben frühzeitig in den Schutz ihrer Lieferketten investiert. Die sich schnell verändernde Bedrohungslage zwingt sie jedoch, ihre Verteidigung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Thomas Harvey, Chief Information Security Officer bei Santander UK, erläuterte auf dem Cyber Resilience Summit der FT im Dezember, wie sein Unternehmen dem Lieferkettenrisiko begegnet: Das Unternehmen auditiere seine Partner regelmäßig und habe umfangreiche Cybersicherheitsklauseln in Verträgen verankert sowie verschiedene Cybersicherheitsbewertungen eingeführt. Dieser Ansatz zeigt, dass moderne Cyberabwehr weit über die eigenen Systemgrenzen hinausgehen muss.

Für deutsche Privatanleger und Bankkunden verdeutlicht die aktuelle Entwicklung: Die Cybersicherheit von Finanzinstituten ist kein rein technisches Thema, sondern berührt unmittelbar den Schutz persönlicher Daten und Ersparnisse. Die Branche steht vor der Herausforderung, mit der Innovationsgeschwindigkeit der Angreifer Schritt zu halten – ein Wettlauf, der nach Einschätzung der Experten noch lange nicht entschieden ist.

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