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KI-Sicherheitsdebatte belastet Halbleiteraktien und treibt Ölpreise

Anthropic-CEOs White Paper zu KI-Risiken drückt Tech-Aktien, während Öl über 100 Dollar steigt.

3 Min
KI-Sicherheitsdebatte belastet Halbleiteraktien und treibt Ölpreise

Die neue Börsenwoche beginnt an der Wall Street mit einer Mischung aus KI-Sicherheitsängsten und steigenden Ölpreisen. Während Halbleiteraktien unter Druck geraten, legen Software- und Cybersicherheitstitel zu. Gleichzeitig steigen die Ölpreise deutlich an, nachdem Saudi-Arabien eine strategische Pipeline stillgelegt hat.

Der Auslöser für die Bewegung bei den Technologiewerten ist ein White Paper von Anthropic-Mitbegründer und CEO Dario Amodei. Darin ruft er zu einer global koordinierten Verlangsamung der Entwicklung künstlicher Intelligenz-Modelle auf. Unterstützung erhielt Amodei von Sam Altman, CEO von OpenAI, und Elon Musk, die seine Warnungen in Beiträgen auf Social-Media-Plattformen bekräftigten.

KI-Sicherheit und Börsengang von OpenAI

Sam Altman stellte zudem klar, dass OpenAI in diesem Jahr nicht an die Börse gehen werde. Als Grund nannte er die wachsenden Risiken im Bereich der KI-Sicherheit. Jim Cramer, bekannt aus dem CNBC Investing Club, hat sich in mehreren Kommentaren zu der Situation geäußert und einen Aktionsplan für das Portfoliomanagement in diesen unsicheren Zeiten skizziert.

Während KI-Halbleiteraktien und Infrastrukturunternehmen unter Druck stehen, profitieren Software- und Cybersicherheitsaktien von der Entwicklung. Eine Verlangsamung der KI-Modellentwicklung könnte die Befürchtungen vor einer sogenannten „SaaSpocalypse“ – einer schweren Krise im SaaS-Sektor – abmildern. Gleichzeitig steigen die Investitionen in Cybersicherheitslösungen. CrowdStrike-CEO George Kurtz veröffentlichte auf X ein Sieben-Punkte-Rahmenwerk zur Absicherung von KI-Systemen.

Ölpreise über 100 Dollar

Die Ölpreise ziehen deutlich an. Sowohl WTI-Rohöl als auch Brent notieren rund drei Prozent im Plus und liegen jeweils über 100 Dollar pro Barrel. Hintergrund ist die Stilllegung einer saudischen Pipeline, die um die strategisch wichtige Straße von Hormus herumführt. Die gestiegenen Ölpreise haben auch die Renditen von Staatsanleihen nach oben getrieben. Für die anstehende Fed-Sitzung wird allgemein eine Zinserhöhung erwartet.

Johnson & Johnson erwägt milliardenschweren Verkauf

Johnson & Johnson verhandelt mit Apollo Global Management über den Verkauf seines Orthopädik-Geschäftsbereichs DePuy Synthes. Der Kaufpreis soll bei rund 20 Milliarden Dollar liegen. Ein solcher Verkauf wäre ein sauberer Ausstieg im Vergleich zu einer geplanten Abspaltung. Für J&J wäre dies ein strategisch sinnvoller Schritt, um sich stärker auf profitablere Medtech-Bereiche und das beeindruckende Arzneimittel-Portfolio zu konzentrieren.

Corning unter Druck

Die Aktien von Corning fallen vorbörslich um mehr als acht Prozent. Das Unternehmen hat ein Aktien-Distributionsabkommen über zwei Milliarden Dollar mit Goldman Sachs abgeschlossen. Im Rahmen eines At-the-Market-Equity-Angebots sollen Aktien verkauft werden. Zusätzlich wird die Aktie von Verkäufen im Zusammenhang mit dem Ausbau von Rechenzentren erfasst. Der CNBC Investing Club hatte Corning kürzlich verkauft, um die KI-Exposure zu reduzieren.

Analysten stimmen sich vorsichtiger

Melius Research hat die Einstufungen für Honeywell Aerospace und GE Aerospace auf „Hold“ gesenkt. Grund sind nachlassende Verkäufe im Aftermarket für die zivile Luftfahrt. Honeywell Aerospace wurde bereits im vergangenen Monat aus dem CNBC-Portfolio genommen.

Baird senkte die Bewertungen für Nike, Dick's Sporting Goods und VF Corp – das Unternehmen hinter The North Face, Vans und Timberland – ebenfalls auf „Hold“. Die Analysten nannten Under Armour und Canada Goose als pessimistische Picks. Angesichts erhöhter Konsumentenrisiken zum vierten Quartal hin bewertete Baird Bekleidungs- und Schuhmarken deutlich negativer.

TD Cowen senkte die Bewertung für McCormick von „Buy“ auf „Hold“ und reduzierte das Kursziel von 60 auf 55 Dollar. Die Analysten verwiesen auf einen unruhigen Hintergrund im US-amerikanischen Food-Service- und Geschmacksstoffgeschäft. Spezifisch glauben sie, dass McCormick Marktanteile in der Kategorie Gewürze verliert.

Positive Ausnahme: Affirm

Eine positive Analystenstimme gibt es für Affirm. Wolfe Research stufte die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 90 Dollar. Die Analysten sehen ein besseres Risiko-Ertrags-Verhältnis nach der jüngsten Unterperformance, trotz starker Quartalszahlen, die sie als robust einstufen.

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