ANZEIGE

KI-Schulden: Investoren werden vorsichtiger nach monatelangem Kreditrausch

Die weltweite Emission KI-bezogener Anleihen brach im September auf 23 Milliarden Dollar ein – weniger als die Hälfte des Vormonats.

•• 3 Min
KI-Schulden: Investoren werden vorsichtiger nach monatelangem Kreditrausch

Das Volumen neuer Schulden, die Technologieunternehmen zur Finanzierung ihrer KI-Ambitionen aufnehmen, ist im September drastisch gesunken. Laut Daten von Morgan Stanley fiel die weltweite Emission KI-bezogener Anleihen auf 23 Milliarden US-Dollar – weniger als die Hälfte des im August aufgenommenen Betrags. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit dem Rekordhoch im Juni anhält.

Im Juni 2026 erreichte der Markt seinen Höchststand mit einem Emissionsvolumen von 113 Milliarden US-Dollar. Unternehmen beschafften damals massiv Kapital für die Infrastruktur der KI-Technologie, insbesondere für Rechenzentren und Chips. Seitdem sind die Neufinanzierungen stetig zurückgegangen. Am US-Markt für Investment-Grade-Anleihen, an dem Blue-Chip-Technologiekonzerne zwischen Januar und August rund 306 Milliarden US-Dollar aufnahmen, kam die Emission KI-bezogener Anleihen im September nahezu vollständig zum Erliegen.

Insgesamt wurden im Jahr 2026 bisher schätzungsweise 466 Milliarden US-Dollar an KI-bezogenen Schulden von Unternehmen aufgenommen – verglichen mit lediglich 101 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Höhe der für die KI-Branche aufgenommenen Schulden ist in der modernen Wirtschaftsgeschichte damit fast beispiellos.

Investoren hinterfragen Risiken und Renditen

Morgan Stanley erklärt den Rückgang der Neuemissionen vor allem damit, dass bereits Anfang des Jahres enorme Schuldenmengen aufgenommen wurden. Hinzu kommen wachsende Bedenken der Investoren, ob sich derart hohe Investitionen langfristig auszahlen werden. Gleichzeitig stößt der Bau von Rechenzentren auf zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Widerstand.

„Die tatsächliche tägliche Finanzierung wird etwas schwieriger", sagte John Aylward, Gründer des Londoner Kreditspezialisten Sona Asset Management, auf dem Private Capital Summit der FT und Latham & Watkins. „Jeder wird angezapft, und bei jedem wird es etwas knapper."

Das hohe Angebot an neuen Schuldtiteln hat es Kreditinvestoren ermöglicht, höhere Renditen für die Finanzierung bestimmter Projekte zu fordern – was die Kreditkosten der großen Technologiekonzerne, sogenannter Hyperscaler, in die Höhe getrieben hat. Jordan Rieger, Managing Principal und Leiter des Bereichs European Credit bei Monarch Alternative Capital, sieht in der Verlangsamung dennoch eine Chance: „Es ist eine gesunde Atempause, um zu fragen: Haben wir diese Fazilitäten richtig strukturiert?"

Milliardenschwere Deals stehen noch bevor

Trotz der Abkühlung stehen mehrere Großfinanzierungen unmittelbar bevor. Wall-Street-Banken stellen derzeit ein Finanzierungspaket in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar für Broadcom und Anthropic zusammen. Parallel dazu befindet sich SpaceX in Gesprächen über die Aufnahme von 40 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Nvidia-Chips. Beide Deals sollen in den kommenden Monaten bei einer breiten Investorenbasis syndiziert werden – ein Test für die veränderte Marktstimmung.

Ein konkretes Warnsignal sendet derweil Oracles Rechenzentrumsprojekt „Project Jupiter" in New Mexico. Kredite in Höhe von rund 18 Milliarden US-Dollar, die mit dem Projekt verbunden sind, gerieten unter Druck, nachdem Oracle eine Anzeige wegen höherer Gewalt (Force Majeure) herausgab, da der Standort Schwierigkeiten beim Zugang zur Stromversorgung hatte. Die Kredite wurden zuletzt privat mit etwa 85 Cent pro Dollar bewertet.

Kritische Stimmen aus der Distressed-Debt-Szene

Rob Dafforn, Chief Investment Officer des Spezialisten für notleidende Kredite Polus Capital, warnt vor grassierender „Spekulation" und „sehr hoch verschuldeten" Deals im Sektor. „Die Kosten für die Finanzierung einiger dieser Transaktionen sind hoch, und ich bin mir angesichts der Ungewissheit über den Zeitplan und die Auszahlungsprofile nicht sicher, wo im System der Wert tatsächlich generiert wird", so Dafforn. Sein Unternehmen hat bislang noch keine Investitionen im KI-Bereich getätigt, analysiert aber bereits bestehende Finanzierungstransaktionen.

Anwohner in den USA leisten zunehmend Widerstand gegen neue Rechenzentren, die als energieintensiv gelten und Bedenken hinsichtlich lokaler Wasserversorgung und Luftqualität wecken. Rieger fasst die grundlegende Herausforderung treffend zusammen: „Oft befinden wir uns in neuen Sektoren oder Branchen in der Situation, dass wir die Gleise verlegen, während wir den Zug fahren. Hoffentlich entgleist er nicht, bevor es zu spät ist."

Ki-AnleihenKünstliche Intelligenz SchuldenTechnologieunternehmen KrediteRechenzentren FinanzierungMorgan Stanley KiHyperscaler AnleihenKi-Investitionen Risiken

Meistgelesene News

  1. Ukraine-Roboterangriff im Donbas deckt Schwachstelle in Putins Kriegsmaschinerie auf
  2. XRP-Preisprognose: Was Anleger in den nächsten drei Jahren erwarten
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Galeria Karstadt Kaufhof: Beetz stellt Rettungsplan für Warenhauskette vor
  5. Heizölpreise steigen stark: Staatlicher Rabatt bleibt umstritten

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.