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KI-Pessimismus und Zoll-Chaos belasten Wall Street zum Wochenstart

Doppelter Gegenwind trifft US-Aktienmärkte: Neue KI-Sorgen und Verwirrung um US-Zölle drücken alle wichtigen Indizes ins Minus.

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KI-Pessimismus und Zoll-Chaos belasten Wall Street zum Wochenstart

Die Wall Street startete mit deutlichen Verlusten in die neue Handelswoche. Alle wichtigen US-Aktienindizes gaben am Montag um mehr als 1% nach, belastet von einer erneuten Welle an KI-Skepsis sowie anhaltender Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik. Besonders hart traf es die Sektoren Software und Zahlungsverkehr, die als besonders anfällig für disruptive KI-Entwicklungen gelten.

Auslöser der neuen KI-Nervosität war eine viral gegangene Analyse des wenig bekannten Analysehauses Citrini. Das Papier skizziert Worst-Case-Szenarien für den Arbeitsmarkt und die Gesamtwirtschaft bei schneller KI-Einführung und kursierte das gesamte Wochenende in Finanzkreisen. Einen konkreten Marktauslöser gab es nicht – die Reaktion zeigt vielmehr, wie angespannt die Stimmung gegenüber KI-Themen derzeit ist.

Vor dem Handelsstart am Dienstag beruhigten sich die Futures etwas. Der Markt richtet nun seinen Blick auf die Quartalsergebnisse von Chip-Riese Nvidia, die am Mittwoch erwartet werden und als wichtiger Stimmungstest für den gesamten KI-Sektor gelten.

Zoll-Verwirrung hält Märkte in Atem

Gleichzeitig sorgte die US-Handelspolitik für neue Unsicherheit. Neue Zölle in Höhe von 10% traten in Kraft – statt der von Präsident Trump am Samstag angekündigten 15%. Die Diskrepanz verstärkt die weltweiten Forderungen nach mehr Klarheit in der amerikanischen Handelspolitik erheblich.

Mehrere Handelspartner stellen nun bestehende bilaterale Abkommen infrage. Die EU verschob erneut die Ratifizierung eines im vergangenen Jahr mit Washington vereinbarten Pakts. Das Vereinigte Königreich stellte Vergeltungsmaßnahmen in den Raum, sollte sein eigenes Abkommen nicht eingehalten werden.

Diese Gemengelage bildet den Hintergrund für Trumps Rede zur Lage der Nation am Dienstagabend (Ortszeit Washington). Beobachter erwarten, dass der Präsident angesichts der handelspolitischen Turbulenzen möglicherweise stärker auf geopolitische Themen – etwa die laufenden Atomgespräche mit dem Iran – eingehen könnte.

Novo Nordisk bricht um 16% ein

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte der dänische Pharmariese Novo Nordisk. Das neue Adipositas-Medikament CagriSema schnitt in einer direkten Vergleichsstudie schlechter ab als Zepbound des US-Konkurrenten Eli Lilly. Die Aktie brach daraufhin um 16% auf den tiefsten Stand seit 2021 ein und fiel sogar unter das Niveau zum Zeitpunkt der Wegovy-Markteinführung.

Die Marktkapitalisierung von Novo Nordisk beträgt nun rund 183 Milliarden US-Dollar – weniger als ein Drittel des Höchststands vom Anfang des vergangenen Jahres. Der Rückschlag verdeutlicht den zunehmend harten Wettbewerb auf dem boomenden Markt für Abnehmpräparate.

Auf den Rohstoffmärkten zogen die Ölpreise an. Der Brent-Rohölpreis drehte am Dienstag erstmals seit mehr als einem Jahr im Jahresvergleich wieder ins Plus – ein Signal, das Inflationsbesorgte aufhorchen lassen dürfte. Aus China kamen dagegen positive Impulse: Die Festlandmärkte kehrten nach den Neujahrsferien mit einem Plus von rund 1% zurück, der Yuan erreichte gegenüber dem Dollar den höchsten Stand seit fast drei Jahren.

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