KI-Infrastruktur: Milliardenschwere Deals zwischen Tech-Giganten im Überblick
Von AMD bis Nvidia – die größten Technologiekonzerne der Welt investieren Hunderte Milliarden Dollar in künstliche Intelligenz.

Der Boom rund um künstliche Intelligenz treibt eine beispiellose Investitionswelle an. Innerhalb weniger Monate haben Tech-Giganten wie OpenAI, Meta, Nvidia und AMD milliardenschwere Vereinbarungen unterzeichnet, die die globale KI-Infrastruktur grundlegend umgestalten. Ein Überblick über die bedeutendsten Deals.
AMD und Meta haben eine der größten Chip-Vereinbarungen der Branchengeschichte geschlossen. Der Chiphersteller Advanced Micro Devices liefert dem Facebook-Konzern KI-Chips im Wert von bis zu 60 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre. Im Gegenzug erhält Meta die Option, bis zu 10 Prozent der AMD-Anteile zu erwerben. Die Lieferungen starten mit einem Gigawatt der neuen MI450-Flaggschiff-Hardware in der zweiten Jahreshälfte und sollen insgesamt sechs Gigawatt umfassen.
Auch OpenAI steht im Zentrum zahlreicher Großinvestitionen. Nvidia will bis zu 100 Milliarden Dollar in das ChatGPT-Unternehmen investieren und es mit Rechenzentrumschips versorgen. Der Deal sichert dem Chiphersteller zugleich eine finanzielle Beteiligung an einem seiner wichtigsten Kunden. AMD hat ebenfalls einen mehrjährigen Liefervertrag mit OpenAI geschlossen, der dem Startup die Option einräumt, rund 10 Prozent des Chipherstellers zu übernehmen.
Stargate, Oracle und die Cloud-Milliarden
Oracle soll einen der größten Cloud-Verträge aller Zeiten mit OpenAI abgeschlossen haben. Über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren soll OpenAI Rechenleistung im Wert von 300 Milliarden Dollar beziehen. Zusätzlich hat das von Nvidia unterstützte Cloud-Startup CoreWeave bereits im März einen Fünfjahresvertrag im Wert von 11,9 Milliarden Dollar mit OpenAI unterzeichnet – noch vor dem eigenen Börsengang des Unternehmens.
Das ambitionierteste Projekt ist das Joint Venture Stargate. SoftBank, OpenAI und Oracle bündeln dort ihre Kräfte zum Bau von Rechenzentren. US-Präsident Donald Trump kündigte das Vorhaben im Januar an und sprach von Investitionen in Höhe von bis zu 500 Milliarden Dollar zur Finanzierung der KI-Infrastruktur in den USA.
Unterhaltung trifft KI: Disney und OpenAI
Auch die Unterhaltungsbranche steigt ein. Walt Disney investiert eine Milliarde Dollar in OpenAI und gewährt dem Unternehmen im Rahmen einer dreijährigen Lizenzvereinbarung Zugang zu Charakteren aus den Star-Wars-, Pixar- und Marvel-Franchises. Der KI-Videogenerator Sora sowie ChatGPT Images sollen ab Anfang nächsten Jahres Videos mit lizenzierten Figuren wie Mickey Mouse, Cinderella und Mufasa generieren. Die Nutzung von Stimmen oder dem Abbild realer Schauspieler ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Amazon prüft unterdessen eine Investition von rund 10 Milliarden Dollar in OpenAI. Die Gespräche befinden sich laut einer mit den Verhandlungen vertrauten Person noch in einem frühen Stadium. Parallel dazu hat OpenAI eine Partnerschaft mit dem Halbleiterunternehmen Broadcom geschlossen, um eigene KI-Prozessoren zu entwickeln – ein strategischer Schritt zur Reduzierung der Abhängigkeit von externen Chip-Lieferanten.
