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KI-Chatbots bei medizinischer Beratung nicht besser als Google

Eine neue Oxford-Studie zeigt: Künstliche Intelligenz wie ChatGPT erkennt zwar Krankheiten präzise, doch in der Praxis sind KI-Chatbots bei medizinischer Beratung nicht besser als herkömmliche Internetsuchen. Die Ergebnisse werfen Fragen über den wachsend

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KI-Chatbots bei medizinischer Beratung nicht besser als Google

Künstliche Intelligenz gilt als Hoffnungsträger im Gesundheitswesen, doch eine aktuelle Studie der University of Oxford dämpft die Euphorie: KI-Chatbots wie ChatGPT sind bei der medizinischen Beratung nicht besser als traditionelle Methoden wie Google-Suchen oder NHS-Webseiten. Die im renommierten Internet Institute durchgeführte Untersuchung offenbart eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem theoretischen Potenzial und der praktischen Anwendung von Gesundheits-KI.

Die Forscher testeten zunächst drei führende Sprachmodelle – ChatGPT-4o von OpenAI, Llama 3 von Meta und Command R+ von Cohere – anhand von zehn medizinischen Szenarien, die von einer gewöhnlichen Erkältung bis zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung reichten. Im Labor erzielten die KI-Systeme beeindruckende Resultate: Sie identifizierten Erkrankungen in 94,9 Prozent der Fälle korrekt und empfahlen in durchschnittlich 56,3 Prozent der Fälle die richtige Vorgehensweise.

Ernüchternde Ergebnisse im Praxistest

Doch die Realität sieht anders aus: Als 1.298 Teilnehmer in Großbritannien dieselben Szenarien mit KI-Unterstützung oder herkömmlichen Methoden bewerteten, brach die Leistung drastisch ein. Relevante Erkrankungen wurden in weniger als 34,5 Prozent der Fälle identifiziert, die richtige Handlungsempfehlung erfolgte nur in unter 44,2 Prozent der Fälle. Damit war die KI-gestützte Beratung nicht besser als die Kontrollgruppe, die auf Internetsuchen oder eigene Erfahrungen zurückgriff.

"Das Wissen mag in diesen Bots vorhanden sein; dieses Wissen überträgt sich jedoch nicht immer bei der Interaktion mit Menschen", erklärte Mitautor Adam Mahdi, außerordentlicher Professor in Oxford. Die Studie zeige eine "riesige Lücke" zwischen dem Potenzial der KI und den Fallstricken bei der praktischen Nutzung durch Menschen.

Gefährliche Fehlinterpretationen

Die detaillierte Analyse von rund 30 Interaktionen offenbarte die Schwachstellen: Menschen lieferten oft unvollständige oder falsche Informationen, doch auch die KI-Systeme generierten teilweise irreführende oder fehlerhafte Antworten. Ein dramatisches Beispiel verdeutlicht die Problematik: Ein Patient mit Symptomen einer Subarachnoidalblutung – einer lebensbedrohlichen Hirnblutung – erhielt nach der Beschreibung von steifem Nacken, Lichtempfindlichkeit und "schlimmsten Kopfschmerzen aller Zeiten" korrekterweise den Rat, ins Krankenhaus zu gehen.

Ein anderer Patient schilderte identische Symptome, verwendete jedoch das Wort "schreckliche" statt "schlimmste" Kopfschmerzen – und erhielt die gefährliche Empfehlung, sich in einem abgedunkelten Raum hinzulegen. Solche Nuancen in der Wortwahl können bei KI-Systemen zu völlig unterschiedlichen, potenziell lebensbedrohlichen Fehleinschätzungen führen.

Wachsende Bedeutung trotz Schwächen

Die Studie ist von erheblicher Bedeutung, da sich Menschen zunehmend an KI und Chatbots für medizinischen Rat wenden – ohne dass ausreichende Belege dafür vorliegen, dass dies der sicherste Ansatz ist. Die Forscher planen nun weitere Untersuchungen in verschiedenen Ländern und Sprachen sowie über längere Zeiträume, um zu prüfen, ob dies die Leistung der KI beeinflusst.

Die Studie wurde von dem Datenunternehmen Prolific, der deutschen Dieter Schwarz Stiftung sowie der britischen und US-amerikanischen Regierung unterstützt. Die beteiligten KI-Unternehmen OpenAI, Meta und Cohere reagierten nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme. Für deutsche Patienten gilt weiterhin: Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte der Gang zum Arzt oder die Kontaktaufnahme mit medizinischem Fachpersonal die erste Wahl sein – KI-Chatbots können eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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