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KI-Boom überschattet Ölkrise: Asiens Märkte im Höhenflug

Während der Nahostkonflikt den Ölmarkt belastet, treiben KI-Euphorie und Halbleiter-Exporte Asiens Börsen auf Rekordhöhen.

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KI-Boom überschattet Ölkrise: Asiens Märkte im Höhenflug

Die globalen Finanzmärkte zeigen ein gespaltenes Bild: Auf der einen Seite brodelt der Nahostkonflikt weiter und bedroht die weltweite Ölversorgung. Auf der anderen Seite sorgt der KI-Boom für spektakuläre Kursgewinne an den asiatischen Börsen – und die Anleger scheinen sich für Letzteres entschieden zu haben.

Präsident Trump hatte angekündigt, sich am vergangenen Freitag zu treffen, um über die Unterzeichnung einer Verlängerung des Waffenstillstands am Golf zu entscheiden. Seitdem herrscht jedoch weitgehend Schweigen. Verteidigungsminister Hegseth erklärte unterdessen, die USA könnten die Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen, falls keine angemessene Einigung erzielt werde.

Am Montag wurde bekannt, dass US-Streitkräfte am Wochenende iranische Ziele angegriffen hatten. Der Iran seinerseits gab an, einen Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen zu haben. Zudem wurde berichtet, dass die kuwaitische Abwehr Raketen- und Drohnenangriffe abgefangen habe – die Lage in der Region bleibt damit hochexplosiv.

Ölversorgung unter Druck – die Uhr tickt

Besonders besorgniserregend ist die Situation an der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Nadelöhre für den globalen Ölhandel. Am 30. Mai passierten lediglich acht Schiffe in ausgehender Richtung die Meerenge, davon nur zwei Tanker. Vor dem Krieg lag der Tagesdurchschnitt bei rund 136 Schiffen – ein dramatischer Einbruch.

Rohstoffanalysten warnen bereits seit Längerem, dass die weltweiten Ölvorräte bis Mitte Juni so weit erschöpft sein könnten, dass tatsächliche Engpässe entstehen. Dennoch notiert der Nordsee-Rohölpreis Brent deutlich unter der Marke von 100 US-Dollar – selbst nachdem der Preis am Montag um 2,5 Prozent auf 93,40 US-Dollar gestiegen ist. Die Märkte scheinen das Risiko bislang nicht vollständig einzupreisen.

KI-Euphorie treibt Asiens Börsen auf Rekordkurs

Während der Ölmarkt unter Druck steht, feiern die asiatischen Aktienmärkte einen bemerkenswerten Aufschwung – angetrieben von der globalen Begeisterung für Künstliche Intelligenz und Halbleitertechnologie. Der südkoreanische Leitindex legte im Mai um beeindruckende 28 Prozent zu, der taiwanesische Markt stieg um 15 Prozent und der japanische Nikkei um 12 Prozent.

Samsung Electronics war dabei ein besonderer Treiber: Die Aktie des südkoreanischen Technologieriesen stieg allein am Montag um 10 Prozent, nachdem das Unternehmen mit der Auslieferung eines neuen Typs schnellerer Chips begonnen hatte. Der Konzern profitiert damit direkt vom weltweit wachsenden Bedarf an leistungsfähiger KI-Hardware.

Die Stärke des Tech-Sektors spiegelt sich auch in den südkoreanischen Handelsdaten wider. Die Exporte stiegen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent auf fast 88 Milliarden US-Dollar. Besonders herausragend: Die Halbleiter-Exporte legten um 169 Prozent zu, die Exporte von Computern sogar um 291 Prozent – Zahlen, die den globalen Hunger nach KI-Infrastruktur eindrucksvoll belegen.

Koreanischer Won bleibt schwach – Dollar fließt in US-Staatsanleihen

Trotz dieser Exportrekorde befindet sich der koreanische Won nahe seinen Allzeittiefs. Dies deutet darauf hin, dass Koreas Dollareinnahmen in Dollar verbleiben und nicht in Won umgetauscht werden. Ein Großteil dieser Mittel dürfte in US-Staatsanleihen gehalten werden – womit der KI-Boom der US-Regierung indirekt dabei hilft, ihr massives Haushaltsdefizit zu finanzieren.

Nvidia-Chef Jensen Huang eröffnete am Montag die Fachmesse Computex in Taipeh mit einer Rede über KI. Erwartet wurden Ankündigungen zu den neuesten Produkten des Unternehmens sowie Details zu den massiven Investitionen, die Huang für Taiwan plant. Nvidia gilt als zentraler Profiteur des globalen KI-Booms und ist eng mit der Lieferkette taiwanesischer Chiphersteller verknüpft.

Wichtige Wirtschaftsdaten im Blick

Für den weiteren Handelsverlauf stehen mehrere relevante Konjunkturdaten auf der Agenda:

  • EU-Arbeitslosenquote für April
  • EU-Einkaufsmanagerindizes (PMIs)
  • Deutsche Einzelhandelsumsätze
  • US-ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (Mai)
  • US-PMI

Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit am Golf, einem angespannten Ölmarkt und einem boomenden KI-Sektor dürfte die Märkte auch in den kommenden Wochen in Atem halten. Anleger stehen vor der Frage, wie lange die Tech-Euphorie die realen Risiken der Energieversorgung überlagern kann.

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