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Anthropic gewährt EU-Cybersicherheitsbehörde ENISA Zugang zu KI-Tool Mythos

Als erste EU-Behörde erhält ENISA Zugriff auf das mächtige KI-Tool Mythos – noch vor einer breiteren Veröffentlichung.

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Anthropic gewährt EU-Cybersicherheitsbehörde ENISA Zugang zu KI-Tool Mythos

Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic PBC wird der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (ENISA) Zugang zu seinem KI-Tool „Mythos" gewähren. Damit wird die ENISA zur ersten EU-Behörde, die das leistungsstarke Werkzeug testen darf. Dies berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen, die aufgrund der Vertraulichkeit der Gespräche anonym bleiben wollten.

Mythos steht im Fokus von Sicherheitsexperten und Behörden, weil Beamte befürchten, das Tool könnte zur Ausnutzung von Schwachstellen in kritischen Computersystemen missbraucht werden. Die Entscheidung, ausgerechnet einer Cybersicherheitsbehörde frühzeitigen Zugang zu gewähren, unterstreicht die Sensibilität rund um das Werkzeug.

Project Glasswing: Kontrollierter Zugang vor dem Launch

Anthropic ermöglicht der ENISA den Beitritt zum sogenannten „Project Glasswing". Dabei handelt es sich um eine Initiative des Unternehmens, die es ausgewählten Schlüsselorganisationen erlaubt, die Fähigkeiten von Mythos zu testen – noch bevor das Tool einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Auf der Website von Anthropics Project Glasswing wird das Tool Mythos bereits beschrieben.

Laut den Informanten hat Anthropic die Entscheidung am Wochenende der Europäischen Kommission mitgeteilt – dem Exekutivorgan der Europäischen Union. Dies deutet darauf hin, dass die Zusammenarbeit auf höchster institutioneller Ebene koordiniert wird und politische Relevanz besitzt.

Bedeutung für die europäische KI-Regulierung

Der Schritt von Anthropic kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Union intensiv an der Regulierung von KI-Systemen arbeitet. Der EU AI Act, das weltweit erste umfassende KI-Regelwerk, sieht besondere Anforderungen für Hochrisiko-KI-Systeme vor. Tools, die potenziell zur Ausnutzung kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden könnten, stehen dabei besonders im Blickpunkt der Regulatoren.

Die ENISA ist die zentrale EU-Agentur für Cybersicherheit und spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewertung digitaler Risiken für europäische Institutionen und Mitgliedstaaten. Ihr früher Zugang zu Mythos dürfte es der Behörde ermöglichen, potenzielle Risiken des Tools zu analysieren und gegebenenfalls Empfehlungen für den regulatorischen Umgang damit auszusprechen.

Anthropic gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich der generativen KI und ist vor allem durch seinen KI-Assistenten Claude bekannt. Das Unternehmen positioniert sich im Markt mit einem starken Fokus auf KI-Sicherheit – die frühzeitige Einbindung von Behörden wie der ENISA passt zu dieser Strategie. Ob und wann Mythos einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist bislang nicht bekannt.

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