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Kerosinpreise in Chicago explodieren: Krieg und Raffineriewartungen treffen Luftfahrt

Chicagos Flugkraftstoff kostet über 5 Dollar pro Gallone – Raffinerieausfälle verschärfen kriegsbedingte Angebotsknappheit massiv.

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Kerosinpreise in Chicago explodieren: Krieg und Raffineriewartungen treffen Luftfahrt

Chicago ist zum teuersten Markt für Flugkraftstoff in den gesamten USA geworden. Der Kerosinpreis überstieg die Marke von 5 Dollar pro Gallone, nachdem kriegsbedingte Lieferstörungen und zeitgleich laufende Raffineriewartungen das regionale Angebot stark verknappt haben. Das berichtet der Branchenanalyst Patrick De Haan von GasBuddy gegenüber Reuters.

Auslöser der globalen Energiepreiskrise ist die iranische Blockade der Straße von Hormus – einem strategisch entscheidenden Nadelöhr für Ölexporte aus dem Nahen Osten. Die Folgen treffen Verbraucher weltweit: Fluggesellschaften sehen sich gezwungen, Ticketpreise zu erhöhen und Kapazitäten zu kürzen, da Kerosin knapp und teuer wird.

Doppelschlag für den Großraum Chicago

Der Chicagoer Markt trifft es besonders hart, weil zwei große Raffinerien in Illinois gleichzeitig außer Betrieb sind. Die Wood-River-Raffinerie von Phillips 66 mit einer Kapazität von 356.000 Barrel pro Tag nahm Ende Februar ihre Rohöleinheit für eine 45-tägige Wartungsperiode vom Netz. Mitte März folgten geplante Wartungsarbeiten an der Robinson-Raffinerie von Marathon Petroleum, die ebenfalls in Illinois liegt und 253.000 Barrel pro Tag verarbeitet. Laut dem Branchenbeobachter IIR Energy sollen beide Anlagen voraussichtlich bis Mitte Mai außer Betrieb bleiben.

Die Raffinerieausfälle im Mittleren Westen summierten sich in der Woche bis zum 3. April auf durchschnittlich 398.000 Barrel pro Tag – der höchste Wert unter allen US-Raffinerieregionen. Das erklärte Hillary Stevenson, Vice President of Energy Intelligence bei IIR, gegenüber Reuters. Der O'Hare International Airport in Chicago zählt zu den verkehrsreichsten Flughäfen der Welt und ist damit besonders stark von der Versorgungsknappheit betroffen.

Preisvergleich zeigt dramatischen Anstieg

Ein Blick auf die Spotmarktpreise verdeutlicht das Ausmaß der Preissteigerungen. Vor dem Iran-Krieg wurde Kerosin in Chicago bei etwa 2,47 Dollar pro Gallone gehandelt – der aktuelle Preis von über 5 Dollar entspricht damit mehr als einer Verdopplung. Auch andere US-Märkte verzeichnen starke Zuwächse, wenn auch weniger extrem:

New Yorker Hafen:

4,85 Dollar pro Gallone (vorher: 2,51 Dollar) -

US-Golfküste:

4,86 Dollar pro Gallone (vorher: 2,39 Dollar) -

Chicago:

über 5,00 Dollar pro Gallone (vorher: 2,47 Dollar)

Die Auswirkungen beschränken sich nicht allein auf Kerosin. De Haan von GasBuddy warnt, dass die Engpässe auch andere raffinierte Produkte betreffen und die Spotmarktgewinne bald an die Endverbraucher weitergegeben werden. So sprangen die Cash Differentials für Diesel am Chicagoer Spotmarkt um 25 Cent pro Gallone nach oben. Am Dienstag wurde Diesel mit einem Abschlag von 5 Cent gegenüber der Benchmark für Terminkontrakte auf extrem schwefelarmen Diesel gehandelt, wie Marktteilnehmer gegenüber Reuters erklärten.

Für deutsche Reisende und Anleger im Luftfahrtsektor ist die Entwicklung in Chicago ein wichtiges Signal: Sollten die Raffineriekapazitäten nicht rechtzeitig wieder hochgefahren werden und die geopolitischen Spannungen anhalten, dürften steigende Treibstoffkosten die Ertragslage der Fluggesellschaften weltweit weiter belasten.

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