Kenias Privatsektor wächst langsamer – PMI fällt auf 51,9 Punkte
Bau- und Handelsbranche schwächeln im Januar, während Fertigung weiter expandiert

Die kenianische Wirtschaft zeigt erste Ermüdungserscheinungen: Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Stanbic Bank Kenya sank im Januar auf 51,9 Punkte, nach 53,7 Punkten im Vormonat. Obwohl der Wert weiterhin über der kritischen Marke von 50 liegt und damit Wachstum signalisiert, verlangsamte sich die Expansion des Privatsektors deutlich.
Verantwortlich für die Abschwächung sind vor allem der Bau- sowie der Groß- und Einzelhandelssektor. Beide Branchen verzeichneten im Januar einen regelrechten Nachfragerückgang. "Die sektoralen Unterschiede waren ausgeprägt", erklärte die Stanbic Bank in ihrer Analyse. Einen Lichtblick bietet hingegen die Fertigungsindustrie, die weiterhin das stärkste Umsatzwachstum aufweist.
Der PMI gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Werte über 50 deuten auf eine Expansion der Geschäftstätigkeit hin, während Werte darunter eine Kontraktion signalisieren. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Kenias Wirtschaft zwar noch wächst, aber an Schwung verliert.
Optimistische Wachstumsprognosen bleiben bestehen
Trotz der aktuellen Verlangsamung bleibt das kenianische Finanzministerium optimistisch. Für die Jahre 2025 und 2026 prognostiziert es ein Wirtschaftswachstum von jeweils 5,3 Prozent. Dies wäre eine deutliche Steigerung gegenüber den 4,7 Prozent im Jahr 2024.
Die Weltbank zeigt sich etwas vorsichtiger, erwartet aber ebenfalls eine positive Entwicklung. In ihrer aktuellen Prognose rechnet die internationale Organisation mit einem Wachstum von 4,9 Prozent für 2025. Dies stellt bereits eine Aufwärtskorrektur gegenüber der Mai-Prognose von 4,5 Prozent dar. Diese Wachstumsrate soll nach Einschätzung der Weltbank auch in den kommenden zwei Jahren gehalten werden.
Für deutsche Anleger, die sich für afrikanische Schwellenländer interessieren, bleibt Kenia trotz der aktuellen Schwäche ein interessanter Markt. Die größte Volkswirtschaft Ostafrikas gilt als wichtiger Handelspartner und Gateway für die Region. Die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Sektoren zeigt jedoch, dass eine differenzierte Betrachtung notwendig ist.
