Italien: Haushaltswächter hebt Wachstumsprognose für 2026 auf 0,7% an
Parlamentarischer Budgetwächter UPB korrigiert Schätzung nach oben – deutliche Verbesserung gegenüber Oktober-Prognose

Italiens Wirtschaft wird im Jahr 2026 voraussichtlich um 0,7 Prozent wachsen. Das geht aus aktualisierten Schätzungen des parlamentarischen Haushaltswächters UPB (Ufficio Parlamentare di Bilancio) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Die Prognose fällt damit deutlich optimistischer aus als noch im Oktober erwartet.
Die neue Wachstumsprognose stellt eine erhebliche Aufwärtskorrektur dar. Im Oktober hatte die UPB für 2026 noch lediglich ein Wachstum von 0,4 Prozent prognostiziert. Die jetzige Anhebung um 0,3 Prozentpunkte signalisiert eine verbesserte Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.
Für das laufende Jahr 2025 rechnet der Haushaltswächter mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent. Die offiziellen Wirtschaftsdaten werden vom italienischen Statistikamt ISTAT am 2. März veröffentlicht und dürften Klarheit über die tatsächliche Entwicklung bringen.
Ausblick für 2027 leicht gedämpft
Für das Jahr 2027 behält die UPB ihre Wachstumsprognose weitgehend bei 0,7 Prozent bei. Dies bedeutet allerdings eine leichte Abwärtskorrektur gegenüber der vorherigen Schätzung, die noch 0,8 Prozent betragen hatte. Die Anpassung deutet darauf hin, dass die Experten mittelfristig von einer moderaten, aber stabilen wirtschaftlichen Entwicklung ausgehen.
Die revidierten Prognosen sind für Investoren von besonderer Bedeutung, da Italien mit einer hohen Staatsverschuldung von über 140 Prozent des BIP kämpft. Jede Veränderung der Wachstumserwartungen hat direkte Auswirkungen auf die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und damit auf italienische Staatsanleihen.
Die UPB ist eine unabhängige Institution, die das italienische Parlament bei der Bewertung der öffentlichen Finanzen und wirtschaftspolitischen Entscheidungen unterstützt. Ihre Prognosen gelten als wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung Italiens und werden von Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt.
