Kanadische Inflation steigt auf 2,4% – Kernindikatoren schwächen sich ab
Die kanadische Inflationsrate kletterte im Dezember unerwartet auf 2,4 Prozent, während die von der Zentralbank beobachteten Kernindikatoren auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr fielen.

Die Verbraucherpreise in Kanada sind im Dezember 2025 überraschend stark gestiegen. Mit einer Jahresrate von 2,4 Prozent lag die Inflation deutlich über den Markterwartungen von 2,2 Prozent. Hauptverantwortlich für den Anstieg war ein statistischer Basiseffekt durch eine Mehrwertsteuerbefreiung im Vorjahr.
Steuerbefreiung verzerrt Vergleichswerte
Die im Dezember 2024 von der damaligen Regierung unter Justin Trudeau eingeführte Mehrwertsteuerbefreiung für bestimmte Lebensmittel und Kinderartikel sorgt nun für einen verzerrten Jahresvergleich. Besonders die Restaurantpreise trugen zur Beschleunigung der Inflationsrate bei. Auf monatlicher Basis sank der Verbraucherpreisindex (CPI) um 0,2 Prozent, allerdings weniger stark als die von Analysten erwarteten 0,3 Prozent.
Kerninflation gibt Entwarnung
Positiv entwickelten sich die für die Geldpolitik entscheidenden Kerninflationsmaße. Der CPI-Median, der mittlere Wert aller monatlichen Preisänderungen, kühlte sich von 2,8 auf 2,5 Prozent ab. Der CPI-Trim, der extreme Preisausschläge ausklammert, fiel von 2,9 auf 2,7 Prozent. Beide Indikatoren erreichten damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2024.
Zentralbank hält Kurs bei
Die Bank of Canada dürfte die Entwicklung der Kerninflation mit Zufriedenheit zur Kenntnis nehmen. Die Zentralbank hatte ihren Leitzins im Dezember bei 2,25 Prozent belassen und signalisiert, dass dieses Niveau geeignet sei, die Inflation nahe dem Zielwert von 2 Prozent zu halten. Die Finanzmärkte erwarten für das Jahr 2026 keine Zinsänderungen.
Benzinpreise dämpfen Inflation
Während Restaurantpreise nach oben drückten, wirkten fallende Benzinpreise dämpfend auf die Gesamtrate. Die Preise an der Zapfsäule sanken im Dezember um 13,8 Prozent nach einem Rückgang von 7,8 Prozent im November. Lebensmittelpreise verteuerten sich im Jahresvergleich um 5 Prozent, blieben monatlich aber unverändert.
Dienstleistungen verteuern sich
Die Inflationsrate für Dienstleistungen beschleunigte sich im Dezember auf 3,3 Prozent nach 2,8 Prozent im Vormonat. Warenpreise stiegen dagegen nur um 1,2 Prozent nach 1,5 Prozent im November. Ohne die volatilen Komponenten Lebensmittel und Energie lag die Teuerungsrate bei 2,5 Prozent.
Jahresschnitt unter Vorjahr
Im Jahresdurchschnitt 2025 stiegen die Verbraucherpreise in Kanada um 2,1 Prozent. Dies bedeutet eine Verlangsamung gegenüber dem Vorjahr, als die Inflation im Schnitt noch 2,4 Prozent betragen hatte.
