IWF hebt Wachstumsprognose 2026 an: KI-Boom trotzt Handelskonflikten
Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent. Die Aufwärtsrevision um 0,2 Prozentpunkte spiegelt die Anpassungsfähigkeit der Weltwirtschaft an Handelskonflikte und den anhaltenden KI-Inves

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich optimistischer für die globale Konjunktur: In seinem aktualisierten "World Economic Outlook" vom Montag hebt die Organisation ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 3,3 Prozent an – eine Steigerung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der Oktober-Schätzung. Auch für 2025 erwartet der IWF nun ein Wachstum von 3,3 Prozent, was die vorherige Prognose um 0,1 Prozentpunkte übertrifft.
Weltwirtschaft trotzt Handelskonflikten
"Die Weltwirtschaft schüttelt die Handels- und Zollstörungen von 2025 ab und entwickelt sich besser, als wir erwartet hatten", erklärte IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas. Die Widerstandsfähigkeit der globalen Konjunktur überrasche positiv, insbesondere im Vergleich zu den Vorhersagen vom Oktober 2024, bevor Donald Trump für eine zweite Amtszeit gewählt wurde.
Unternehmen haben sich nach Einschätzung des IWF erfolgreich an die verschärften US-Zollsätze angepasst. Durch Umleitung von Lieferketten, bilaterale Handelsabkommen und die Verlagerung chinesischer Exporte auf Nicht-US-Märkte konnte der negative Effekt abgefedert werden. Die aktuellen Prognosen gehen von einem effektiven US-Zollsatz von 18,5 Prozent aus – deutlich unter den rund 25 Prozent, die der IWF im April 2025 noch angenommen hatte.
USA profitieren vom KI-Investitionsboom
Für die USA hebt der IWF seine Wachstumsprognose 2026 um 0,3 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent an. Treiber dieser positiven Entwicklung sind massive Investitionen in die KI-Infrastruktur, darunter Rechenzentren, leistungsstarke KI-Chips und Energieversorgung. Diese Ausgaben befeuern nicht nur den Vermögensaufbau, sondern nähren auch Erwartungen an künftige Produktivitätssteigerungen.
Für 2027 zeigt sich der IWF etwas vorsichtiger und senkt die US-Wachstumsprognose leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent. Global bleibt die Prognose für 2027 mit 3,2 Prozent unverändert gegenüber der vorherigen Einschätzung.
Ausblick bleibt stabil
Seit Juli hat der IWF seine globalen Wachstumsraten kontinuierlich nach oben korrigiert. Die Organisation sieht die Weltwirtschaft auf einem stabilen Kurs, wobei die Anpassungsfähigkeit an handelspolitische Unsicherheiten und der technologische Fortschritt im KI-Bereich als zentrale Stabilisatoren wirken. Die Kombination aus Handelsabkommen und innovationsgetriebenen Investitionen schafft ein Umfeld, das widerstandsfähiger ist als ursprünglich befürchtet.
