Kanadische Hausverkäufe sinken im August deutlich
Wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Hypothekenzinsen belasten den Immobilienmarkt in Kanada.

Die kanadischen Hausverkäufe sind im August aufgrund steigender wirtschaftlicher Unsicherheit und höherer Hypothekenzinsen zurückgegangen. Wie die Canadian Real Estate Association (CREA) am Dienstag mitteilte, fielen die Verkaufszahlen im Monatsvergleich um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Verkäufe sogar um 6,9 Prozent, saisonal nicht bereinigt.
Der von der Branchenvereinigung veröffentlichte Home Price Index blieb im Monatsvergleich unverändert, lag jedoch im Jahresvergleich um drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die Zahlen spiegeln die zunehmende Zurückhaltung potenzieller Käufer angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage wider.
Angebot erholt sich leicht
Die Anzahl der neu eingestellten Immobilien erholte sich nach drei aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgängen um 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Dies deutet darauf hin, dass mehr Verkäufer den Markt betreten, während die Nachfrage weiterhin schwach bleibt.
Das Verhältnis von Verkäufen zu neuen Einstellungen fiel von 51,1 Prozent im Juli auf 49,1 Prozent und entfernte sich damit weiter vom langfristigen Durchschnittswert von 54,7 Prozent. Ein Wert unter 50 Prozent gilt in der Regel als Hinweis auf einen Käufermarkt.
Wirtschaftliches Umfeld belastet
„Was sich geändert hat, ist das breitere wirtschaftliche Umfeld. Die Bank of Canada hat kürzlich vor steigenden Inflationsrisiken gewarnt, und es bestehen Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten Wirtschaftswachstums“, erklärte Shaun Cathcart, leitender Ökonom bei CREA, in einer Stellungnahme.
„Für Kreditnehmer sind feste Hypothekenzinssätze bereits aufgrund höherer Anleiherenditen gestiegen. Gleichzeitig ist eine Zinserhöhung auf dem Bereich variabler Zinssätze nicht nur für dieses Jahr wieder auf der Tagesordnung, sondern wird von den Märkten bereits eingepreist“, so Cathcart weiter.
Zinserhöhung rückt näher
Die Renditen von Staatsanleihen sind in den letzten Monaten weltweit gestiegen. Höhere Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten heizen die Inflation an, was Zentralbanken, einschließlich der Bank of Canada (BoC), dazu veranlasst, über weitere Zinserhöhungen nachzudenken.
Laut Geldmarktdaten sehen Anleger eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent dafür, dass die BoC ihren Leitzins, der derzeit bei 2,25 Prozent liegt, bereits im Oktober anhebt. Zudem werden bis Ende 2027 Verschärfungen um insgesamt eineinviertel Prozentpunkte eingepreist.
Für den kanadischen Immobilienmarkt bedeuten diese Aussichten eine weitere Belastung. Steigende Finanzierungskosten könnten die Nachfrage zusätzlich dämpfen und die Preise weiter unter Druck setzen. Die Entwicklung bleibt für Anleger und Marktbeobachter gleichermaßen von großer Bedeutung.
