Kanadas Handelsbilanz erholt sich – Goldexporte treiben Dezember-Zahlen
Defizit sinkt überraschend auf 957 Millionen Dollar, während US-Exportanteil historisches Tief erreicht.

Kanada hat im Dezember eine deutliche Verbesserung seiner Handelsbilanz verzeichnet. Das Defizit verringerte sich auf 1,31 Milliarden kanadische Dollar (957 Millionen US-Dollar), wie Statistics Canada am Mittwoch mitteilte. Im Vormonat November hatte das Defizit noch revidierte 2,59 Milliarden kanadische Dollar betragen. Analysten hatten lediglich mit einer Verbesserung auf rund 2 Milliarden Dollar gerechnet.
Die positive Entwicklung wurde hauptsächlich durch einen Anstieg der Exporte von Metallen und nichtmetallischen Mineralprodukten getrieben. Die Gesamtausfuhren legten um 2,6 Prozent auf 65,63 Milliarden kanadische Dollar zu. Besonders stark entwickelten sich die Goldexporte, die um über 37 Prozent zulegten – begünstigt durch höhere Preise am Weltmarkt.
Allerdings zeigt sich ohne die Kategorie Metalle und Nichtmetalle ein differenzierteres Bild: Die übrigen kanadischen Exporte gingen um 0,2 Prozent leicht zurück. Volumenbereinigt stiegen die Gesamtexporte um 1,4 Prozent. Die Importe erhöhten sich um 0,6 Prozent auf 66,93 Milliarden kanadische Dollar, wobei Gold, Personenkraftwagen und Energieprodukte die Haupttreiber waren.
US-Abhängigkeit auf historischem Tiefstand
Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich bei der Handelsstruktur mit den Vereinigten Staaten. Die Exporte in die USA, Kanadas wichtigsten Handelspartner, stiegen zwar um 1,1 Prozent. Doch ihr Anteil an den Gesamtausfuhren sank auf 67,4 Prozent – den niedrigsten Wert seit Beginn der Datenerhebung, abgesehen von zwei Pandemie-Monaten im Jahr 2020. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei 76,2 Prozent gelegen.
Die Importe aus den USA legten mit 3,5 Prozent deutlich stärker zu als die Exporte. Dadurch verringerte sich Kanadas Handelsbilanzüberschuss mit dem südlichen Nachbarn von 6,5 Milliarden auf 5,7 Milliarden kanadische Dollar. Im November hatte der US-Exportanteil noch bei 68,4 Prozent gelegen, im Oktober bei 67,5 Prozent.
Diversifizierung trägt Früchte
Die Exporte in Länder außerhalb der USA entwickelten sich hingegen dynamisch und erreichten im Dezember ein Allzeithoch. Besonders Goldexporte ins Vereinigte Königreich machten den Großteil dieser Zuwächse aus. Die Importe aus Drittländern fielen um 3 Prozent, wodurch sich Kanadas Handelsdefizit mit diesen Ländern von 9 Milliarden auf 7 Milliarden kanadische Dollar verringerte.
Der kanadische Dollar reagierte auf die Zahlen mit leichten Gewinnen und notierte 0,03 Prozent fester bei 1,3690 zum US-Dollar beziehungsweise 73,05 Cent. Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen stiegen um 0,9 Basispunkte auf 2,236 Prozent. Die Handelsdaten unterstreichen Kanadas Bemühungen, seine Exportmärkte zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom US-Markt zu verringern.
