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Kanadas Handelsbilanzdefizit weitet sich im Januar deutlich aus

Das Defizit verdreifachte sich auf C$3,65 Milliarden – Analysten hatten nur C$900 Millionen erwartet.

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Kanadas Handelsbilanzdefizit weitet sich im Januar deutlich aus

Kanadas Handelsbilanzdefizit hat sich im Januar überraschend stark ausgeweitet und die Erwartungen der Analysten weit verfehlt. Die nationale Statistikbehörde Statistics Canada meldete am Donnerstag ein Defizit von C$3,65 Milliarden (rund 2,69 Milliarden US-Dollar) – fast das Dreifache des Dezember-Defizits von C$1,3 Milliarden. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Defizit von C$900 Millionen gerechnet.

Haupttreiber des schlechten Ergebnisses war ein massiver Rückgang der Exporte um 4,7 Prozent – der stärkste Einbruch seit April des Vorjahres. Mengenmäßig fiel der Rückgang mit 5,8 Prozent sogar noch deutlicher aus. Die Importe sanken demgegenüber lediglich um 1,1 Prozent, was das Defizit entsprechend vergrößerte.

Automobilsektor als größter Belastungsfaktor

Besonders hart traf es die Exporte von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen, die im Januar um dramatische 21,2 Prozent einbrachen und auf den niedrigsten Stand seit September 2021 fielen. Statistics Canada führte dies auf längere saisonale Produktionsstopps in der kanadischen Automobilindustrie zurück. Auch die Ausfuhren von Metallen und nichtmetallischen Mineralprodukten gaben um 8,0 Prozent nach, was vor allem auf geringere Rohgoldlieferungen in das Vereinigte Königreich zurückzuführen war.

Einen teilweisen Ausgleich lieferten die Energieexporte, die um 4,1 Prozent zulegten. Diese Kategorie ist wertmäßig Kanadas größte Exportsparte und macht fast ein Viertel der gesamten Ausfuhren aus. Ökonomen sehen hier weiteres Potenzial: Höhere Rohölpreise infolge des Krieges im Nahen Osten könnten den kanadischen Außenhandel in den kommenden Monaten stützen.

USA bleiben dominanter Handelspartner

Die enge Verflechtung mit den Vereinigten Staaten bleibt prägend für Kanadas Außenhandel. 68 Prozent aller kanadischen Exporte gehen in die USA. Im Januar sanken die Ausfuhren dorthin um 3,8 Prozent, die Importe aus den USA gingen um 3,4 Prozent zurück. Kanadas Handelsüberschuss mit dem Nachbarland schrumpfte dadurch auf C$5,4 Milliarden, nach C$5,7 Milliarden im Dezember.

Die Exporte in Länder außerhalb der USA brachen im Januar um 6,5 Prozent ein, nachdem sie im Dezember noch ein Rekordhoch erreicht hatten. Gleichzeitig stiegen die Importe aus Nicht-US-Ländern um 2,1 Prozent – unter anderem aufgrund höherer Einfuhren von Industriemaschinen aus China. Insgesamt verzeichneten die Importe in sieben von elf Produktkategorien einen Rückgang.

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