Job gekündigt mit 20: Was tun mit dem 401(k)-Guthaben?
Eine 20-Jährige hat ihren Job gekündigt und bereits Beiträge in einen 401(k)-Plan eingezahlt – was nun mit dem Guthaben tun?

Eine junge Amerikanerin hat mit nur 20 Jahren ihren Job aufgegeben – und steht nun vor einer Frage, die viele junge Arbeitnehmer kennen: Was passiert mit dem angesparten Geld im betrieblichen Altersvorsorgeplan, dem sogenannten 401(k), wenn man das Unternehmen verlässt? Ihre Mutter wandte sich mit genau dieser Frage an MarketWatch und schilderte dabei auch ihre eigene Erfahrung aus jüngeren Jahren.
Die Mutter berichtet, dass sie selbst in ihrer Jugend keine Kenntnisse über 401(k)-Pläne hatte. Als sie damals ihren Job wechselte, löste sie den Scheck, den ihr das Unternehmen schickte, einfach ein – eine Entscheidung, die sie später bereute. „Als ich jünger war, wusste ich nichts über 401(k)-Pläne", schreibt sie, und ergänzt: „Zu einem späteren Zeitpunkt musste ich feststellen, dass ich damit einen großen Fehler begangen hatte."
Was ist ein 401(k) – und warum ist er für Deutsche relevant?
Für deutsche Leser ist der 401(k) ein etwas fremdes Konzept. Es handelt sich um ein in den USA weit verbreitetes, steuerlich begünstigtes Altersvorsorgemodell, das vom Arbeitgeber angeboten wird. Arbeitnehmer zahlen einen Teil ihres Bruttogehalts in diesen Plan ein, oft ergänzt durch Arbeitgeberbeiträge. Das Prinzip ähnelt in Teilen der deutschen betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder dem Prinzip des Riester-Sparens – mit dem wesentlichen Unterschied, dass der 401(k) in den USA eine deutlich zentralere Rolle in der Altersvorsorge spielt.
Der entscheidende Punkt: Wer das angesparte Guthaben aus einem 401(k) vorzeitig auszahlen lässt, muss in den USA nicht nur Einkommensteuer auf den Betrag zahlen, sondern in der Regel auch eine Strafgebühr von 10 Prozent. Genau das ist der „große Fehler", den die Mutter der jungen Frau in ihrer eigenen Vergangenheit gemacht hat – sie ließ sich das Geld auszahlen, anstatt es weiter für die Rente arbeiten zu lassen.
Frühzeitiges Sparen hat enormen Langzeiteffekt
Dass die Tochter bereits mit 20 Jahren Beiträge in einen 401(k) eingezahlt hat, ist bemerkenswert. Denn je früher man mit dem Sparen für die Altersvorsorge beginnt, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt über die Jahrzehnte. Selbst ein vergleichsweise kleines Guthaben, das in jungen Jahren angelegt wird, kann sich bis zum Rentenalter vervielfachen – vorausgesetzt, es wird nicht vorzeitig entnommen.
Die Geschichte der Mutter dient dabei als mahnendes Beispiel: Was im Moment wie eine unkomplizierte Lösung erscheint – einfach den Scheck einlösen – kann langfristig erhebliche finanzielle Konsequenzen haben. Nicht nur der ausgezahlte Betrag fehlt im Alter, sondern auch das gesamte Wachstumspotenzial, das dieser Betrag über Jahrzehnte hätte erzielen können.
Für junge Arbeitnehmer, die ihren Job wechseln oder kündigen, gibt es in den USA grundsätzlich mehrere Optionen für das 401(k)-Guthaben:
- Das Guthaben beim alten Arbeitgeber belassen (sofern erlaubt)
- Das Guthaben in den 401(k)-Plan des neuen Arbeitgebers übertragen
- Das Guthaben in ein individuelles Rentenkonto (IRA) überrollen
- Das Guthaben auszahlen lassen – mit steuerlichen Nachteilen und Strafgebühren
Die Geschichte der Mutter und ihrer Tochter zeigt eindrücklich, wie wichtig finanzielle Bildung bereits in jungen Jahren ist – ein Thema, das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt.
