Gates Foundation prüft Epstein-Verbindungen und streicht 20 Prozent der Stellen
Die Gates Foundation leitet eine externe Untersuchung zu Epstein-Verbindungen ein und baut bis 2030 rund 500 Stellen ab.

Die Bill & Melinda Gates Foundation steht vor einer doppelten Herausforderung: Die Wohltätigkeitsorganisation hat eine externe Untersuchung ihrer früheren Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eingeleitet. Gleichzeitig plant die Stiftung einen massiven Stellenabbau. Das berichtete das Wall Street Journal am Dienstag unter Berufung auf eine interne E-Mail an die Mitarbeiter.
Laut dem Bericht sollen bis 2030 bis zu 500 Stellen gestrichen werden – das entspricht rund 20 Prozent der gesamten Belegschaft. Als Begründung nannte die Stiftung Kostensenkungsmaßnahmen. Für das Jahr 2026 verfügt die Gates Foundation über ein Budget von rund 9 Milliarden US-Dollar. Die Betriebskosten sollen künftig auf 1,25 Milliarden US-Dollar begrenzt werden.
Die Gates Foundation reagierte auf den Bericht mit einer Klarstellung gegenüber CNBC: „Zur Einordnung: Wie wir gegenüber dem WSJ anmerkten, ist keine der in dem heute veröffentlichten Artikel enthaltenen ‚Ankündigungen' neu." Die Stiftung betonte damit, dass die genannten Maßnahmen bereits zuvor kommuniziert worden seien.
Epstein-Verbindung und Kongressanhörung
Die Untersuchung der Epstein-Verbindungen kommt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Bill Gates soll am 10. Juni vom Aufsichts- und Reformausschuss des US-Repräsentantenhauses zu seiner Beziehung zu Epstein befragt werden. Der Druck auf den <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft-Mitgründer wächst damit erheblich.
Im Februar hatte sich Gates bereits bei den Mitarbeitern der Stiftung für seine Verbindung zu Epstein entschuldigt. Laut einem früheren Bericht des Wall Street Journals gab Gates dabei auch Affären mit zwei russischen Frauen zu, von denen Epstein erfahren hatte. Gates selbst erklärte gegenüber den Mitarbeitern: „Ich habe nichts Unrechtmäßiges getan. Ich habe nichts Unrechtmäßiges gesehen."
Gates hatte sich 2011 mit Epstein angefreundet – drei Jahre nachdem sich Epstein vor einem staatlichen Gericht in Florida der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution schuldig bekannt hatte. Epstein starb im August 2019 in einem Bundesgefängnis in New York City durch Suizid, wenige Wochen nach seiner erneuten Verhaftung wegen des Vorwurfs des Sexhandels mit Minderjährigen.
Distanzierung prominenter Weggefährten
Die Enthüllungen rund um Epsteins Verbindungen zu Gates haben auch das persönliche Umfeld des Milliardärs verändert. Warren Buffett, Vorsitzender von Berkshire Hathaway und langjähriger Vertrauter von Gates, erklärte im März gegenüber CNBC, dass er seit der Veröffentlichung von Details über Epsteins Kommunikation mit Gates in Dokumenten des Kongresses und des Justizministeriums keinen Kontakt mehr zu Gates gehabt habe.
Die Gates Foundation wurde von Bill Gates und seiner Ex-Frau Melinda Gates gegründet und zählt zu den größten privaten Wohltätigkeitsorganisationen der Welt. Sie engagiert sich unter anderem in den Bereichen globale Gesundheit, Armutsbekämpfung und Bildung. Der nun eingeleitete Stellenabbau und die externe Untersuchung dürften die Arbeit der Organisation in den kommenden Jahren erheblich prägen.
