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Japan rückt von Reflations-Dogma ab: Takaichis Berater signalisiert BOJ-Kurswechsel

Wirtschaftsberater Honda deutet an, dass neue BOJ-Vorstandsmitglieder keine Verfechter massiver Geldlockerung sein müssen.

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Japan rückt von Reflations-Dogma ab: Takaichis Berater signalisiert BOJ-Kurswechsel

Die japanische Regierung muss bei der Neubesetzung von Vorstandsposten der Zentralbank nicht zwingend auf Befürworter einer expansiven Geldpolitik setzen. Dies erklärte Etsuro Honda, Wirtschaftsberater von Premierministerin Sanae Takaichi, in einem Reuters-Interview. Die Aussage markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel in der japanischen Wirtschaftspolitik.

Honda, der bereits unter dem verstorbenen Premierminister Shinzo Abe als Berater tätig war, begründet die neue Haltung mit der veränderten wirtschaftlichen Lage: "Japan ist aus der Deflation heraus und steht vor der Herausforderung, eine Wachstumsstrategie zu entwickeln." Die Situation unterscheide sich grundlegend von der Abe-Ära, als das Land unter anhaltender Deflation litt.

Die Äußerungen gewinnen an Bedeutung, da in diesem Jahr zwei der neun Sitze im Direktorium der Bank of Japan (BOJ) neu besetzt werden müssen. Die Amtszeit von Asahi Noguchi endet am 31. März, die von Junko Nakagawa Ende Juni. Premierministerin Takaichi hat die Befugnis, die Nachfolger zu bestimmen - eine Entscheidung, die Märkte weltweit aufmerksam verfolgen.

Spielraum für weitere Zinserhöhungen

Honda räumte ein, dass die BOJ in diesem Jahr Raum für Zinserhöhungen sehen könnte. "Ich erkenne an, dass Zinserhöhungen für die Preisstabilität notwendig sind", sagte der Berater. Allerdings warnte er vor übereilten Schritten im März, da die Zentralbank zunächst die Auswirkungen der Dezember-Erhöhung analysieren müsse.

Unter Gouverneur Kazuo Ueda hat die BOJ bereits einen deutlichen Politikwechsel vollzogen. 2024 beendete die Zentralbank das massive Stimulierungsprogramm ihres Vorgängers und hob die Zinssätze auf 0,75 Prozent an. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Inflationsziel von 2 Prozent dauerhaft zu erreichen und einen unerwünschten Yen-Verfall zu verhindern.

Abkehr von Abenomics-Dogma

Die Aussagen Hondas signalisieren eine pragmatische Abkehr vom ideologischen Kurs der "Abenomics", jener Stimuluspolitik, mit der Abe Japan aus Deflation und Stagnation führen wollte. Takaichi hatte zwar angekündigt, Abes Politik fortzuführen, doch Honda betonte: "Takaichi versteht, dass Japan sich in einer anderen Phase befindet."

Insider erwarten, dass die Regierung bereits am 25. Februar einen Kandidaten für Noguchis Nachfolge dem Parlament vorschlagen wird. Die Nominierung muss von beiden Kammern bestätigt werden und könnte das Tempo künftiger Zinserhöhungen maßgeblich beeinflussen. Marktteilnehmer werden die Personalien genau analysieren, um Rückschlüsse auf Takaichis geldpolitische Ambitionen zu ziehen.

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