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Polymarket löscht Wetten auf Rettungsmission für US-Soldaten im Iran

Nach politischem Druck entfernte Polymarket einen Markt, auf dem Nutzer auf die Rettung abgeschossener US-Piloten wetten konnten.

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Polymarket löscht Wetten auf Rettungsmission für US-Soldaten im Iran

Polymarket hat einen umstrittenen Prognosemarkt entfernt, der es Nutzern erlaubte, darauf zu wetten, an welchem Tag die USA die Rettung zweier Piloten bestätigen würden. Hintergrund ist der Abschuss eines amerikanischen F-15E-Kampfjets über dem Iran. Ein Besatzungsmitglied wurde bereits gerettet, ein weiteres gilt weiterhin als vermisst. US-amerikanische und iranische Streitkräfte suchen gemeinsam nach dem vermissten Piloten.

Der demokratische Abgeordnete Seth Moulton aus Massachusetts verurteilte die Wettseite scharf. Auf der Plattform X bezeichnete er den Markt als „ABSCHEUERREGEND". Polymarket reagierte prompt und erklärte auf X: „Wir haben diesen Markt sofort entfernt, da er nicht unseren Integritätsstandards entspricht." In einem weiteren Post betonte das Unternehmen, dass es „mit geopolitischen Märkten kein Geld verdient und keine Gebühren erhebt".

Moulton ließ diese Erklärung jedoch nicht gelten. In einer E-Mail an den US-Sender CNBC sagte er: „Polymarket hat diesen Markt nicht entfernt, weil er gegen ihre Standards verstieß. Sie haben ihn entfernt, weil wir sie zur Rede gestellt haben." Der Abgeordnete erhöhte damit den Druck auf die Plattform und die zuständigen Regulierungsbehörden.

Vorwürfe gegen Trump Jr. und Forderungen nach Regulierung

Moulton erhob auf X zudem schwere Vorwürfe gegen Donald Trump Jr., den Sohn von Präsident Donald Trump. Er behauptete, Trump Jr. sei „ein Investor in diesem dystopischen Todesmarkt" und habe „möglicherweise Zugang zu Geheimdienstinformationen, die noch nicht öffentlich sind". Eine Anfrage von CNBC an Trump Jr. um eine Stellungnahme blieb zunächst unbeantwortet.

Moulton gehört zu einer wachsenden Gruppe von Politikern in Washington, die eine stärkere Aufsicht über Prognosemarktplattformen fordern. Im vergangenen Monat untersagte er seinen Mitarbeitern bereits die Nutzung von Plattformen wie Polymarket oder Kalshi – eine Richtlinie, die sein Büro als die erste ihrer Art im US-Kongress bezeichnet. Moulton betonte zudem, dass die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zwar die Befugnis habe, solche Plattformen zu regulieren, bislang jedoch untätig geblieben sei.

Breiter politischer Druck auf Prognosemärkte wächst

Der Fall Polymarket ist kein Einzelfall. Eine Gruppe von Demokraten im Kongress brachte Ende des vergangenen Monats einen Gesetzentwurf ein, der Prognosemärkten Wetten auf Wahlen, Kriege, Regierungshandeln sowie Sport grundsätzlich untersagen würde. Bereits im Februar forderten sechs demokratische Senatoren die CFTC auf, klarzustellen, dass sie jegliche Verträge im Zusammenhang mit dem Tod einer Person verbieten werde. Solche Verträge stellten „gefährliche Risiken für die nationale Sicherheit dar", schrieben die Parlamentarier.

Die CFTC selbst kündigte am Donnerstag Klagen gegen drei US-Bundesstaaten an, da diese nach Ansicht der Behörde versucht hatten, die alleinige Regulierungsbefugnis der Organisation über Prognosemärkte zu umgehen. Auch die NFL hat die Betreiber von Prognosemärkten aufgefordert, bestimmte Ereignisverträge von ihren Plattformen fernzuhalten. Die Liga bezeichnete diese als „anstößige Wetten" und nannte Beispiele für Verträge, die leicht manipuliert werden könnten, von Natur aus anstößig seien oder sich auf die Schiedsrichterleistung bezögen.

Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht der Fall die wachsende regulatorische Unsicherheit rund um Prognosemärkte. Diese Plattformen, die in den USA zuletzt stark an Popularität gewonnen haben, stehen zunehmend im Fokus von Gesetzgebern und Aufsichtsbehörden – mit möglichen Folgen für die gesamte Branche.

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