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Iran-Waffenstillstand wackelt: Ölpreise schießen über 104 Dollar

Trump räumt ein, der Waffenstillstand mit dem Iran hänge „am Tropf" – Brent-Öl springt sofort um fast 3 Prozent an.

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Iran-Waffenstillstand wackelt: Ölpreise schießen über 104 Dollar

US-Präsident Donald Trump hat erstmals offen eingeräumt, dass der Waffenstillstand mit dem Iran auf äußerst wackeligem Fundament steht. Der Waffenstillstand sei „am Tropf hängend" und „unglaublich schwach", erklärte Trump am Dienstag – ein deutlicher Kurswechsel gegenüber seinen wochenlangen Beteuerungen, der Frieden halte an. Dabei hatten beide Seiten während der Waffenruhe weiterhin Militärschläge durchgeführt.

Die Finanzmärkte reagierten unmittelbar auf Trumps Aussagen. Brent-Futures stiegen um knapp 3 Prozent und kletterten über die Marke von 104 US-Dollar pro Barrel. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) für die Juni-Lieferung legte um 3 Prozent zu und schloss bei 98,07 US-Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Seit Beginn des von den USA und Israel geführten Krieges gegen den Iran am 28. Februar sind die Rohölpreise um mehr als 40 Prozent gestiegen.

Trump hatte wiederholt behauptet, Washington habe im Konflikt mit Teheran „alle Trümpfe in der Hand" und das iranische Militär sei besiegt. Dennoch ist es bislang nicht gelungen, Teheran zu einem Abkommen zu zwingen. Angesichts eines bevorstehenden Gipfeltreffens mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping liegt der nächste Schritt möglicherweise nicht allein bei Washington.

Aramco-Chef warnt: Marktnormalisierung erst 2027

Führungskräfte aus dem Energiesektor schlagen Alarm hinsichtlich der langfristigen Folgen für die globalen Ölströme. Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, äußerte sich während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals unmissverständlich: „Wenn die Straße von Hormus heute geöffnet wird, wird es immer noch Monate dauern, bis sich der Markt wieder im Gleichgewicht befindet. Sollte sich die Öffnung um einige weitere Wochen verzögern, wird die Normalisierung bis ins Jahr 2027 andauern."

Um die steigenden Spritpreise für Verbraucher abzufedern, erwägen Trump und die Republikaner im US-Kongress eine Aussetzung der Bundesbenzinsteuer. Ziel ist es, die Preise an den Tankstellen vor den Zwischenwahlen zu senken. Ob diese Maßnahme ausreicht, um die strukturellen Verwerfungen am Ölmarkt zu kompensieren, bleibt fraglich.

Bemerkenswert ist unterdessen die Reaktion der Aktienmärkte: Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq Composite erreichten neue Allzeithochs und demonstrierten damit erneut die Fähigkeit der Wall Street, geopolitische Krisen auszublenden.

Trump reist mit CEO-Entourage nach China

Parallel zur Nahost-Krise richtet sich die Aufmerksamkeit auf das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi Jinping in China. Eine hochkarätige Delegation von Wirtschaftsführern begleitet den US-Präsidenten: Laut einem Beamten des Weißen Hauses gehören Tesla-CEO Elon Musk, Apple-CEO Tim Cook und BlackRock-CEO Larry Fink zu den Teilnehmern. Auffallend abwesend auf der Gästeliste ist hingegen Nvidia-Chef Jensen Huang.

Gleichzeitig reist US-Finanzminister Scott Bessent nach Japan, wo er Gespräche mit Premierministerin Sanae Takaichi und Finanzministerin Satsuki Katayama führt. Laut dem japanischen öffentlich-rechtlichen Sender NHK sollen dabei der Iran-Konflikt, die Zusammenarbeit bei Seltenen Erden sowie der schwache Yen auf der Agenda stehen – ein Hinweis auf eine breitere geopolitische und wirtschaftliche Agenda.

Nintendo-Aktie bricht um 8,4 Prozent ein

Abseits der geopolitischen Turbulenzen sorgte Nintendo für einen markanten Kurseinbruch. Die Aktien des japanischen Gaming-Konzerns schlossen in Tokio 8,4 Prozent tiefer bei 7.020 Yen (umgerechnet rund 44,64 US-Dollar) – der niedrigste Stand seit August 2024. Damit hat die Aktie in diesem Jahr bereits 34 Prozent an Wert verloren.

Auslöser war eine Kombination aus schwacher Absatzprognose und einer Preiserhöhung für die Switch 2-Konsole, die Nintendo mit steigenden Speicherkosten begründete. Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 prognostiziert Nintendo einen Absatz von 16,5 Millionen Switch-2-Einheiten – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 19,86 Millionen Einheiten, die seit der Markteinführung im vergangenen Juni verkauft wurden.

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