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Iran-Krieg treibt Ölpreise – Biokraftstoffe erleben Renaissance

Steigende Ölpreise durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran beflügeln weltweit die Nachfrage nach Biokraftstoffen als Alternative.

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Iran-Krieg treibt Ölpreise – Biokraftstoffe erleben Renaissance

Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat die globalen Energiemärkte erschüttert: Die Rohölpreise sind seit Ende Februar um mehr als 30% gestiegen. Der Konflikt hat rund 20% der weltweiten Öl- und Gasvorräte unterbrochen, die normalerweise durch die Straße von Hormus im Persischen Golf transportiert werden. Als direkte Folge erleben Biokraftstoffe weltweit eine neue Nachfragewelle.

Im Gegensatz zum Ölpreisanstieg sind die Preise für Mais – ein zentraler Rohstoff für Biokraftstoffe – lediglich um 5% gestiegen. Diese Preisschere macht Biokraftstoffe wirtschaftlich attraktiver. Sie werden üblicherweise Benzin beigemischt oder als Ersatz für Diesel eingesetzt und gewinnen an Rentabilität, wenn fossile Brennstoffe teurer werden.

Asien unter Druck: Länder erhöhen Biokraftstoff-Quoten

Besonders stark betroffen ist Asien, das etwa 80% des durch die Straße von Hormus verschifften Öls kauft. Die Route ist seit Beginn des Konflikts weitgehend für den Schiffsverkehr gesperrt. Mehrere asiatische Länder reagieren mit konkreten Maßnahmen zur Ausweitung des Biokraftstoffeinsatzes.

Vietnam hat Ende März angekündigt, ab April vollständig auf ethanolhaltiges Benzin umzustellen – und damit ein ursprünglich für den 1. Juni gesetztes Ziel vorgezogen. Indonesien, der weltweit größte Produzent und Exporteur von Palmöl, erhöht seine verbindliche Beimischungsquote für Biodiesel aus Palmöl von 40% auf 50%. Indien plant laut Experten ebenfalls, die Ethanol-Beimischung im Benzin zu erhöhen, während Thailand seine Ethanol-Optionen prüft.

„In Asien setzen die Länder auf Biokraftstoffe, die aus lokal bezogenen Rohstoffen hergestellt werden können, da sie zwei Ziele gleichzeitig erreichen können: die Energieimporte begrenzen und die Rentabilität für die Landwirte steigern", erklärte Beata Wojtkowska, Analystin für Biokraftstoffe beim Datenanbieter Kpler. „Ich erwarte, dass die Krise dem asiatischen Biokraftstoffsektor einen Schub verleihen wird", ergänzte Peter de Klerk, leitender Ökonom der International Sugar Organization.

Debatte „Teller statt Tank" kehrt zurück – vorerst gedämpft

Die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen ist nicht unumstritten. Bereits während der Lebensmittelpreiskrise 2007–2008 gerieten entsprechende Förderprogramme massiv in die Kritik. Damals wiesen Politiker, Think Tanks und Nichtregierungsorganisationen auf Biokraftstoffe als Preistreiber für Lebensmittel hin. Zum Vergleich: Rund 40% des in den USA angebauten Maises fließen in die Ethanolproduktion, während Brasilien 50% seines Zuckerrohrs für Biokraftstoff verwendet.

Der kriegsbedingte Anstieg von Energie-, Transport- und Düngemittelkosten hat die weltweiten Lebensmittelpreise bereits auf ein Sechsmonatshoch im März getrieben. Ein verstärkter Biokraftstoffeinsatz könnte diesen Trend theoretisch verstärken. Phil Aikman, Kampagnendirektor für Südostasien bei der gemeinnützigen Organisation Mighty Earth, relativiert jedoch: Deutlich höhere Lebensmittelpreise entstünden nur, wenn Biokraftstoffhersteller neue Anlagen in großem Maßstab bauen würden – ein Prozess, der Jahre dauere.

Zudem sind die weltweiten Vorräte an Getreide und Pflanzenölen derzeit reichlich vorhanden. Die Debatte „Teller statt Tank" ist daher laut Experten bei weitem nicht so prominent wie in den Jahren 2007–2008.

Grenzen des Wachstums: Biokraftstoffe kein Allheilmittel

Trotz des Nachfragebooms bleiben die strukturellen Grenzen des Sektors bestehen. Biokraftstoffe decken derzeit lediglich 4% des weltweiten Bedarfs an Transportkraftstoffen. Die Analysten von BMI, einer Einheit von Fitch, erwarten, dass dieser Anteil bis 2035 auf 5% steigen wird – ein moderates Wachstum.

Neben dem Zeit- und Kostenaufwand für neue Produktionsanlagen bremsen auch Beschränkungen bei der Kraftstoffmischung sowie Engpässe in der Rohstoffversorgung ein schnelles Wachstum. „Biokraftstoffe können dazu beitragen, die Kraftstoffpreise etwas zu dämpfen, aber nicht in großem Umfang", sagte Wojtkowska von Kpler.

Die Reaktionen unterscheiden sich je nach Region deutlich: In der EU gilt eine Obergrenze für den Biokraftstoffeinsatz, um sowohl Lebensmittelpreise als auch Entwaldungsraten zu begrenzen – als Teil der EU-Verpflichtung für erneuerbare Kraftstoffe. In den USA hingegen hat die Trump-Regierung die Raffinerien angewiesen, in diesem Jahr eine Rekordmenge an Biokraftstoffen beizumischen. Brasilien prüft zudem, die Ethanol-Beimischung bis Ende Juni von 30% auf 32% zu erhöhen, während Zuckermühlen einen größeren Teil der Ernte für Ethanol statt Zucker verwenden wollen.

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