Iran-Krieg beschert Ölriesen Rekordgewinne – Exxon und Chevron legen vor
Trump spricht von einem „verdammt guten Geschäft" – ExxonMobil und Chevron legen am Freitag ihre Quartalszahlen vor.

US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende auf einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia versprochen, dass die Benzinpreise sinken würden. Zugleich hob er die steigenden Gewinne aus den US-Ölexporten hervor. „Wir machen ein verdammt gutes Geschäft", sagte Trump – knapp acht Monate nach Beginn des Iran-Kriegs.
Für Anleger rückt damit ein konkreter Termin in den Fokus: ExxonMobil (XOM) und Chevron (CVX) legen am Freitag ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Nach Einschätzung der Quelle können Investoren erneut von einer soliden Entwicklung profitieren. Die beiden größten US-Ölkonzerne gehören seit Monaten zu den profiliertesten Profiteuren der geopolitischen Krise im Nahen Osten.
Der Zeitpunkt der Trump-Aussage ist bemerkenswert. Der Präsident verspricht sinkende Spritpreise, während die Ölkonzerne von genau jenen Preisen profitieren, die durch den Konflikt gestiegen sind. Diese Spannung zwischen politischem Druck und Unternehmensgewinnen zieht sich seit Monaten durch die Branche.
Die Details
Im Mittelpunkt des kommenden Freitags stehen die Zahlen von ExxonMobil und Chevron für das dritte Quartal 2026. Beide Konzerne sind an der US-Börse notiert und gehören zu den Schwergewichten des Energiesektors. Trump verwies in Georgia ausdrücklich auf die steigenden Gewinne aus den US-Ölexporten und verband dies mit der Zusage, dass die Benzinpreise fallen würden.
Wie ergiebig das Geschäft zuletzt war, zeigen die bereits veröffentlichten Zahlen aus dem zweiten Quartal. ExxonMobil und Chevron meldeten für die drei Monate bis Ende Juni zusammen einen Gesamtgewinn von 26,5 Milliarden US-Dollar. Allein Chevron erzielte in diesem Zeitraum einen Nettogewinn von 12 Milliarden US-Dollar, der Rest des Gesamtgewinns entfiel auf ExxonMobil.
Ein zweiter Bericht zum selben Quartal bezifferte den kombinierten Nettogewinn der beiden Konzerne auf 26,6 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um 316 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Auch beim Umsatz legten beide deutlich zu: Der gemeinsame Erlös erhöhte sich um 38 Prozent auf 183,2 Milliarden US-Dollar. Als Haupttreiber gilt der Iran-Krieg, der zu erheblichen Versorgungsengpässen auf den globalen Ölmärkten geführt hat.
Für das laufende dritte Quartal gibt es bereits einen konkreten Hinweis. ExxonMobil deutete an, dass die höheren Raffineriemargen den Gewinn im nachgelagerten Bereich um 4,5 Milliarden US-Dollar steigern könnten – im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten. Diese Angabe stammt aus einem regulatorischen Bericht des US-Ölkonzerns, über den Reuters am 16. Oktober berichtete.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 03.07.2026 berichtete aktien.news, dass US-Ölkonzerne vor der Bekanntgabe ihrer stärksten Quartalsgewinne seit Jahren stehen. Branchenriesen wie Exxon Mobil und Chevron dürften demnach Gewinne für das zweite Quartal ausweisen, die mehr als das Dreifache des Niveaus aus dem ersten Quartal betragen. Schon damals zeichnete sich ein wachsender Konflikt mit Präsident Donald Trump ab, der die Branche unter Druck setzt, die Benzinpreise zu senken. Ausgelöst wurde der Preisanstieg durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran, der Ende Februar begann und das weltweite Kraftstoffangebot deutlich verknappt hat.
Am 31.07.2026 folgte die Bestätigung: ExxonMobil und Chevron meldeten für das zweite Quartal 2026 zusammen einen Gesamtgewinn von 26,5 Milliarden US-Dollar. Die beiden größten US-Ölkonzerne profitierten dabei von steigenden Rohöl- und Benzinpreisen, die durch Donald Trumps Iran-Konflikt ausgelöst wurden. Chevron erzielte in den drei Monaten bis Ende Juni einen Nettogewinn von 12 Milliarden US-Dollar. In diesem Zusammenhang war von sogenannten Windfall-Gewinnen die Rede – also außerordentlichen Zufallsgewinnen.
Ebenfalls am 31.07.2026 berichtete aktien.news, dass sich die Gewinne der beiden Konzerne im Iran-Krieg vervierfachten. Der kombinierte Nettogewinn für das am 30. Juni endende Quartal stieg im Vergleich zum Vorquartal um 316 Prozent auf 26,6 Milliarden US-Dollar. Der gemeinsame Umsatz erhöhte sich um 38 Prozent auf 183,2 Milliarden US-Dollar. Solche Zahlen verdeutlichen, wie stark geopolitische Krisen im Nahen Osten die Ergebnisse der großen Energiekonzerne beeinflussen können.
Am 16.10.2026 schließlich meldete aktien.news, dass ExxonMobil im Raffineriegeschäft 4,5 Milliarden US-Dollar mehr Gewinn erwartet. Hinter den gestiegenen Margen steht ein Bündel geopolitischer Faktoren: Der andauernde Iran-Krieg schränkt die Energieexporte durch die Straße von Hormuz ein, zugleich belasten ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien das globale Angebot. Die daraus resultierenden höheren Kraftstoffpreise haben politische Risiken für die Verwaltung von US-Präsident Donald Trump geschaffen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in US-Energieaktien investiert sind oder ein Investment erwägen, ist der Freitag der entscheidende Termin. Die Quartalszahlen von ExxonMobil und Chevron liefern den Beleg dafür, ob sich die im zweiten Quartal sichtbare Dynamik im dritten Quartal fortgesetzt hat. Der Hinweis von ExxonMobil auf einen möglichen Zusatzgewinn von 4,5 Milliarden US-Dollar im nachgelagerten Bereich deutet auf anhaltend starke Raffineriemargen hin.
Gleichzeitig bleibt das politische Risiko bestehen. Trump steht unter Druck, die Benzinpreise zu senken, und die Ölkonzerne profitieren von genau den gestiegenen Preisen. Diese Konstellation hat in der Vergangenheit bereits für Spannungen zwischen dem Weißen Haus und der Branche gesorgt. Anleger sollten daher sowohl die operativen Ergebnisse als auch die politische Gemengelage im Blick behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der nächste konkrete Termin ist die Veröffentlichung der Quartalszahlen von ExxonMobil und Chevron am Freitag. Marktbeobachter erwarten auf Basis der bisherigen Entwicklung eine solide Vorlage. Zusätzliche Orientierung liefert der regulatorische Bericht von ExxonMobil, wonach die höheren Raffineriemargen den Gewinn im nachgelagerten Bereich um 4,5 Milliarden US-Dollar steigern könnten. Ob sich diese Erwartung bestätigt, wird sich am Freitag zeigen.
Kurz erklärt
- Raffineriemarge: die Differenz zwischen dem Einkaufspreis für Rohöl und dem Erlös aus verkauften Fertigprodukten wie Benzin oder Diesel.
- Windfall-Gewinn: ein außerordentlicher Zufallsgewinn, der nicht aus dem regulären Geschäft, sondern aus unerwarteten äußeren Umständen entsteht.
- Nachgelagerter Bereich: das Geschäftsfeld eines Ölkonzerns, das Raffinerie und Vertrieb umfasst, im Gegensatz zur Förderung.
